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Regisseurin Eva C. Heldmann holt die Prostitution auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Film gibt Einblicke in den Alltag eines von Frauen geführten Wohnungsbordells.

Von Carsten Weidemann

Prostitution ist ein Spezialberuf mit vielen Facetten und Formen (vom Straßenstrich bis zum teuren Escortservice). Dass er viele, die in dem Beruf arbeiten auch zum Nachdenken anregt, erfüllt und glücklich macht, ist kaum vorstellbar. "Five Sex Rooms und eine Küche" holt die Prostitution auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Film gibt Einblicke in den Alltag eines von Frauen geführten Wohnungsbordells.

Lady Tara, die kluge, reflektierte Domina ist die Betreiberin des Bordells. Drei weitere Frauen arbeiten mit ihr. Manchmal auch Transvestiten. Nadine, ist verliebt in einen Tunesier. Sie weiß, wie kompliziert ihre Lage ist. Das "Weiße Studio" ist ihre Domäne. Tina, ist eine erfahrene, liebevolle Prostituierte, deren Bereich das "Schwarze Studio" ist. Auf Cindy, die Anfängerin und auch die Jüngste im Bordell, sind die Kolleginnen zuweilen eifersüchtig.

Der Film ist eine Plattform für die Ansichten der Frauen. Zum Beispiel Lady Tara über sich selbst und die Gesellschaft: "Ich habe in meinem Leben so viel gevögelt. Das war schön in dem Moment, aber das war nichts Besonderes und da ist auch nichts Heiliges dabei. Das ist wie, wenn ich mit jemandem ein gutes Gespräch habe. Was soll an Muschi und Schwanz so heilig sein? … Warum kann man eine Prostituierte nicht lassen wie sie ist? Für Unglück oder Glück einer Hure ist nicht gleich der Staat verantwortlich. Viele Frauen sind in ihrer Ehe unglücklich, deswegen wird die Ehe auch nicht abgeschafft."

Die Sex Rooms sind unterschiedlich ausgestattet, entsprechend den vielfältigen Bedürfnissen: der weiße (Medizin-)Raum, das schwarze (S/M) Studio, das griechische, das blaue und das gelbe Zimmer. In der Küche findet das Leben zwischen der Arbeit statt: warten, lesen, schminken, telefonieren, schwatzen und kochen. Die stöckelnden High Heels im Flur verbinden die Küche mit den Räumen, hier vermischen sich die Geräusche: die Waschmaschine, das Klappern der Töpfe, das Radio, der Sex in den Zimmern, der Tratsch und das Herumalbern.

Die Regisseurin hatte zunächst mit ihren eigenen Vorurteilen zu kämpfen. Selbstbestimmte Frauen, die zufrieden sind mit ihrem Job als Prostituierte, das schien ihr zunächst schwer vorstellbar: "Dass Prostitution frei gewählt ist, selbst bestimmt und gleich berechtigt ohne Hierarchie untereinander ablaufen kann, ist nicht erfunden, sondern schlichtweg Tatsache. Im Film möchte ich ein anderes Licht auf die Arbeit der Prostituierten werfen, das weg führt vom konventionellen Gegensatzpaar der vornehmlich unglücklichen Hure als dem missbrauchtem Opfer (das errettet werden muss) aber auch der idealisierten glücklichen Hure."



#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 30.08.2008, 04:26h
  • Und was soll an diesem Thema schwul sein?

    Wenn sich die queer.de-Redaktion für Hetero-Bordelle interessiert, sollte sie das vielleicht eher privat ausleben.
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#2 maciicxProfil
  • 30.08.2008, 16:06hpnkw
  • Antwort auf #1 von Sascha
  • 1. du willst dich in ein ghetto einsperren: bitte. ich nicht.

    2. betrifft es sexualität, die sich selbsbewusst außerhalb heteronormativer scheinidylle stellt (und die diese idylle eventuell gar entlarvt). von daher passt es schon, wenn auch nur am rande.
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