Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9250
  • 27. August 2008, noch kein Kommentar

Der malaysische Oppositionsführer Anwar Ibrahim hat am Dienstag bei einer Nachwahl in Permatang Pauh mit 67 Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament geschafft.

Der Sitz war bei den Wahlen im März von seiner Frau gewonnen worden, die aber – wie vorher vereinbart – zugunsten ihres Mannes zurückgetreten war. Anwar darf sich erst seit wenigen Wochen aktiv politisch betätigen. Das jetzt abgelaufene Verbot ist auf eine Verurteilung wegen Homosexualität und Korruption aus dem Jahre 1998 zurückzuführen. Anwar bestreitet allerdings alle Vorwürfe.

Anfang diesen Monats erhob die Staatsanwaltschaft in Kuala Lumpur wiederum Anklage gegen Anwar. Er soll einen 23-jährigen Mitarbeiter zum Anal-Sex gezwungen haben (queer.de berichtete). Anwar selbst bestreitet alle Vorwürfe und erklärte, die Regierungspartei führe gegen ihn eine Kampagne durch.

Tatsächlich bedroht Anwars Oppositionsbündnis zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Führungsrolle der Regierungspartei UNMO, die seit 1957 an der Macht ist. Anwar selbst war von 1993 bis 1998 Vize-Premierminister der UNMO, überwarf sich dann aber mit Premierminister Mahathir bin Mohamad und wurde kurz darauf verhaftet und abgeurteilt. Erst 2004 wurde er nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes freigelassen (queer.de berichtete).

Auf Homosexualität steht in Malaysia bis zu 20 Jahre Haft – egal, ob der Geschlechtsakt freiwillig oder durch Vergewaltigung zustande kam. Im mehrheitlich muslimischen Land gilt zudem in einigen ländlichen Gebieten die Scharia, die die Exekution von Homosexuellen vorsieht. Allerdings hat sich in der liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur eine schwul-lesbische Subkultur entwickelt, die stark vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. (dk)