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Schwulenmutti Madonna wird am 16. August 50. Darauf ein Geburtstagsständchen von ihrer treuen Homo-Fanbase.

Von Christian Scheuß

Stell dir vor, deine Mutter würde sich in ein knallig pinkes Trainingsdress quetschen, um damit lasziv vor dem Spiegel zu tanzen. Oder sie zieht sich ein Latexkorsett an, dazu lange Lederstiefel, um sich anschließend von Papi mit gespreizten Beinen und an einer Reitgerte leckend fotografieren zu lassen. Du würdest vor Scham im Boden versinken, Mutti für verrückt erklären, und sie auffordern sich ihrem Alter entsprechend zu verhalten.

Bei Schwulenmuttis ist das etwas anderes. Die dürfen sich nuttig anziehen, sich wie Teenager aufführen und Sadomaso- und sonstige Fantasien bis ins Absurde überzeichnen. Da jubeln und kreischen wir entzückt und finden es geil und cool und krass und überhaupt. Schließlich ist es Madonna, die da für uns tanzt und wir tanzen mit. Am 16. August wird sie runde 50. Happy Birthday, Bitch!

Madonna Louise Veronica Ciccone hat viel dafür getan, um Homoikone zu werden. Es ist Teil ihres Images, das sie seit dem Hit "Vogue" mit dem dazugehörigen Video des Regisseurs David Fincher um eine bisexuelle Facette erweitert hat. Mit Sandra Bernhard und Rosie O’Donnell tauschte sie Küsse aus. Und in Interviews plauderte sie über die zahlreichen schwulen Freunde und Bekannte, die zum Teil sogar ihre Karriere begleitet und gefördert haben. Wer sich zu uns bekennt, den schließen wir natürlich in unser Herz.

Zudem machte sie sexuelle Freizügigkeit gepaart mit einer gehörigen Portion Hedonismus zum Thema ihrer Musik. Sei es die Single "Justify My Love", oder das von Fetisch- und SM-Fantasien durchsetzte Album "Erotica", das sie zusammen mit ihrem Aktfotoband "SEX" erfolgreich vermarktete. Wer die sexuellen Fantasien schwuler Männer zumindest plakativ in die Tat umsetzt, den lassen wir auch in unserem Sling Platz nehmen.

Youtube | Give it to me, yeah!

Madonna hat ein untrügliches Gespür für Trends, nicht nur in der Musik, auch in der Mode. Ihre Stilwechsel sind legendär, und das Nacheifern ihrer Modetrends kann manchmal sogar etwas peinlich sein. Es ist noch nicht so lange her, dass wir uns zu kleine Cowboyhüte auf den Kopf setzten, weil SIE es zuvor getan hat. Und wie viele Damenimitatoren hat sie in den vergangenen Jahren dazu inspiriert, mehr oder weniger stilvolle Madonna-Nummern auf Homopartys zu inszenieren. Auch Trash ist ein Trend, an dem sie nicht ganz unschuldig ist.

Abstürzende Verkaufszahlen bei den Tonträgern treiben Mutti Madonna verstärkt auf die Bühne, auch da hat sie den Zeitenwechsel erkannt. Mit ihrer Confessions-Tour im Jahr 2006 soll sie angeblich knapp 200 Millionen US-Dollar verdient haben. Die Ende August startende "Sweet & Sticky"-Tour durch Europa und die USA wird garantiert ein Erfolg.

Wohin wird es Madonna danach treiben? Sie ist schließlich keine 49 mehr, sie ist 50. Es ist ziemlich egal, ob sie demnächst den Weg der gereiften Künstlerin gehen, und nur noch französische Chansons unplugged singen wird. Ob sie sich wie Cher demnächst offiziell aus dem Bühnenleben verabschieden wird um danach nie endende Farewell-Tourneen zu absolvieren. Ob sie Tina Turner nacheifern und mit 68 nochmal in ihr pinkes Trainingsdress schlüpfen wird, um an der Gerte zu lecken. Oder ob sie wie Evelyn Künneke irgendwann in kleinen Schwulenclubs von kräftigen Männern auf die Bühne gehievt wird. Was immer sie auch macht: Wir werden sie weiterhin lieben und bejubeln. Das ist das schließlich das Schicksal von Schwulenmuttis.



