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Jetzt auf DVD: Die Kinofassung von Bruce LaBruces höchst umstrittenem Film "Skin Flick" aus dem Jahr 1999.

Von Anne Richter

Reinhold ist Mitglied einer Londoner Skinhead-Gang. Er und seine Freunde entsprechen auf den ersten Blick dem Stereotyp von Neonazis: kurze Haare, verwaschene Jeans, Springerstiefel. Sie haben einen Hang zu sinnloser Gewalt gegen alles, was anders ist als sie oder ihnen aus irgendwelchen Gründen nicht passt.

Während Reinhold seine Freundin Cameltoe vögelt, ziehen seine Freunde marodierend und stehlend durch die Straßen und sind immer auf Schlägereien oder Sex aus. Zu ihren Opfern gehört auch ein schwules Paar, von denen der eine noch dazu dunkelhäutig ist. Hier spätestens beginnt das Bild der Skinheads zu bröckeln, denn es geht nicht mehr nur um Raub oder Gewalt, sondern auch um "Fuck the monkey", die sexuelle Unterdrückung des vermeintlich Minderwertigen. Dies bedeutet aber gleichzeitig ein Zulassen der eigenen schwulen und daher eigentlich unzulässigen Neigungen der Neonazis.

Reinhold gerät, als seine Gang bei ihm aufkreuzt, in Streit mit seiner Freundin und schmeißt sie unter dem Beifall der Skinheads aus der Wohnung. Auch er zeigt sich dem Sex mit Männern nicht abgeneigt.

"Skin Flick" ist, wie der Name schon sagt, ein Pornofilm. Es handelt sich um die Softcore-Variante von "Skin Gang", einer Auftragsarbeit des bekannten Regisseurs Bruce LaBruce für das Berliner Label Cazzo-Film. Die Thematik geht allerdings weit über die eines üblichen Pornos hinaus: Bruce LaBruce setzt sich bewusst und bis an die Schmerzgrenze mit dem Hang eines Teils des Community auseinander, die Uniform und Attitüde der Skins zu übernehmen. Damit geht es indirekt um das Verwischen einer Grenze zwischen unterdrückt werden und selbst unterdrücken, zwischen Macht und Ohnmacht.

Der schwule Neonazi ist eine Figur, die es eigentlich nicht geben kann: Die faschistische Ideologie lehnt Homosexualität ab, so wie der Schwule schon aus Selbstschutz die offensichtlich schwulenfeindliche Einstellung der Nazis ablehnen sollte. Ein Konflikt, der den Zuschauer mitreißt und zum Nachdenken anregt, wie es ein 0815-Porno nicht könnte – und der noch nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Skin Flick, Regie: Bruce LaBRuce, BRD/Kanada, ca. 67 Minuten, Sprachen/Ton: Englisch in Dolby Digital 2.0, Untertitel: Deutsch (optional), Bildformat: 16:9 anamorph (1,78:1), Extras: Filmvorschau, web link, Pro-Fun



18 Kommentare

#1 Fiete_Jansen
  • 08.08.2008, 15:22h
  • Im Text heisst es:
    "Der schwule Neonazi ist eine Figur, die es eigentlich nicht geben kann: Die faschistische Ideologie lehnt Homosexualität ab, so wie der Schwule schon aus Selbstschutz die offensichtlich schwulenfeindliche Einstellung der Nazis ablehnen sollte."
    schwule Faschisten gibt es solange wie es Faschisten gibt. Ich würde jedem, der dies nicht glaubt raten sich das Buch von Markus Bernhardt " Schwule Nazis und der Rechtsruck in Gesellschaft und schwuler Szene" zu beschaffen und zu lesen. Auserdem sollte man sich auch den Film von Rosa von Praunheim "Männer, Helden, schwule Nazis" ansehn. Schwule gibt es überall und gerade auf dieser Seite sollte das allen klar sein. Vom schwulen Kommunisten über Sozialdemokraten, Liberale, Konservative bis Neofaschisten.
    Ich möchte auch darauf hinweisen, das es in dem Text einen Punkt gibt, der nicht stimmt. Nazi-Skins gibt es nicht. Das Pack heisst Bonehead. Skinheads sind in erster Linie unpolitisch und es gibt ein paar linke Skins. Aber Nazi-Skins? Falsche Wortwahl.
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#2 RabaukeAnonym
  • 08.08.2008, 15:35h
  • Seiner Zeit, also vor gut 10 Jahren war dieser Streifen schon ein gewagtes Ding. Aber mal ehrlich?
    Irgendwie, wenn ich mir diese Scheibe heute mal reinziehe, kommt es mir vor, als würden sich hier kleine Massos und devote Glätzchen poppen.
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#3 Michael ZgonjaninAnonym
  • 08.08.2008, 15:37h
  • Antwort auf #1 von Fiete_Jansen
  • Irgendwie hat das gerade noch gefehlt: Da werden die Zeiten immer prüder, da erregt sich der schwule Mainstream (jene, die bis heute eigentlich nicht zu ihrer Homosexualität (also den SEX) stehen können) über Festisch und Leder in den CSD-Paraden, und dann werden uns noch die verkorksten Fantasien einiger als neuester Trend serviert.

    Wie sang die gute Grace Jones: "Your sexlife complications are not my faszinations."

    Mir ist egal of Nazis schwul oder was auch immer sind, ebenso wenig ob der Papst schwul ist oder Achmadinedschad oder Bush oder wer auch immer.
    Wer Scheiße im Kopf hat denn sollte man das auch klar sagen - und das hier ist einfach Scheiße im Kopp.

    Haben die deutschen Schwulen eigentlich nix besseres mehr zu tun als sich so einen Quatsch reinzuziehen.

    Da fragt man sich doch wirklich, wofür die ehemaligen schwulen Aktivisten sich die Mühe gemacht haben. Dafür sicher nicht!
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#4 darkon
  • 08.08.2008, 15:43h
  • Wieso sollte es keine schwulen Faschos geben? Da hat uns die Geschichte aber anderes gelehrt...

    Abgesehen davon war dieser Film einfach nur eine sehr überspitzte Darstellung des Skin-Fetischs und der damit oft verbundenen Vorurteile. Echte Faschos dürften bei der Darstellung im Film eher weglaufen weil es doch an ihrem Image kratzt.

    Aber ehrlich gesagt sollte man sich wenn dann lieber die Hardcore-Version holen. Für einen Spielfilm ist die Geschichte und die schauspielerische Leistung (beziehungsweise deren Fehlen) einfach nur erbärmlich und die Erotik kommt in der Softversion nicht gescheit rüber.
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#5 darkon
#6 hwAnonym
#7 Fiete_Jansen
  • 08.08.2008, 16:17h
  • Hallo Michael, na klar hast du damit Recht, wenn du sagst das Nazis Scheisse im Kopf haben. Aber ein paar klarstellungen zu dem Artikel sollten schon sein.
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#8 mok120Profil
  • 08.08.2008, 17:08hNürnberg
  • Na, ich sage mal, es ist immer noch besser, die Nazis treiben es wild miteinander anstatt dass sie auf der Straße Ausländer zusammenschlagen.
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#9 VolumeProProfil
#10 AntifaUnitedEhemaliges Profil