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Gegner der Homo-Ehe wollen im US-Bundesstaat Massachusetts mit einem Referendum ein Gesetz wiederbeleben, das einst interrasssische Ehen beschränkte und nun gleichgeschlechtliche Eheschließungen behindern soll.

Die demokratische Generalanwältin Martha Coakley erklärte, dass sie wegen der in der Verfassung verankerten direkten Demokratie ein solches Vorhaben nicht verhindern könne. Die Lobbygruppe "MassResistance" muss nun bis Oktober 33.300 Unterschriften sammeln, um im Jahr 2010 eine Abstimmung über die Wiedereinführung des Gesetzes aus dem Jahre 1913 zu erreichen.

Das "Rassengesetz" besagt, dass Ehen nur geschlossen werden können, wenn diese im Heimatstaat beider Partner erlaubt ist. Als es vor 95 Jahren eingeführt wurde, waren in 30 der damals 48 US-Bundesstaaten interrasische Hochzeiten noch illegal waren. In Massachusetts durften einheimische Schwarze und Weiße zwar (heterosexuell) heiraten, man wollte mit dem Gesetz aber Streitereien mit anderen Bundesstaaten vermeiden. Nachdem das Verbot der interrassischen Ehe 1967 vom Obersten Bundesgerichtshof für verfassungswidrig erklärt worden war, geriet das Gesetz in Vergessenheit. Es wurde erst vor wenigen Jahren vom damaligen republikanischen Gouverneur Mitt Romney – einem erbitterten Gegner der Homo-Ehe – ausgegraben. Er erklärte, dass damit Standesbeamte nur Ehe-Scheine an in Massachusetts lebende Schwule und Lesben ausgeben dürften. Ein Gericht bestätigte diese Auslegung (queer.de berichtete). Vor wenigen Wochen schließlich ist es vom demokratisch dominierten Parlament abgeschafft und vom demokratischen Gouverneur Deval Patrick abgesegnet worden (queer.de berichtete).

MassResistance argumentiert, dass sich der Gouverneur der "faschistischen Lobbyarbeit von Homo-Gruppen" ergeben habe. Die Gruppe befürchtet, dass Massachusetts Homo-Ehen in die ganze USA exportieren könne und somit anderen Bundesstaaten diese "Perversion" aufzwingt. Man sei auch besorgt um Grundschüler, die nun lernten, dass Homosexualität "normal" sei.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich eine Mehrheit der Wähler für die Wiedereinführung des Gesetzes ausspricht. Umfragen zufolge hat sich die Bevölkerung an die Homo-Ehe gewöhnt. Außerdem werden die rassistischen Wurzeln des Gesetzes kritisch gesehen. (dk)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 26.08.2008, 23:31hBremen
  • "Die Gruppe befürchtet, dass Massachusetts Homo-Ehen in die ganze USA exportieren könne und somit anderen Bundesstaaten diese "Perversion" aufzwingt. Man sei auch besorgt um Grundschüler, die nun lernten, dass Homosexualität "normal" sei."

    Ich hoffe diese "Befürchtung" wird mehr als reichlich eintreten, um andere US Bundesstaaten ebenfalls zur Eheöffnung zu überreden. Zudem sollte endlich damit begonnen werden, den Gehirn gewaschenen Grundschülern Realität zu lehren, anstatt mittelalterliche wahnhafte Intoleranz.
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#2 holger
  • 27.08.2008, 07:47h
  • deutlicher kann wohl kaum aufgezeigt werden, dass die Diskriminierung aufgrund sexueller idententität vergleichbar ist mit der Diskriminierung aufgrund von Rasse oder Geschlecht!!
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#3 SmartiSaar
  • 27.08.2008, 11:51h
  • Also manchmal fragt man sich doch in welchem Jahrhundert diese Irren leben.

    "Die Gruppe befürchtet, dass Massachusetts Homo-Ehen in die ganze USA exportieren könne und somit anderen Bundesstaaten diese "Perversion" aufzwingt. Man sei auch besorgt um Grundschüler, die nun lernten, dass Homosexualität "normal" sei."

    Da wir dann auch ganz schnell klar das da auch mal wieder die Kirchen bzw. ein paar fundamentale Christen ihre Finger mit im Spiel haben.

    Die Aufklärung ist an denen wohl auch spurlos vorbeigegangen. Wie war das nochmal "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sonder die Welt in der er lebt" ist was wahres dran.
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#4 JacNsakEhemaliges Profil
  • 27.08.2008, 12:05h
  • Antwort auf #2 von holger
  • Schwulsein kann man verbergen, die eigene Hautfarbe nicht. Wenn sich Menschen kennenlernen, also auch bei Einstellungsgesprächen, wird selten zuerst über die eigenen sexuellen Präferenzen gesprochen.

    Wenn reaktionäre Arschlöcher die gleichen repressiven Mechanismen auffrischen, weil ihnen keine anderen einfallen, bedeutet es deswegen noch nicht, dass die Dinge auch automatisch gleich sind. Offener Rassismus ist heutzutage ein gesellschaftliches Tabu, früher war er Normalität.

    Rassismus ist ein Verbrechen, weil er Menschen in ihrer Gesamtheit diskriminiert und demütigt.

    Homophobie ist eine Art Geisteskrankheit, weil immer projiziert wird, also eigene Tendenzen abgewehrt werden müssen, das Ganze spielt sich weitgehend im Kopf des Homophoben ab und funktioniert genausogut ohne sichtbare Homosexuelle.
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#5 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 27.08.2008, 12:47h
  • schließe mich beitrag 1 und 3 an.

    kurz was anderes: hier wid zum glück immer neutral berichtet und positive und auch negative seiten beleuchtet. die artikel sind meist interessant.

    ABER

    es gibt ca. 220 länder auf der welt.
    gibt es denn von anderen ländern nichts zu berichten?
    wieso diese fixierung auf ein land -egal ob positiv oder negativ!

    von südamerika, afrika, asien,australien liest man doch recht selten etwas.
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#6 holger
  • 27.08.2008, 14:11h
  • Soso, Rassismus ist ein Verbrechen, Homophobie ist eine Geisteskrankheit - und achja, der Schwule kann sich verstecken.

    Wenn Homophobie eine Geisteskrankheit wäre, dann wären die Homophoben für ihr Handeln nicht verantwortlich. Wie praktisch für sie: Ich kann gar nicht anders, weil ich nun mal ein bißchen gestört bin. Wirklichkeit ist, dass diese Menschen sehr gezielt und gewollt agieren im vollen Bewusstsein, was sie tun.

    Ich mag keinen qualitativen Unterschied erkennen jedweder Art der Diskriminierung, ob aufgrund von Rasse, Religion, Handicaps, Geschlecht, Alter oder sexueller Identität.

    .... und um sich der Diskriminierung zu entziehen verstecken sich ja tatsächlich viele Schwule, mit zum Teil schrecklichen Folge: Depressionen, Suizid, Schizophrenie, um nur einige zu nennen.

    Die Opfer der Diskriminierung werden krank, die Täter sind voll verantwortlich!!
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