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Der jüngste schwule Bürgermeister Deutschlands hat seine Bewährungsprobe überstanden.

Von Dennis Klein

Sozi, evangelisch, schwul – für einen bayerischen Politiker ist das eigentlich der sichere Gang in die Arbeitslosigkeit. Im niederbayerischen Bodenmais, wo in Landtagswahlen rund zwei Drittel der Wähler für die Einheitspartei CSU stimmen, hat der 23-jährige Politik- und Wirtschaftsstudent Michael Adam vor wenigen Monaten das Unmögliche geschafft: Die Einheimischen machten den SPD-Politiker zu ihrem Bürgermeister (queer.de berichtete).

Seit 1. Mai ist Adam inzwischen im Amt und hat damit seine ersten 100 Tage hinter sich – und musste gleich ran: Der klammen Gemeinde drohte die Zwangsverwaltung und auch die Bodenmais Tourismus GmbH stand kurz vor dem Bankrott. "Jetzt müssen wir erstmal zusehen, dass die Verwaltung ordnungsgemäß funktioniert", erklärte er gegenüber dem "Bayerwaldboten" und verriet, dass er inzwischen ein Experte des Bayerischen Kinderbildungs- und –betreuungsgesetzes geworden ist. Die "Süddeutsche Zeitung" verpasste dem Bürgermeister inzwischen den Ehrentitel "Der Sanierer im rosa Rathaus". Trotz seines Parteibuches scheint Adam ohnehin hervorragend in den bayerischen Politikbetrieb zu passen. Auf die Frage, was sein schönster Moment in der bisherigen Amtszeit gewesen sei, antwortet er routiniert: "Der Klassiker – der Bieranstich beim Benno-Fest. So was macht man als bayerischen Bürgermeister einfach gern".

Inzwischen hat Adam gemerkt, dass sein neues Amt ein Vollzeitjob ist: Die Magister-Arbeit hat er aufgeschoben und auch für Sport hat der Bürgermeister, Juso-Chef des Landkreises und Mitglied des niederbayerischen SPD-Bezirksvorstandes keine Zeit mehr. Mit 15 bis 17 Stunden täglich(!) im Büro hat er auch die hehre Ex-SPD-Forderung nach einer 35-Stunden-Woche aufgegeben. Dafür nimmt er sich seinen Finanzminister und Parteifreund Peer Steinbrück zum Vorbild: Sein für Studentenverhältnisse königliches Gehalt verprasst er nicht, sondern zahlt brav BAföG- und Wahlkampfschulden zurück.

Ein wenig Zeit fürs Privatleben scheint der Jungpolitiker aber noch zu haben: Der Lokalpresse verriet er, dass er wieder einen Partner gefunden hat. Die Jugend heutzutage…



#1 Tim_ChrisProfil
  • 11.08.2008, 18:29hBremen
  • Wo ist bei ihm der Haken? Das klingt für einen Politiker ja schon fast zu schön um wahr zu sein und erschüttert schier mein politisches Weltbild...

    Wäre wünschenswert wenn er diese Linie seine Amtszeit hindurch durchhält.
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#2 DirkAnonym
  • 11.08.2008, 20:51h
  • WOW. Der gefällt mir richtig gut.
    Solche Leute brauchen wir, um die Mauern
    einzureissen die leider teilweise immer noch
    existieren.
    Ich rufe ihm zu: Weiter so.
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#3 jochenProfil
#4 Krzyszek
#5 RabaukeAnonym
  • 12.08.2008, 09:58h
  • Also ich gratuliere dem Typ und drücke feste die Daumen.Kennt jemand Bodenmais? Schöner Ort, nette Leute. Sooooooooooo böse, bayerisch und intollerant sind die Bodenmaiser/rinnen und Umland gar nicht.
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 12.08.2008, 11:03hBremen
  • Antwort auf #4 von Krzyszek
  • Vor der Wahl Versprechungen machen, die hinterher chronisch nicht eingehalten werden. Nach der Wahl nach vorne eine große Klappe, aber nach hinten kommt nichts bei rum.
    Steuergelder sind dazu da, um sie sinnlos zu verschleudern, anstatt sie zur Sanierung des Gemeindesäckels einzusetzen oder zumindest wirklich sinnvoll und bedacht zu verwenden.

    Dieser Michael Adam erstaunt mich und ich hoffe er hat die Kraft und Ausdauer lange genug durchzuhalten. Ich wünsche es ihm wirklich
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil