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In Kalifornien haben die Eltern eines aus Homophobie von einem Mitschüler ermordeten 15-Jährigen die Schule verklagt, weil diese dem Jugendlichen gestattet hatte, Schminke und weibliche Kleider zu tragen.

Die Eltern von Lawrence King argumentieren, dass ihr Sohn nie ermordet worden wäre, wenn die Junior High School in Oxnard das Kind gezwungen hätten, sich wie ein Junge seines Alters zu kleiden. Das sei die Pflicht der Lehranstalt, heißt es in der Klageschrift. Schließlich sei bekannt gewesen, dass King in der Schule, auf die viele Kinder aus sozial schwachen Familien gehen, ständigen Hänseleien ausgesetzt gewesen sei. Die Schule verklagten sie auf einen "nicht festgelegten Betrag" - nach der amerikanischen Rechtsprechung könnten die Eltern Schadensersatz in Millionenhöhe erhalten.

King war am 12. Februar diesen Jahres von seinem damals 14 Jahre alten Mitschüler Brandon M. in einem Klassenzimmer vor den Augen von 20 anderen Kindern erschossen worden Der Täter hatten offenbar nicht verkraften können, dass King ihm beichtete, sich in ihn verliebt zu haben.

M. wird wegen der Schwere der Tat als Erwachsener angeklagt. Ihm drohen bei einer Verurteilung 51 Jahre ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung - damit könnte der Teenager erst im Rentenalter das Gefängnis verlassen. Selbst Homo-Gruppen hatten sich dafür eingesetzt, dass in diesem Fall Resozialisierung besser wäre als quasi unbefristetes Wegsperren (queer.de berichtete).

Auch M.s Anwalt griff die Schule scharf an: Sie habe sich zwar dem Opfer gegenüber tolerant gezeigt, indem sie King gewähren ließ. Allerdings habe sie anderen Kindern keine Toleranz-Leitlinien gegeben. Da M. aus einer kaputten Familie kommt - seine Mutter war drogenabhängig und sein Vater wegen Körperverletzung im Gefängnis - habe er diese Toleranz nicht zu Hause gelernt. (dk)



10 Kommentare

#1 Tufir
  • 18.08.2008, 19:32h
  • Als nächstes wird die Schule dafür verklagt, dass einer ihrer Schüler schwul werden konnte. Erstaunlich wie wenig die Leute mal in der Lage sind, selber Verantwortung zu übernehmen und in so einem Falle nicht jemand anderen zu suchen. Eine Schule dient der Bildung und nicht der Erziehung. Wenn Eltern nicht in der Lage sind, ihre Kinder selbst zu erziehen, sollen sie halt keine haben oder sie abgeben. Wenn man sein eigenes Kind nicht aus Mädchenklamotten raushalten kann, darf man doch nicht erwarten, dass das jemand anderes übernimmt, bzw. dass die Schule überhaupt in der Lage ist, eine Provokation von einer Veranlagung zu unterscheiden.
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#2 ThommenAnonym
  • 18.08.2008, 22:45h
  • Es ist die gleiche Art von "heterosexuellem Unvermögen" die Welt zu verstehen, wie der Anspruch, sexuelle Übergriffe auf Söhne und Töchter mit Geld entschädigen zu lassen und sie damit grad noch zu Prostituierten zu machen...
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#3 IchAnonym
  • 18.08.2008, 22:58h
  • Amerika...sie sind halt alle verrückt da.... Die Schule verklagen, weil die einem Jungen erlaubt haben seine Persönlichkeit frei zu entfalten??? Hätte die Schule das nicht getan, dann hätte man die bestimmt genau deswegen verklagt...

    und dann einen 15 jährigen als Erwachsenen anklagen un d womöglich 30-40 Jahre einsperren in einen Erwachsenenknast. geht es noch perverser???
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#4 xyAnonym
  • 18.08.2008, 23:08h
  • Selbstverständlich hätten die Eltern die Schule auch verklagt, wenn diese es ihrem Sohn verboten hätte, Schminke und weibliche Kleider zu tragen.

