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Der jamaikanische Reggae-Sänger Beenie Man tritt ab Dienstagabend in Deutschland auf – der Veranstalter in Berlin teilte mit, Beenie Man habe eine Vereinbarung unterzeichnet, in der er sich gegen Homophobie ausspricht.

Beenie Man gibt um 21 Uhr im Berliner Keselhaus der Kulturbrauerei ein Konzert. Auf Initiative des Kesselhauses unterzeichnete der Künstler den "Reggae Compassionate Act 2". Darin verpflichtet er sich, nicht zur Gewalt gegen Lesben und Schwule aufzurufen.

"Die Vereinbarung ist, sofern sie vom Interpreten ernst genommen wird, ein erster Schritt in die richtige Richtung", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Ohne die Unterschrift unter diese Vereinbarung hätte das Kesselhaus das Konzert abgesagt, so der Veranstalter". Allerdings weist der LSVD darauf hin, dass die Erfahrungen mit Beenie Man nicht gut sind: So hat der Künstler bereits im vergangenen Jahr den "Reggae Compassionate Act 1" in London unterzeichnet, seine Unterschrift dann aber in der jamaikanischen Presse widerrufen (queer.de berichtete). "Ich werde das nie unterschreiben", hatte der Interpret damals im "Jamaica Observer" erklärt.

Beenie Man hat unter in seinen Songs "Damn" und "Bad Man Chi Chi Man" zum Mord an Schwulen aufgerufen. Seinen Hass begründete er 2006 in einem Interview mit seinem Glauben: "Ich bin Rastafarian - und ich glaube an die Bibel. Ich weiß, dass - wenn ein Mann mit einem anderen Mann schläft - Leben aufhört zu existieren, weil sich Männer nicht vermehren können."

Letzten Monat sorgte die Konzert-Absage des Reggae-Sängers Sizzla für Aufregung (queer.de berichtete). Er wollte beim "Chiemsee Reggae Summer" auftreten, das vom 22. bis 24. August stattfindet. Allerdings wurde sein Name von der Bundesregierung ins Schengener Informationssystem (SIS) gestellt. Damit ist er im Schengen-Raum unerwünscht. Bereits Ende Mai wurde er deshalb aus Spanien ausgewiesen (queer.de berichtete). (dk)



23 Kommentare

#1 Tufir
  • 19.08.2008, 16:58h
  • Ob die Unterschrift auf dem "Reggae Compassionate Act 3" dann auch noch was wert ist? Für den Veranstalter wird es sicher reichen.
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#2 KonstantinEhemaliges Profil
  • 19.08.2008, 17:05h
  • "Beenie Man habe eine Vereinbarung unterzeichnet, in der er sich gegen Homophobie ausspricht."

    Diese Unterschrift ist nicht das Papier wert auf dem sie steht! Ich verstehe nicht, dass sich immer noch Leute (ja, auch der LSVD) von diesem homophoben Arschloch für dumm verkaufen lassen!
    Aber: Wenn er angeblich im SIS unerwünscht ist, wie will er dann nach Berlin kommen? Oder hat er sich durch die Unterschrift zur Einreise qualifiziert?

    (p.s.: Zweiter Absatz erste Zeile fehlt ein "S" bei Kesselhaus!)
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#3 MarekAnonym
  • 19.08.2008, 17:06h
  • Ich fass es nicht:
    in der Vergangenheit haben wir doch immer wieder gesehen, dass die das blaue vom Himmel versprechen um ihre Einnahmen nicht zu gefährden, sich aber nicht daran halten.

    Da geht es nur um Geld und die Veranstalter reihen sich da ein.

    Also muss die Politik und die Justiz aktiv werden. Und vor allem wir müssen aktiv werden!!!
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#4 JacNsakEhemaliges Profil
  • 19.08.2008, 19:03h
  • Antwort auf #3 von Marek
  • Tja, das ist wohl ein bisschen spät jetzt.

    Die Information hätte man vielleicht mal zwei, drei Tage vorher gebraucht, um rechtzeitig etwas organisieren zu können, bzw. um das hoch verkiffte Publikum mal dezent darauf aufmerksam zu machen, wie verachtenswert Lesben und Schwule in Jamaica behandelt werden, dank solcher Tölen wie Beenie Man.

    Und vielleicht sollte man nicht immer alles den Berufsschwulen vom LSVD überlassen. Deren Anzeigen und demonstratives Papiergeraschel holen nämlich niemanden mehr aus dem Koma zurück.

    Wenn ich diesen diplomatischen Mist schon wieder lese...appeasement at its worst. Als wenn der Typ sich ernsthaft für irgendeinen Zettel interessiert, den er halt pro forma unterschreiben muss, damit er überhaupt auftreten darf. Der wischt sich mit solchen Erkärungen den Hintern ab. Ist ja auch viel risikoloser über Christoph Daum den Bann zu verhängen bis er zu Kreuze kriecht oder sich hysterisch über Snickers Werbung zu beschweren - vielleicht mal die Perspektiven wieder gerade rücken?

