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Die im südlichen Oregon lebenden Coquille-Indianer haben als erster Stamm die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet – was zu einem Konflikt mit dem Bundesrecht führen könnte.

Da der Stamm Autonomierechte besitzt, gilt die Verfassung von Oregon im Reservat nicht – diese untersagt die gleichgeschlechtliche Ehe. Nach Angaben des Indianer-Experten Brian Gilley von der Universität von Vermont sind die Coquilles der erste Stamm, der die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet hat. Traditionell seien die Indianer gleichgeschlechtlicher Liebe offen gegenüber gestanden, seien dann aber von der homofeindlichen Haltung der europäischen Einwanderer beeinflusst worden, so Gilley. Mehrere Stämme, wie die Navajo und die Cherokee, haben in ihrem Territorium in den letzten Jahren die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren verboten (queer.de berichtete).

Das Gesetz der Coquilles soll erst im nächsten Jahr in Kraft treten, wenn Gesetze für Scheidungen und für das Sorgerecht von Kindern verabschiedet worden sind, erläutert ein Stammessprecher.

Die Ehe-Öffnung kann nun zu einem Konflikt mit Washington führen: Da die Coquilles ein autonomer Bestandteil der Vereinigten Staaten sind, haben sich beide Seiten verpflichtet, eingegangene Verträge gegenseitig anzuerkennen. Dazu zählen auch Eheschließungen. Seit 1996 gilt in den USA jedoch das "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" ("Defense of Marriage Act"), das es dem Bund erlaubt, gleichgeschlechtliche Ehen – die etwa in Massachusetts und Kalifornien geschlossen worden sind – nicht anzuerkennen. Die Indianer-Reservate genießen aber einen besonderen Status, der es ihnen erlaubt, autonome Entscheidungen zu treffen. Die stellvertretende Stammesanwältin Melissa Cribbins erklärte, dass Washington dem gleichgeschlechtlichen Coquilles-Paaren Mittel nicht vorenthalten dürfe, die es verschiedengeschlechtlichen Paaren zusichert.

"Die Ureinwohner Nordamerikas sind sehr sensibel, wenn es um Diskriminierung jeder Art geht", sagte Häuptling Ken Tanner. "In unserem Stamm wollen wir erreichen, dass jeder sich in die Situation des anderen einfühlt und so lernt, unsere Verschiedenheit zu respektieren. Nur so werden wir eine starke Gemeinschaft".

Die Politik gegenüber den Indianern ist in den USA in den letzten Jahrzehnten sehr widersprüchlich gewesen, so dass die meisten Ureinwohner in Armut leben. Allerdings haben manche Stämme Vorteile aus ihrem Autonomie-Status gezogen, indem sie beispielsweise Spielbanken in Reservaten eröffnet haben, obwohl Glücksspiel in den meisten Bundesstaaten verboten ist. (dk)



10 Kommentare

#1 SmartiSaar
  • 21.08.2008, 19:29h
  • "Die Ureinwohner Nordamerikas sind sehr sensibel, wenn es um Diskriminierung jeder Art geht", sagte Häuptling Ken Tanner. "In unserem Stamm wollen wir erreichen, dass jeder sich in die Situation des anderen einfühlt und so lernt, unsere Verschiedenheit zu respektieren. Nur so werden wir eine starke Gemeinschaft".

    Ein weiser Mann dieser Häuptling, da könnte sich so manch einer ne Scheibe von abschneiden.
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#2 Tufir
  • 21.08.2008, 19:33h
  • Die Bebilderung des Artikels ist ja endgeil. Da hat Queer.de sich selbst übertroffen
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#3 hwAnonym
  • 21.08.2008, 19:51h
  • la berdache

    www.androphile.org/preview/Museum/New_World/img_Super/dance_
    to_berdacheSUP.jpg


    "...Coos and Coquelle Traditions...
    ..Berdaches (who performed an intermdeiate, alternative gender role) were often the shamanes or doctors; indeed, such male-females were known to function among the southern coastal tribes of oregon.."

    journal.oraltradition.org/files/articles/13i/11_wasson_and_t
    oelken.pdf.


    So etwas bringt Abrahamiten gleich zweimal zum Kotzen.
    Berdaches waren durch medizinisches Wissen an der
    Grenze von Leben und Tod, von Arbeit oder Krankheit
    und der Nachwuchsplanung. Volkswissen, das die Kirche in Europa mit Hexenverfolgung ausrottete, um sich zur alleinigen Herrin über Leben und Tod zu machen. Wer im Koster den "Zaubertrank bekam oder nur bebetet wurde, bestimmte sie.
    Man kann heute in Deutschland Staatsexamen ablegen mit dem Wissen um Empfängnisverhütung bei Mann und
    Frau bei allen "Naturvölkern".

    In gewisser Weise bleiben sich die Coquelles ihren
    Traditionen treu.
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 21.08.2008, 20:26hBremen
  • "In unserem Stamm wollen wir erreichen, dass jeder sich in die Situation des anderen einfühlt und so lernt, unsere Verschiedenheit zu respektieren. Nur so werden wir eine starke Gemeinschaft".

    Ich liebe diese Indianer. Sie sind so weise
    Von solchen Männern können die angeblich so intelligenten und zivilisierten Weißen noch eine ganze Menge lernen.
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#5 hwAnonym
#6 VolumeProProfil
  • 22.08.2008, 11:14hMönchengladbach
  • Dieser Vorgang beweist ja mal wieder, dass die Feindschaft gegenüber Homosexualität auf den Traditionen abrahamitischer Religionen beruht.

    Die Coquille haben meinen tiefen Respekt und ich bewundere deren Weisheit.

    Was ich mich jetzt frage ist, ob eine Eheschließung bei diesem Stamm erstens USA-weit und zweitens in Deutschland anerkannt wird.
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#7 predigerAnonym
  • 22.08.2008, 14:22h
  • ob "gleichgeschlechtliche" liebe in indianischen kulturen wirklich traditionell erlaubt war, wissen wir nicht. die sogenannten "berdache" oder, wie man heute sagt, "two-spirits" waren männer, die sich nicht als männer, sondern als drittes geschlecht begriffen, zu großen teilen kleidung und rollenverhalten von frauen annahmen und in dieser identität auch akzeptiert wurden. man muss sie eigentlich eher mit transsexuellen als mit homosexuellen in unserem heutigen sinne vergleichen.

    die voraussetzung für erlaubten sex, beziehungen und teilweise sogar offizielle ehen zwischen einem two-spirit und einem mann beruhte darauf, dass es sich eben NICHT um zwei männer im eigentlichen sinne handelte, sondern doch um verschiedene geschlechter: two-spirit und "normaler" mann.

    sex oder liebe zwischen zwei männern, die sich beide als männer begriffen, hätten vermutlich auch die meisten indianer früherer zeiten als unmoralisch oder abstoßend empfunden. so schön es ist, dass dort ein etwas größerer spielraum für sexuelle identitäten herrschte als in europa, so falsch ist es, unsere heutigen toleranzprobleme eins zu eins in eine idealisierte indianische vergangenheit zu projizieren.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 hwAnonym
  • 22.08.2008, 19:09h
  • Antwort auf #7 von prediger
  • das ist diesseits vollumfänglich bekannt.
    es war auch nicht ein beitrag zum
    kult des "edlen wilden", sei er nun
    "indianisch", "germanisch" oder
    "multi-manisch"(s. wünschetuh),
    sondern er ein beitrag zu
    entdecke die möglichkeiten,
    auch rückblickend.

    s.a.:
    "Ein Mann und seine Frau können während ihres Lebens viele Liebhaber haben, aber nie mehr als einen oder eine gleichzeitig. Sie können wählen, ob sie zusammen oder getrennt leben wollen. Wenn ein Mann und seine Frau beschließen, ihre Beziehung zu beenden, gibt es keine Verbitterung, Groll oder Skandale. Mosuo-Verbindungen basieren rein auf der Liebe und nicht auf dem Gesetz, der Religion, der Politik oder Sippentraditionen. Männer und Frauen respektieren die Gefühle und Eigenheiten des anderen und würden nie daran denken, den eigenen Willen dem oder der anderen aufzuzwingen. Ihre Beziehung dauert solange wie ihre Leidenschaft. Die Verweigerung einer Frau, ihren Mann ins Blumenhaus einzulassen, zeigt, dass ihre Verbindung zu Ende ist, wie auch das Aufhören der Besuche des Mannes bei der Frau. Jeder der beiden Partner kann offen einen neuen Liebhaber oder eine neue Liebhaberin wählen, wenn er oder sie will. Eine "gehende Ehe" kann von einigen Monaten bis zu einem ganzen Leben dauern."

    www.chinatoday.com.cn/chinaheute/2005n/d0512/4p1.htm

    ...asien-beringstraße-amerika....

    den antisemitsmus-aspekt bei karl may lassen wir mal
    weg, sonst kommt fred feuerstein mit seiner keule um die ecke haut auf die tomahawks und trifft wieder die falschen...

    lassen wir auch den unterbau weg, um den überbau zu beschauen....

    mögen die pfeile der liebe treffen...

    www.vskrems-lerchenfeld.ac.at/arbeitsmaterialien/cliparts/fa
    sching/indianer01.jpg
  • Antworten » | Direktlink »
#10 unbequemerAnonym