    Dieser Blödsinn ist in Amerika ja Volkssport und das Schlimme daran: Oft genug kommt man damit durch. Natürlich geht es dabei in erster Linie bloß darum, ordentlich Kohle zu kassieren und möglicherweise das eigene Gewissen zu beruhigen.

    Die Folge jedoch ist eine Aushöhlung der Demokratie. Wer z.B. zu doof ist, zu wissen, daß rauchen ungesund ist, und dann, nachdem er fünfzig Jahre fröhlich gequalmt hat, den Zigarettenhersteller erfolgreich abzocken kann (natürlich unter dem üblichen "Ich bin ein armes Opfer"-Gejaule, das in den Medien immer so gut kommt), der sollte wegen seiner galoppierenden Dummheit auch nicht wählen dürfen.

    Leider reißt diese Strategie der Selbstentmündigung auch hierzulande immer weiter ein, wie an dem ewigen Gekräh von Polittanten wie Renate Künast zu sehen, die dauend fordert, auf die Kartoffelchipstüten zu schreiben, daß Kartoffelchips ungesund sind. Ach nee, das heißt bei der Dame ja "Ampel". Daß manche Lebensmittel in gewissen Mengen gesund, in falschen aber ungesund sind, scheint der großen Expertin und ihren "FreundInnEn" noch niemand gesagt zu haben. In Amerika könnte ich sie dafür bereits verklagen, wenn ich mir bspw. eine Beta-Karotin-Vergiftung zugezogen hätte.
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#5 SmartiSaar
  • 18.08.2008, 23:21h
  • Antwort auf #1 von Tufir
  • Sorry aber was die Erziehugn angeht bist da ein bischen auf dem Holzweg. Klar liegt der Hauptteil der Erziehung bei den Eltern aber auch die Schule ist mit für die Erziehung in unserer Geselschaft verantwortlich wenn auch nur zu einem eher geringeren Teil.

    Abgesehen davon denke ich die Schule war mit der Situation einfach überfordert und ist deswegen einfach untätig geblieben. Leider!!!
    Wahrscheinlich hätte das ganze anders ausgehen können hätte man sich mit den betroffenen Jugendlichen frühzeitig auseinadergesetzt und aufklärende Gespräche geführt.
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 19.08.2008, 10:23h
  • Antwort auf #5 von SmartiSaar
  • Aus entwicklungspsychologischer Sicht haben Eltern im Pubertätsalter schon so gut wie keinen erzieherischen Einfluss mehr auf ihre Kinder.

    Außerdem ist es in unserer Gesellschaft schon ab der früheren Kindheit nicht das Elternhaus, sondern es sind die sozialen Gruppen außerhalb des Elternhauses, die den größten Einfluss auf die Sozialisierung und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen haben.

    Und damit ergibt sich auch eine besondere Notwendigkeit und Verantwortung, in unserem gesellschaftlichen Erziehungs- und Bildungssystem aktiv gegen jede Form der Xenophobie vorzugehen. Bildung und Erziehung gehören hier untrennbar zusammen, wenn "Bildung" nicht nur das Trimmen auf eine bestimmte Wirtschaftslogik, sondern vor allem eine freie Entfaltung der Persönlichkeit in Respekt vor und gemeinsam mit anderen bedeuten soll.
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#7 Tufir
  • 19.08.2008, 11:29h
  • Antwort auf #5 von SmartiSaar
  • "Klar liegt der Hauptteil der Erziehung bei den Eltern aber auch die Schule ist mit für die Erziehung in unserer Geselschaft verantwortlich"

    In diesem Fall ist die Forderung leider, dass die Schule diesen Hauptteil übernimmt. Die Schule muss natürlich alles tun, was sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten hinkriegen kann - sie setzt die Regeln für das Zusammenleben der Schüler mehr als sechs Stunden am Tag. Aber wenn man dazu übergeht, die Bildungsfunktion der Schulen als sekundär zu betrachten, leiden darunter vor allem die Kinder der Eltern, die noch in der Lage sind, ihre Kinder selbst zu erziehen, weil sie den ganzen Vormittag herumsitzen müssen, ohne einen Nutzen davon zu haben, am liebsten noch den ganzen Tag, weil man ja sozialistische Erziehungsansalten aus den Schulen machen möchte.

