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Ein katholischer Dekan des Bistums Limburg (Hessen) ist von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst abberufen worden, weil er ein schwules Paar gesegnet hatte.

Der Bischof betonte, dass jeder Gläubige verpflichtet sei, "gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften Einspruch zu erheben". Darum dürfte die katholische Kirche keine Eingetragenen Lebenspartner segnen.

Homo-Paare nicht im "Plan Gottes"

Das Bistum erklärte, es gebe "keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen". Das sei auch nicht "im weiteren Sinn" möglich.

Der "Fall" ereignete sich am Freitag: Bezirksdekan Peter Kollas hatte im Wetzlaer Dom öffentlich ein schwules Paar gesegnet. Das Paar hatte sich zuvor im Standesamt von Wetzlar verpartnert. Nach der Segnung, die vor 150 Personen – darunter auch einem evangelischen Geistlichen – durchgeführt wurde, habe es nach Darstellung des Bistums "Proteste und Irritationen" gegeben. Diese seien nicht nur von Katholiken, sondern auch von Protestanten ausgegangen. Daraufhin habe sich der geschasste 55-jährige Dekan "einsichtig" gezeigt. "Er habe solche Segenshandlungen für eingetragene Lebenspartnerschaften zuvor nie vorgenommen und werde dies auch in Zukunft nicht mehr tun", so das Bistum.

"Wir segnen Pferde, Autos, Devotionalien"

Homo-Gruppen und die Grünen zeigten sich empört über die harsche Reaktion der katholischen Obrigkeit: "Wir segnen Pferde, Autos, Devotionalien. Warum sollen wir dann nicht auch die Liebe zweier Menschen segnen", erklärte Reinhard Thole, Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU). "Wenn zwei Menschen von der Kirche einen Segen erbitten, hat die Kirche nicht das Recht, diesen Segen zu verweigern", so Thole.

Der Lesben- und Schwulenverband nannte die Suspendierung scheinheilig. Sie zeuge von einer "unerbittlichen Unversöhnlichkeit gegenüber homosexuellen Menschen", erklärte LSVD-Sprecher Axel Hochrein.

"Schwer verärgert und tief enttäuscht" äußerte sich Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion. "Die Entscheidung ist ein Dokument pharisaerhafter Bigotterie und der Unbarmherzigkeit gegenüber homosexuellen Christen", so Beck. Er erinnerte die Handelnden an einen Vers im biblischen Korintherbrief: "Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

In der katholischen Kirche ist ein Dekan der Chef von Priestern eines Bezirkes. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

53 Kommentare

#1 Krzyszek
  • 20.08.2008, 14:22h
  • Der Bischof von Limburg sollte doch eigentlich froh sein, dass die beiden Frisch-Verpartnerten, die von dem Dekan gesegnet wurden, nicht schon wie so viele andere schwule Katholiken aus der Kirche ausgetreten sind. Aber bis sich in den Betonköpfen der Kirchen-Oberen etwas ändert und sie die Lehre Christi verstehen, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Reinhard Thole hat völlig Recht: Die Kirche segnet alles Mögliche - in unseligen Zeiten sogar Waffen - warum dann nicht auch die Liebe zweier Menschen, die dem gleichen Geschlecht angehören. Wem schadet eigentlich ein solcher Segen?
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#2 RabaukeAnonym
  • 20.08.2008, 14:31h
  • Ein weiterer Beweis, daß diese Katholische Kirche abgeschafft wird. Abgeschafft durch Austritt!!! Gerade dieser Bischofdingsta...........dem steht doch "Trümmerlotte" in die Augen geschrieben! Wie war das mit " Die am lautesten schreien...". Biederer Haufen. Liebe kath. Kirche! Ihr KOTZT mich an!!!!
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#3 Krzyszek
#4 333-half evilAnonym
#5 VolumeProProfil
  • 20.08.2008, 14:57hMönchengladbach
  • Die Kirche schlängelt sich bei ihrer Ablehnung der Homosexualität immer wieder an der Volksverhetzung vorbei.

    Irgendwie hoffe ich, dass sich ein Offizieller der Katholischen Kirche mal etwas im Ton vergreift und so den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

    Ich wäre dafür, dass man die Katholische Kirche einfach mal verklagt, denn immerhin verbietet § 19 Absatz 1 Nr. 1 AGG die Diskriminierung beim Eingehen eines zivilrechtlichen Schuldverhältnisses im Massengeschäft. Das Schließen von kirchlichen Ehen ist zivilrechtlich, denn man muss dafür ja eine Gebühr bezahlen und schließt damit einen Dienstvertrag mit der Kirche auf Gestaltung der Zeremonie. Auch ist es Massengeschäft, denn es werden ja pro Tag mehrere hunderte kirchliche Ehen geschlossen.
    Ebenso kommt die Ausnahme nach § 20 Absatz 1. Nr. 4 nicht in Betracht, da das Nichteingehen auf die Anbahnung des Dienstvertrages nicht auf der Religion eines Menschen beruht.
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#6 gatopardo
  • 20.08.2008, 15:01h
  • Verstehe nicht ganz, wie man sich dieser offiziellen Kirche als Schwuler auch noch wegen eines überflüssigen Segens anvertrauen kann, der ja sowieso nicht zu diesem obskuren "Plan Gottes" gehört, den sie zu kennen behauptet. Eine standesamtliche Heirat dürfte doch in jedem Falle genügen und Religion und (Aber)glaube gehört ein für allemal strikt getrennt von Staat und dessen Institutionen.
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#7 GerdAnonym
  • 20.08.2008, 15:09h
  • Sehr bedauerlich, das mit Tebartz-van-Elst ein weiterer anscheinend sehr konservativer Mann an die Spitze des Bistums von Limburg berufen wurde. Sein Vorgänger Kamphaus galt als wesentlich liberaler. Aber das hat bekanntlich System seit vielen Jahren, dass auf die Bischöfsstühle vom Vatikan nur sehr konservative Personen berufen werden (siehe beispielsweise auch Meissner, den die Kirchengremien in Köln nicht haben wollten).

    Sehr löblich, wie Peter Kollas die Segnung durchgeführt hat und dies zeigt, dass an der Basis durchaus viele katholische Priester anders denken und durchaus bereit sind, homosexuelle Paare, die zum Standesamt gehen, einen Segnungsgottesdienst zu ermöglichen.

    Aber da bekanntlich an der katholischen Kirchenspitze Mittelalter herrscht und dort auch nur Personen nach oben gelangen, die sich ebenso mittelalterlich öffentlich geben, wird sich dort nichts ändern.

    Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele junge Katholiken seit Jahren in westlichen Industriestaaten aus der katholischen Kirche austreten und zu einer moderneren, christlichen Kirche übertreten oder gleich ganz austreten oder sich liberalere und menschlich ehrlichere Religionen suchen, wie den Buddhismus beispielsweise. Mittlerweile sind nur noch 30 Prozent der Deutschen in der katholischen Kirche Kirchenmitglied.
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#8 RabaukeAnonym
  • 20.08.2008, 16:19h
  • @ Gerd

    echt? Nur noch 30% der Deutschen in dieser kath. Kirche? Wusste ich noch gar nicht. Dennoch! 30 % sind 30% zu viel.
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#9 DURAL DELUXEAnonym
  • 20.08.2008, 16:22h
  • sexy typ auf dem bild, wie kann ich den kennenlernen bzw. mir für ein bombiges sexdate klarmachen? er hat sicher ein anonymes profil auf gayromeo, oder? du sahneschnittchen, du schreist ja geradezu danach, von mir vernascht zu werden! *lechzsabber*
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