#1 SamuelAnonym
  • 15.08.2008, 16:10h
  • Man oh man, wenn man das hier liest könnte man ja glatt den Argumentationen evangelikaler Schwulenhasser zustimmen, die behaupten, dass Schwule tatsächlich sowas wie einen Mutterkomplex haben.
    Madonna ist doof.
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#2 JacNsakEhemaliges Profil
  • 15.08.2008, 18:18h
  • Dass die giftige Spießigkeit einiger Schwuler auch mit ihren Ängsten vor dem Ablauf des eigenen Verfallsdatums korreliert ist ja nichts Neues. Besonders Geburtstagsgrüße werden gerne mal mit reichlich Essig beträufelt werden, sonst könnte jemand auf die Idee kommen, da ist jemand "bloß Fan". Im Freundeskreis sind das die Leute, die SlimFast verschenken oder Liposomencreme für die Augen.

    Man kann zu ihr stehen wie man möchte, aber
    interessant ist es schon, mit welcher Penetranz in letzter Zeit auf Madonna das Bild des ausrangierten Flittchens projiziert wird.

    Vati gefällt es nämlich schon, einfach mal nachfragen, aber nur wenn Mutti nicht gerade dabei sitzt. Burschi erschreckt es dann eher, weil die Olle benimmt sich ja genauso, wie das ganze Volk jenseits der 40 mit Trainingsjäckchen, den gezupften Augenbrauen, den blondierten ausgehenden Haaren und den viel zu engen bauchfrei-Shirts.

    Anstatt sich darüber zu freuen, dass Madge nicht wieder im hochgeschlossenen katholischen Evita Kostümchen durch die Gegend promeniert und drakonisch "ihrem Alter angemessene" Familienwerte propagiert, wird genüßlich Häme darüber ausgegossen, dass das olle stillose Muttchen sich noch im knappen Gymnastikstrampelhöschen auf die Bühne schwingt... klar, Spaaaaß. Ein bisschen. Muss sein.

    - Wo bleibt denn da eigentlich die Würde des Alter?!?!
    (empörte Anruferin)

    Die wohnt hier nicht. (Lotti Huber)
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#3 remixbebAnonym
  • 15.08.2008, 22:29h
  • stimme mit Jac überein. Und was ist das überhaupt für ein bescheuerter Titel?!? "happy Birthday Bitch"?!? Nun denn.. spricht nicht gerade für den Autor. Und lustig ist es auch nicht.
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#4 HannibalEhemaliges Profil
#5 Tufir
  • 17.08.2008, 17:11h
  • Mit 60 noch so auszusehen, nicht übel. Schade dass die Gute in den letzten 5 Jahren nichts mehr veröffentlicht hat, was sie von einer alternden Brittney Spears unterscheiden würde. Aber immerhin nicht ganz so peinlich wie Michael Jackson.
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#6 JacNsakEhemaliges Profil
  • 18.08.2008, 13:33h
  • Madonna mit Britney gleichzusetzen, ist als würde jemand das Aufbrühen von Nescafé mit einer japanischen Teezeremonie vergleichen, bloß weil beides auf ein heisses Getränk hinausläuft. Löwen beißen fremden Nachwuchs tot, Löwinnen küssen ihn. Britney ist eine menschliche Tragödie. Ein Mädchen, das immer tat, was andere ihm geraten haben und dafür hart arbeitete, tanzte und drauflos lächelte, als gelte es, die Wahl zur Miss Krabbenkönigin `99 immer wieder zu gewinnen. Bloß, um letztendlich ihre Kinder an einen drittklassigen Tänzer zu verlieren und die eigene Vormundschaft an Daddy zurückzugeben. Das alles vor den Augen eines sensationsgierigen Publikums, das schon sehnsüchtig darauf wartet, ihren Selbstmord in zwanzig Jahren endlich als sentimentales Musical durch den Fleischwolf drehen zu können.

