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Der offen schwule Goldmedaillen-Gewinner Matthew Mitcham feierte seinen Sieg mit Mutti und Freund Lachlan Fletcher.

Von Carsten Weidemann

Die amerikanische Community hatte es aufmerksam registriert. Der Fernsehsender NBC, der die Sportberichterstattung aus Peking federführend innehatte, erwähnte mit keiner Silbe, dass der australische Kunstspringer Matthew Mitcham schwul ist. Während die Kommentatoren bei sämtlichen anderen Athleten aus dem privaten Nähkästchen plauderten, Ehefrauen und Geliebte erwähnten, und sogar die Dreiecksbeziehung einer Sportlerin für berichtenswert hielten. Zwar hat das Privatleben der Sportler nichts mit ihren Leistungen zu tun, doch die Schere im Kopf der Journalisten war hier deutlich spürbar.

Matthew Mitcham hielt nichts davon ab, seinen Partner Lachlan Flechter, mit dem er seit zwei Jahren zusammen ist, ganz selbstverständlich in seine Freude über die Goldmedaille mit einzubeziehen. Nach der Siegerehrung nahm Matthew Lachlan in den Arm, beide vergossen ein paar Tränen. Und später im Interview nahm er nicht nur Mutti Vivien in den Arm, er kuschelte sich auch an die Schulter seines Freundes.

Wie die Journalistin Jessica Halloran, die Mitcham im Mai in der australischen Presse nebenbei geoutet hatte, berichtet, sei Flechter ein wichtiger stabilisierender Faktor im Leben des jetzt 20-Jährigen gewesen. Denn Matthew wollte den Sport hinschmeißen und aufgeben. "Es ging auf und ab bei ihm," erzählt Fletcher. "Als ich ihn das erste Mal traf, war er so unglücklich, er mochte das Kunstspringen in Brisbane nicht mehr, wollte dort nicht mehr sein." Aber nach einem halben Jahr Pause habe er begonnen, es wieder zu vermissen, und mit einem neuen Trainer fand er wieder Spaß daran. "Es ist großartig, ihn die ganze Zeit über glücklich zu sehen."

Mitcham hatte beim Sprung vom Zehn-Meter-Brett Gold und einen olympischen Punkte-Rekord geholt. Die australische Post will ihn mit einer Briefmarke ehren.



13 Kommentare

#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 26.08.2008, 13:23h
  • "Zwar hat das Privatleben der Sportler nichts mit ihren Leistungen zu tun, doch die Schere im Kopf der Journalisten war hier deutlich spürbar."

    Eben deshalb ist es wenig hilfreich, wenn wir selbst auch noch bei jeder (unpassenden) Gelegenheit betonen, dass es sich bei unserer sexuellen Identität und unserem beruflichen oder öffentlichen Leben um "völlig verschiedene Bereiche" handelt.

    Entweder man ist eine integrierte, komplette Persönlichkeit bei allem, was man tut, oder eben nicht. Keine Abgrenzungen oder Persönlichkeitsspaltungen erforderlich!
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#2 roterginsengEhemaliges Profil
#3 gerdAnonym
  • 26.08.2008, 14:09h
  • @Sascha

    Nein ich stimme Dir nicht zu. Beispielsweise ist es in China gegenwärtig sehr wichtig, dass dort offen homosexuelle Menschen in die Medien gelangen und wahrgenommen werden. Die Legalisierung dort liegt erst knapp zehn Jahre zurück und dort ist es noch ein langer Weg, bis dort Lebenspartnerschaften wie in Deutschland möglich sind.

    Es bedarf vieler homosexueller Gesichter in den Medien, wo der Leser weiß, dass diese Personen schwul/lesbisch sind. Dies hilft Akzeptanz für Homosexualität in der Gesellschaft zu erreichen.

    Und während dies mittlerweile in ausreichendem Maß bei Fernsehgrößen, Musikern, Schauspielern, Künstlern und Politikern geschieht, ist im Bereich Sport oder Wirtschaftsbosse durchaus noch Nachholfbedarf in den Medien. Natürlich kollidieren hier immer Schutz der Privatsphäre einzelner Personen mit Akzeptanzförderung durch Darstellung homosexueller Personen. Von Zwangsouting halte ich in diesem Zusammenhang aber nichts; das muß der einzelne Sporler/Unternehmenschef selbst entscheiden.

    Das Vorurteil, dass schwule Männer keinen Sport mögen/machen, muß in den Medien "immer wieder" im Laufe der Jahre widerlegt werden. Nichts ist dazu besser, als wenn schwule Spitzensportler sich offen zeigen und Ihre Beziehungen präsentieren, wie es andere Spitzensportler ebenso machen.

    Matthew Mitcham ist da ein Idealfall und er hat meine ganzen Sympathien.
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#4 Kalamari
  • 26.08.2008, 14:10h
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • Ich hab das so verstanden: NBC wollte nicht erwähnen, dass er schwul ist, weil sie nicht wollen, dass Leute sehen, dass nicht nur Heten gut im Sport sind.

    Oder irre ich mich da nun total ?
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#5 DURAL DELUXEAnonym
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 hwAnonym
  • 26.08.2008, 14:48h
  • Antwort auf #3 von gerd
  • "Die Legalisierung dort liegt erst knapp zehn Jahre..."

    wenn wir schon bei asien sind, kann man der israelischen community gratulieren.

    dieses jahr war der 20. jahrestag der abschaffung
    der strafbarkeit von homosexualität !!!
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#8 RabaukeAnonym
  • 26.08.2008, 17:36h
  • Coooolllllll!!!!!! Ich freue mich für die Drei. Denk dabei an den Film "Flashdance". Ende gut alles gut! Ich wünsch den Beiden alles Gute und hoffendlich bleiben sie zusammen. Gleich wenn man auch immer meint: "Wunder gibts nur im Märchen":)Alles, Gute!!!!!
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#9 gerdAnonym
  • 26.08.2008, 17:36h
  • Antwort auf #5 von DURAL DELUXE
  • Stimmt! Bei nochmaligen Lesens des Kommentares von Sascha ist dieser nicht unbedingt falsch; ist nur missverständlich geschrieben.

    Ansonsten gut das Mitcham so offen und ehrlich sich in den Medien zeigt. Und toll, das er so erfolgreich in Peking gewesen ist.

    Wenn ich dieses Paar so auf dem Bild betrachte, finde ich es super, das sich die Beiden gefunden haben.
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#10 AntichristProfil
  • 27.08.2008, 06:57hHH
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • @Sascha: "Entweder man ist eine integrierte, komplette Persönlichkeit bei allem, was man tut, oder eben nicht. Keine Abgrenzungen oder Persönlichkeitsspaltungen erforderlich!"
    Deine Persönlichkeitsspaltungen kannst du ihm nicht unterstellen. Noch offener und selbstverständlicher mit seiner Homosexualität umgehen kann man kaum. Es sei denn er würde es auf dem Sprungturm mit seinem Mann treiben, was sicher nicht mal du für angebracht halten dürftest.
    Er hat allerdings gelernt, Beruf- und Privatleben zu trennen, wie man das von einem intelligenten Menschen erwarten kann. Sein Privatleben, damit auch seine Homosexualität hat keinerlei Einfluss auf seinen Beruf, ebenso wenig wie sein Beruf Einfluss auf sein Privatleben, sowie seine Homosexualität hat. Er ist nicht schwul, weil er Turmspringer ist. Aber er ist auch nicht Turmspringer, weil er schwul ist. Er ist auch sicher kein besserer Lover weil er so wunderbar turmspringen kann, aber auch sicher kein besserer Turmspringer weil er schwul ist.
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