    Wenn ein us-amerikanischer Neonazi, der permanent durch seine rassistischen Reden und Holocaust Leugnungen aufgefallen ist, versuchen würde hier öffentlich aufzutreten, würde man keinen Pfifferling auf derartige Unterschriften geben. Gruppen wie "Prussian Blue" dürften hier nicht auftreten, ohne dass ein medialer Großalarm stattfindet. Irgendwie fehlt da noch ein Bit in der Wahrnehmung.
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#5 InfernoProfil
  • 19.08.2008, 19:14hBerlin
  • Ich bin ja regelmäßig überrascht, mit welchen geistigen Ergüssen diese zurückgebliebenen "Künstler", von fernab der Zivilisation, uns behelligen.

    Dieser Satz, des geschätzten Volksverhetzers:
    "Ich weiß, dass - wenn ein Mann mit einem anderen Mann schläft - Leben aufhört zu existieren [...]"

    ...Wirft ja die gesamte westliche (Jamaika mal stark ausgeklammert) Wissenschaft um Jahre zurück.
    Schwuler Sex (Wohl gemerkt, nicht lesbischer(!)) "tötet" also leben. Bezaubernd, einfach bezaubernd! Auf was spielt er wohl an? Auf die Abertausenden Spermien die drauf gehen? Sollte dem so sein, müsste man wohl jeden Mann als Massenmörder vor Gericht stellen, verüben doch die meisten von uns tagtäglich grausamste Massaker an unseren Spermien....

    Vielleicht spielt er aber auch darauf an, dass kein neues Leben entsteht, wenn zwei Männer Sex haben...? Nunja, sollte man das Nichtzeugen von Kindern als Maßstab für Mord heranziehen, müsste man wohl jeden Kondomverkäufer der "Beihilfe" anklagen....

    Ich denke jedoch, die wahrscheinlichste Möglichkeit wird wohl sein, dass dieser "Künstler" schlicht und ergreifend ein Idiot mit der Bildung eines Grundschulabbrechers ist...

    Aber er hat ja nun diesen Wisch unterschrieben, alle atmen auf obwohl eigentlich jeder weiß, dass man sich damit bestenfalls noch den Hintern abwischen könnte, zu mehr ist es nämlich nicht zu gebrauchen.
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#6 antos
  • 19.08.2008, 20:08h
  • Antwort auf #5 von Inferno
  • "Auf was spielt er wohl an? Auf die Abertausenden Spermien die drauf gehen? Sollte dem so sein, müsste man wohl jeden Mann als Massenmörder vor Gericht stellen, verüben doch die meisten von uns tagtäglich grausamste Massaker an unseren Spermien...."

    Randbemerkung: Das kommt einer spätestens seit dem 18. Jahrhundert herrschenden jüdisch-christlichen Sichtweise schon ziemlich nahe. Die Verdammung von Mann-Mann-Sex [Homosexualität "gab" es nicht] wurde enggeführt mit der moralisch verwerflichen Handlung des Samen-Vergeudens. Biblische Referenzfigur ist Onan [1. Mose], der - statt die Witwe seines verstorbenen Bruders zu schwängern - seinen wertvollen Samen "zur Erde fallen ließ". Koitus interruptus: Mord an einer möglichen Nachfolgelinie. Gott fand das so scheiße, dass er Onan sterben ließ.
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#7 Tufir
  • 19.08.2008, 20:42h
  • Antwort auf #6 von antos
  • Wenn man eine Eizelle hat und wasweißichwievieltausend Spermien - geht da nicht auch auf heterosexuelle Art etwas daneben? Vielleicht sind Heteromänner ja sparsamer oder so - hat da jemand Erfahrungswerte?
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#8 hwAnonym
  • 19.08.2008, 21:04h
  • Antwort auf #6 von antos
  • da hätte sich doch auch eine lösung finden lassen ?

    "Wie das jüdische Volk erfunden wurde
    Erkenntnisse, die nicht in eine lineare Wahrnehmung der Vergangenheit passen
    von Schlomo Sand
    Schlomo Sand ist Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv. Sein jüngstes Buch "Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?" liegt auf Hebräisch vor (Tel Aviv, Resling, 2008) und erscheint im September auf Französisch (Paris, Fayard)."

    www.monde-diplomatique.de/pm/2008/08/08/a0028.text
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#9 SmartiSaar
  • 19.08.2008, 21:24h
  • Hier wäre die Bundesregierung bzw. die Bundesjustiz gefragt bei Sizzla hats ja auch geklappt. Allerdings wäre es dafür nötig gewesen über diesen Termin früher bescheid zu wissen damit man ihn im SIS hätte erfassen können uns so die Einreise unmöglich gewesen wäre.

    Allerdings verstehe ich auch nicht warum für diese Hass-Sänger nicht ein generelles Einreiseverbot verhängt wird. Das wäre doch die einfachste Lösung.

    Schließlich gilt immer noch wer Hass gegen Schwule verbreitet darf hier nicht auch noch Geld mit seinen Hirnlosen Ergüssen verdienen. Auch wenn er sich hier vielleicht zurück hält (was ja noch abzuwarten bleibt) hetzt er anderen Orts weiter.
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#10 Tim_ChrisProfil
  • 19.08.2008, 21:25hBremen
  • Antwort auf #7 von Tufir
  • Davon ausgehend dass von Milliarden Spermien die normalerweise so im gebrauchsfertigen Ejakulat schwimmen sollen nur eine einzige das Ei erobert, die Chance überhaupt auf ein solches Ei zu treffen an vielleicht gerade mal 2 bis 4 Tagen besteht und nicht mal Heten nur einmal im Monat ficken...
    Ob eine Anzeige wegen Völkermord hier wohl Sinn machen würde...
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