    Aufklärende Gespräche lassen sich sicherlich auch in den Pausen klären, wo man das Zusammenleben der Schüler sicherlich auch besser beurteilen kann. Das wäre wünschenswert - aber dass unfähige Eltern diese Forderung stellen dürfen und sich damit aus der Verantwortung stehlen können ist lächerlich.
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#8 Tufir
  • 19.08.2008, 13:23h
  • Oh, und damit hier niemand etwas durcheinanderbringt: Bildung bedeutet natürlich humanistische Bildung - also nicht nur Mathematiker für zukünftige Ingenieursstudiengänge ranzuziehen, sondern auch Kunst und Musikunterricht, so wie Literatur, Ethik und andere "unsachliche" Diziplinen.
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#9 AmiInBerlinProfil
  • 19.08.2008, 19:04hBerlin
  • Ah, since I'm from the US, living in Germany for 8 years and fully capable of understanding this article and the associated comments, I'm taking the liberty of writing in English...

    As someone wrote, "they're all crazy there"! No, we're not ALL crazy: some of us have chosen to live outside of the US, especially during these 8 years of Bush's reign. But, the truth is, many in the US (and from the US) find that such lawsuits are ridiculous. We do believe in personal and parental responsibility, and find it difficult to believe that someone would want to hold the school responsible for preventing a child from wear clothes of the opposite gender -- didn't that child get dressed at home, presumably under the watchful eyes of the parent(s)?

    And, having served as the foreman of a jury in a liability lawsuit, I successfully sought to raise my voice to keep the award to a reasonable amount -- not the millions spoken of in the article. But, lawyers, in effect, rule the land in such regards, and they seek damage awards of ridiculous amounts so that their fee (typically expenses plus a high portion of the award) keeps them driving their Mercedes and BMW's...
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#10 xyAnonym
  • 19.08.2008, 21:34h
  • Antwort auf #9 von AmiInBerlin
  • Gerade als Deutscher weiß man natürlich, daß nie ALLE durchgedreht sind. Man weiß allerdings auch, daß ALLE in Haftung genommen werden für den Blödsinn, den die Mehrheit (oder die, die das Sagen haben) verzapft.

    Allerdings sind die USA nach wie vor keine Diktatur. Es stellt sich deshalb natürlich die Frage, warum offenbar zumindest die Mehrheit der zu Wahlen und Abstimmungen (die USA haben ja ein Ausmaß an direkter Demokratie, von dem wir in Deutschland nur träumen können) gehenden Amerikaner immer wieder auf dieselbe dämliche Propaganda hereinfällt. Oder ausgiebig ein offenbar kaputtes politisches System beklagt, insbesondere das Zwei-Parteien-System, sich aber nicht dazu durchringen kann, es dann eben mal mit einer dritten, vierten, fünften Partei zu versuchen, wenigstens erst einmal auf lokaler oder regionaler Ebene. Von dem offenkundig außer Rand und Band geratenen Justizsystem ganz zu schweigen.

    Generell steht man daher verblüfft wie erschüttert vor dem, was sich abspielt: Auch genügend Amerikaner erkennen den auf vielen Gebieten immer schneller voranschreitenden Niedergang ihres Landes, und über die Probleme, ihre Ursachen und Lösungsmöglichkeiten ist hinreichend geredet werden. Aber es scheint unmöglich, etwas zu unternehmen. Und das, was getan wird, um den Verfall aufzuhalten (wie die Politik von Bush und Konsorten), beschleunigt ihn noch. So wird das Schicksal der USA immer mehr zu einer Geschichte à la "Buddenbrooks".
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