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Amerikanische Wissenschaftler haben im Versuch an Mäusen, in denen Blut mit menschlichen Blutzellen floss, die Ausbreitung von HIV aufgehalten – ein medizinischer Durchbruch?

Die Forscher der Harvard Medical School in Boston haben eine revolutionäre Technik entwickelt, um Gene lahmzulegen, die das Virus für die Ausbreitung benötigt. Sie schleusten Erbgutmoleküle mit Hilfe von Antikörpern in die T-Zellen der Mäuse ein – diese Moleküle können bestimmte Gene wie mit einem Lichtschalter ausknipsen.

Dann infizierten die Wissenschaftler die Mäuse mit HIV. Normalerweise befallen die HI-Viren die T-Zellen, vermehren sich, zerstören diese Zellen und suchen sich neue "Opfer". Durch die Behandlung wird diese Zerstörung verhindert. Die infizierten Mäuse sahen nahezu so aus wie nicht-infizierte Kontrolltiere.

Dieses Verfahren, die so genannte RNS-Interferenz, befindet sich derzeit noch im Experimentierstadium, soll aber schon bald Therapien für viele Krankheiten bieten. Für die Entdeckung der RNS-Interferenz haben zwei amerikanische Wissenschaftler 2006 den Medizin-Nobelpreis erhalten.

Diese Behandlung wäre viel schonender als die augenblicklich angewandte Kombinationstherapie. Forscherin Priti Kumar von der Harvard Medical School zeigte sich begeistert: "Niemand hat vor uns gezeigt, dass eine HIV-Infektion in lebenden Tieren gestoppt werden kann. Es könnte auch beim Menschen klappen."

Das Ergebnis der Untersuchung wird im Fachmagazin "Cell" veröffentlicht. (dk)



13 Kommentare

#1 Sunbear
  • 09.08.2008, 15:11h
  • Das wäre echt Klasse wenn es auch beim Menschen gehen würde. Da würden soviele Krankheiten behandelt werden können.

    Ein schöner Hoffnungschimmer...
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#2 FrankAnonym
  • 09.08.2008, 16:50h
  • Auszug auf dem Pressekodex:
    "Ziffer 14 – Medizin-Berichterstattung
    Bei Berichten über medizinische Themen ist eine [...] Darstellung zu vermeiden, die unbegründete [...] Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden."
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#3 xv22Anonym
#4 Tim_ChrisProfil
  • 09.08.2008, 20:56hBremen
  • Antwort auf #3 von xv22
  • "Stellt sich die Frage, ob die Darstellung unangemessen sensationell ist."

    Im Prinzip egal, wie unsensationell ein solcher Bericht geschrieben wird. Hoffnung weckt er letzten Endes doch immer. Ob sie begründet ist und auch bleibt müssen weitere Versuchsreihen zeigen.

    Ich meine, wie oft hieß es schon: "Durchbruch in... Forschung. Im Versuch mit Schweinen, Affen konnten sensationelle Ergebnisse erzielt werden, die... stoppen könnten. Impfung in Reichweite?" Und dann zeigte sich leider, dass das, was beim Tier geklappt hat, beim Menschen eben doch nicht funktionierte oder das unerwartete Nebenwirkungen auftraten oder sonst irgendetwas den tatsächlichen Durchbruch eben verhinderte und die Hoffnung, die man in die Methode gesetzt hat, im Sand zerrann.

    Würde das diesmal tatsächlich auch auf den Menschen übertragbar und erfolgversprechend sein, dann wäre es eine Sensation und eine Hoffnung um, wie Sunbaer bereits sagte, viele Krankheiten zu heilen. Ein Hoffnungsschimmer, der sich hoffentlich nicht wieder als Fata Morgana heraus stellt
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#5 Thomas62Anonym
  • 10.08.2008, 18:46h
  • Na ja, dann beim Menschen probieren - dann sieht man ob´s ein " Durchbruch" ist. Es wär ja zu schön um wahr zu sein, aber ich hab da mittlerweile so meine Zweifel daß es der Pharmaindustrie wirklich wichtig ist ein solches Medikament zu finden. Sie würde ja ihre Geldquelle damit verschließen. Denn Patienten nehmen ja nicht nur die ART - sie nehmen ja zusätzlich (nach einiger Zeit) Medikamente gegen die Nebenwirkungen der ART. Und sie müssen die Therapie alle paar Jahre auswechseln wegen Resistenzen. Kein gewinnorientiertes Gewerbe sägt den Ast an auf dem es sitzt. Ich glaube daß zb. aus diesen Gründen auch kein Mittel gegen Diabetis etc. gefunden wurde.
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#6 HannibalEhemaliges Profil
  • 11.08.2008, 06:32h
  • Antwort auf #5 von Thomas62
  • Das sehe ich ganz genauso! Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Industrie längst ein Mittel gegen HIV in der Schublade hat, es aber nur nicht rausrückt, weil sie noch ordentlich Kohle an den Retros verdienen wollen.
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#7 Tim_ChrisProfil
  • 11.08.2008, 09:03hBremen
  • Antwort auf #6 von Hannibal
  • @Hannibal und Thomas62: das ist nicht euer Ernst, oder?

    Ich kenne mich damit zwar nicht aus, aber soweit ich weiß forschen diese Institute und Universitäten unabhängig von den Pharmakonzernen und erhalten immense Summen an Forschungsgeldern vom Staat für ihre Forschungen, deren Ergebnisse sie vorweisen und belegen müssen und von deren Erfolg es abhängt, ob sie weitere Gelder dafür bekommen oder nicht. Die Pharmakonzerne greifen diese Ergebnisse dann lediglich auf und entwickeln daraus die entsprechenden Medikamente. Der Konzern, der zuerst etwas wirksames auf den Markt wirft, kann damit das Patent oder Vertriebsrecht - oder wie immer das bei Medikamenten heißt - sichern und schützen lassen und als einzige Vertriebsfirma dieses Stoffes gehörige Gelder erwirtschaften, eben weil sie den Preis dafür festsetzen und damit andere Firmen ausstechen kann, so lange sie ganz alleine das Marktrecht dafür besitzt. Erst wenn andere Pharmakonzerne ebenfalls, sobald das Patent(?) abläuft oder aufgrund eigener Forschungen, ein vergleichbares Produkt auf den Markt bringen, sinken die Preise wegen Konkurrenzdruck. So jedenfalls ist mein momentaner Wissensstand. Sollte das anders laufen und ich völlig daneben liegen, dann wäre es nett, wenn man mich aufklärt.

    Es kann einfach nicht sein, dass alles was unsere Gesundheit betrifft alleine von wirtschaftlichen Erwägungen der Pharmakonzerne abhängt.
    Die Pharmakonzerne leben doch nicht nur davon, welche Medikamente sie gerade verkaufen, sondern eben auch mit welchem sensationell neuen und besser wirkenden Mittel sie als erste auf den Markt kommen und damit die Konkurrenten in den Schatten stellen können.
    Oder bin ich in dieser Beziehung tatsächlich so naiv, dass ich an ein nettes Märchen glaube und die Realität tatsächlich einfach nur grausam und brutal ist?
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#8 HannibalEhemaliges Profil
  • 11.08.2008, 16:35h
  • Antwort auf #7 von Tim_Chris
  • "soweit ich weiß forschen diese Institute und Universitäten unabhängig von den Pharmakonzernen und erhalten immense Summen an Forschungsgeldern vom Staat"

    Da bist du aber wirklich ein bißchen naiv mein Lieber! Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die paar Forschungskröten vom Staat ausreichend sind. Da schießt die Indutrie, wenn auch vielleicht inoffiziell noch ordentlich dazu um ihre Interessen zu sichern. Das nennt sich dann zwar Korruption, aber wer streitet sich schon um Begriffe. DIE nennen das Sponsoring!
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#9 Toast_KingEhemaliges Profil
  • 11.08.2008, 16:39h
  • Antwort auf #7 von Tim_Chris
  • Ich würde jetzt nicht sagen, dass die Pharmaunternehmen absichtlich Medikamente verheimlichen oder die Forschung blockieren. Ich denke sogar dass es ihnen sehr recht ist, wenn so ein bestimmtes Medikament auf den Mark käme.

    Ich meine: Was bringt wohl mehr Geld - ein paar HIV-Infizierten Menschen ihr minder wirksames Mittel zu verkaufen, oder allen ein vollkommen wirksames ans Bein zu tackern? - Vor allem wenn besagtes Pharmaunternehmen das Patent darauf hat verdienen sie sich da ne goldene Nase dran.

    Es ist ja nicht so, dass Mittel gegen Krebs, HIV etc. weggekippt werden, nur damit die Forscher an einer neuen Zahnpasta arbeiten können (von der Jahr für Jahr eine neue "noch bessere" erscheint)...
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#10 Tim_ChrisProfil
  • 11.08.2008, 18:11hBremen
  • Antwort auf #8 von Hannibal
  • Korruption okay. Aber doch sicher nicht, um einen Erfolg solcher Forschungen hinaus zu zögern und damit lebensrettende Medikamente verhindern zu können, sondern eher, um vielleicht noch vor den anderen vielversprechende Forschungsergebnisse zu bekommen und damit bereits zuerst mit der Entwicklung bestimmter Medikamente beginnen zu können. Um sich dadurch eben nicht nur den Ruhm, sondern auch die Rechte daran zu sichern und für einige Jahre alleine daran verdienen zu können.

    Ich meine, letzten Endes ist die Frage, ob sie 200 Patienten zwei, drei Jahre lang wöchentlich zwei verschiedene Medikamente zu jeweils 50 Euro verkaufen können, oder doppelt und dreimal so vielen Patienten zwei, drei Jahre lang ein wirklich wirksames Medikament einmal im Monat für 400 Euro, eben weil sie das alleinigen Vertriebsrechte haben, sie den Preis nach eigenem Ermessen festsetzen können und alle HIV Patienten nun erst mal auf ihr wirklich wirksames Mittel zurückgreifen, anstatt wie vorher ihre zwei verschiedenen und weniger wirksamen Medikamente über zwei oder drei verschiedene Pharmakonzerne zu beziehen.

    Wie in meinem letzten Kommentar (#7) bereits angemerkt, kenne ich mich damit zwar nicht aus, aber so falsch kann das doch auch nicht sein?
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