    Madonna hat sich dieser infantilen Sehnsucht nach Liebe nie hingegeben. Eine junge Frau, die Anfang der Achtziger in New York als Tänzerin und Sängerin Erfolg haben wollte, konnte es sich nicht leisten, dermaßen naiv zu bleiben. Sie weiss, was Männer wünschen und wenn sie sich schon regelmäßig ausziehen mussste, dann auch, weil sie dadurch mehr Kontrolle und Macht über Männer bekommen konnte. Madonna verführt auf hohem Niveau, wird inzwischen hochbezahlt und leitet ihren eigenen Konzern, wie das für eine Kurtisane angemessen ist. Wenn sie eine potentielle Schwachstelle entdeckt, wird diese konsequent ausgebrannt. Schwache Stimme - Madonna nimmt Gesangsunterricht und singt Evita. Oberflächliche Hupfdohle - sie liebt einen schwarzen Jesus im Video und wird zensiert. Eiskalte Powerfrau - Madonna heiratet eine Familie und adoptiert halb Afrika im Herzen. Unumgänglich (doch keine Gottheit?), das Alter - Madonnas Tempel wird eine leistungsfähige Power Yoga Maschine.

    Wenn sie die Maskerade der Edelhure braucht, um im Geschäft zu bleiben, dann benutzt sie diese selbstverständlich. Fährt die Kundschaft wieder mal auf esoterischen Budenzauber und "Authentizität" ab, dann bemalt sie sich die Hände mit Henna, bekommt ein eheliches Kind und verleiht dem Spektakel höhere Weihen. Sie erfindet die Dinge nicht originär, sondern erspürt den Puls, nimmt ihn in sich auf und gestaltet die Dinge so um - expresses herself, dass hinterher tatsächlich alle Welt glaubt, sie persönlich hätte das Vogueing erfunden. Es darf halt nur nichts danebengehen, kein Mann (außer vielleicht Guy Ritchie) will nämlich dabei zusehen, wie Madonna wirklich alt wird oder morgens aus dem Bett steigt. Wohlgemerkt, auch kein schwuler Mann, es sei denn - aus Schadenfreude. Geteiltes Leid...usw. Dabei ist es nicht bloß eine Frage der Kosmetik, Cher hat uns allen bewiesen, dass Schönheit mehr eine Frage des richtigen Chirurgen, denn des ausgiebigen Wassergenusses und der inneren Werte à la Iris Berben ist. Alt mehr im Sinne von: Du bringt es einfach nicht mehr so wie früher. Du wirkst zu angestrengt. Das kommt übrigens kurz vor verzweifelt. Total Unsouverän. Du bist doch keine alternde Nutte, Du bist eine Königin!! (oh, Mann...)

    Aber auch dieses Dilemma hat sie schon längst selbst besungen und im Video dokumentiert, siehe American Life Album. Britney hat die Weihe durch die Göttin des Pop gar nicht gut verkraftet, anstatt einer Muse hat sie wohl gedanklich den Teufel geküsst. Dumm gelaufen. Ich bin mir sicher, Madonna tut es noch heute aufrichtig leid, dieses einst so hoffnungsvolle Talent dermaßen falsch eingeschätzt zu haben.

    Happy Birthday Bitch is okay, but I think we can do better than that:

    "Long live the Queen Bitch."
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#7 Tufir
  • 19.08.2008, 11:14h
  • Antwort auf #6 von JacNsak
  • "Madonna mit Britney gleichzusetzen, ist als würde jemand das Aufbrühen von Nescafé mit einer japanischen Teezeremonie vergleichen, bloß weil beides auf ein heisses Getränk hinausläuft. "
    In Madonnas Fall waren die letzten beiden Alben allerdings recht dünner Instant-Zitronentee der billigeren Sorte. Ich stimme dir zu, dass sie sich aus dem Hupfdohlental geschickt befreit hatte, aber leider ist sie in das gleiche auch wieder hinabgestiegen. Als sie mit American Life Flagge bekennen konnte, hat sie gekniffen und lieber vor Flaggen gesungen und getanzt, als ein Statement gegen den Irakkrieg zu liefern. Seitdem ruht sie sich leider auf dem immergleichen Schlampenimage aus. Sie ist ein Beispiel dafür, warum man Künstlern auf dem Höhepunkt ihrer Karriere einen tödlichen Unfall wünschen kann: am Ende sieht es einfach besser aus.
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#8 JacNsakEhemaliges Profil
  • 20.08.2008, 02:51h
  • Antwort auf #7 von Tufir
  • Im tiefen Tal der Superhupfdohlen?

    Die Beantwortung der Frage, ob James Dean, Grace Kelly, Kurt Cobain, River Phoenix, Brandon Lee, Lady Diana oder Heath Ledger nach ihrem Tod besser aussehen, überlasse ich Photoshop, den Musical Produzenten und der GayRomeo Sexytest Bewertung. Have a nice day.
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#9 MuttiAnonym