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Selfmade-Millionär Jared Polis hat die demokratischen Vorwahlen in seinem Wahlkreis in Colorado gewonnen und wird voraussichtlich als erster offen schwuler Kandidat neu in den US-Kongress einziehen.

Bislang sitzt mit Barney Frank nur ein offen schwuler Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Er hat das Mandat bereits seit 1981 inne, hatte aber erst 1987 sein Coming-out. Mit der Demokratin Tammy Baldwin aus Wisconsin gibt es zudem eine offen lesbische Parlamentarierin.

Der 33-jährige Polis hat in den demokratischen Vorwahlen in Boulder seine innerparteiliche Rivalin, die Gewerkschafterin Joan Fitz-Gerald, mit 42 gegen 38 Prozent knapp geschlagen. Der Wahlkreis gilt als sichere Bank der demokratischen Partei, daher ist ein Sieg von Polis bei den Kongresswahlen im November so gut wie sicher.

Polis, der in wenigen Jahren mit Internetfirmen wie proflowers.com ein Vermögen von geschätzten 200 Millionen Dollar aufgebaut hat, hat seinen Wahlkampf selbst finanziert und keine Spenden angenommen. Er investierte insgesamt sechs Millionen Dollar und hat damit den teuersten Vorwahlkampf in der Geschichte Colorados bestritten. Seine Gegnerin brachte nur ein Zehntel dieser Summe auf.

Youtube | Jared Polis bei einem Wahlkampfauftritt

Nach seinem Sieg erklärte er gegenüber dem Lokalsender KWGN, dass er einst befürchtet hatte, wegen seiner sexuellen Ausrichtung in kein politisches Amt gewählt zu werden: "Als ich aufgewachsen bin, hatte ich immer Angst, dass dieses Thema meine Pläne durchkreuzen könnte", so Polis. "Ich bin stolz, dass viele dieser Hindernisse heute Abend beseitigt wurden. Andere bestehen aber nach wie vor fort."

Die Homo-Gruppe Victory Fund begrüßte den Wahlsieg von Polis als "historisch": "Das ist ein Sieg für die Demokratie", so Chuck Wolfe, Präsident der Lobbygruppe, die sich für die Wahl von Schwulen und Lesben einsetzt. "Schwule Amerikaner sind in unserer Regierung unterrepräsentiert. Der Sieg von Jared bringt uns dem Ziel näher, Amerikas Versprechen einer wahrhaft repräsentativen Demokratie zu erfüllen."

Polis setzt sich in von ihm gegründeten und finanziell unterstützten Stiftungen und Projekten insbesondere für benachteiligte Schüler, Gesundheitsfürsorge und Umweltschutz ein. (dk)



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#1 Olaf_LEO
  • 14.08.2008, 19:14h
  • Eine tolle Geschichte! Ich wünschte mir, wir hätten auch ein Wahlrecht wie in den USA, wo man Kandidaten wählen darf und nicht nur olle Parteien.
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#2 hwAnonym
  • 14.08.2008, 19:39h
  • mein demokratie-verständnis deckt sich mit dem grundgesetz.
    sowas will ich nicht. ob schwul oder nicht, das
    endet in einer dollarkratie mit imperialem wahn.
    die eurokratie und bündnisfälle für milliardärs-puppen wurden durch kluge iren verhindert.
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#3 HannibalEhemaliges Profil
#4 apfelmaikProfil
  • 15.08.2008, 12:10hHerford
  • Antwort auf #1 von Olaf_LEO
  • Für den Fall, dass Du das noch nicht weisst: Du hast bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Mit der ersten wählst Du den Kandidaten und mit der zweiten die olle Partei.
    Von den ca. 300 direkt gewählten Abgeordneten gehören im übrigen nur 4 nicht zu Union oder SPD.

    Wenn wir hier so ein tolles Wahlrecht wie in den USA hätten, müssten wir mit einem wenig repräsentativen und eher undemokratischen Minderheitenparlament leben, in dem wahrscheinlich deutlich weniger Schwule und Lesben sitzen würden als jetzt.

    Bei den Grünen sitzen schliesslich 5 Schwule und 4 Lesben und bei der FDP 5 Schwule und keine Lesbe.
    Soweit ich weiss ist keiner von denen ein Millionär, der sich seinen Sitz erkauft hat.
    Ich für meinen Teil bin mit unserem Wahlrecht, auch aus diesem Grund, ziemlich zufrieden.

    Wir müssen hier in Deutschland zumindest nicht die Korken knallen lassen, weil nach 27 (!) Jahren endlich der zweite Schwule ins Parlament einzieht.
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