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  • 11. August 2008, noch kein Kommentar

Das grandiose Finale der berühmten "Stadtgeschichten" von Armistead Maupin: "Michael Tolliver lebt"

Von Carsten Weidemann

Achtzehn Jahre haben wir nichts von ihm gehört, aber jetzt ist er wieder da: Michael Tolliver, Maupins Held aus sechs Bänden "Stadtgeschichten". Er hat die achtziger Jahre und das große Aids-Sterben glücklich, wenngleich HIV-positiv, überlebt. Alle vier Stunden erinnert ihn ein lustiger elektronischer Pieper an seinen jeweils forschungsaktuellen Medikamentencocktail – sowie an seine Sterblichkeit.

In Wahrheit aber ist er lebendiger denn je: Er gärtnert für potente Kunden, fühlt sich endlich wohl in seiner Haut und wohnt zufrieden mit dem 25 Jahre jüngeren Ben in einem selbstrenovierten Häuschen. Er ist, wenn man so will, "angekommen". Da ereilt ihn die Nachricht, dass Anna Madrigal einen Herzanfall erlitten hat und im Koma liegt. Und so versammelt sich, wie es scheint, zum letzten Mal, die alte Truppe aus der Barbary Lane um ihre Übermutter ...

Maupin war und ist Kult – ein Meister darin, die Absurditäten der menschlichen Existenz so zu schildern, dass sich zum Mitgefühl der Spaß gesellt. Nichts ist ihm fremd, am wenigsten die eigene Schwäche. Willkommen zurück in "San Franciscos Lindenstraße!" (Der Spiegel).

Armistead Maupin, Michael Tolliver lebt, Rowohlt Verlag, 320 S., 19,90 Euro