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Der Lesben- und Schwulenverband zeigt sich erfreut, dass Amtsgerichte mehrere gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt haben – nämlich die von Transsexuellen, die bereits verheiratet sind.

Die Anerkennung ist Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes vor einem Monat. Damals hatte das höchste deutsche Gericht entschieden, dass der Scheidungszwang bei einer Geschlechtsanpassung verfassungswidrig sei (queer.de berichtete). Transsexuelle dürfen damit in einer Ehe leben, obwohl sie einen gleichgeschlechtlichen Partner haben. Zuvor mussten die Betroffenen sich scheiden lassen, um dann eine Eingetragene Lebenspartnerschaft zu begründen.

"Die Amtsgerichte haben bereits in mehreren Fällen verheirateten Transsexuellen den personenstandsrechtlichen Geschlechtswechsel ermöglicht. Wir freuen uns, dass verheiratete Transsexuelle nun endlich ein selbstbestimmtes Leben führen können, ohne ihre Ehe aufgeben zu müssen", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. Seiner Ansicht nach könnte das Folgen für alle gleichgeschlechtlichen Paare haben. "Bislang haben deutsche Gerichte betont, dass ‚die Ehe die Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft ist’. Nun gibt es auch Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern", erläutert Bruns. "Das kann nicht ohne Konsequenzen für die Bewertung der Lebenspartnerschaften von Lesben und Schwulen bleiben. Es wird Zeit, dass sich der Gesetzgeber zu einer generellen Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare entschließt."

Auch Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen, sieht das Urteil als wegweisend an: Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht 1993 in einem Nichtannahmebeschluss zu Verfassungsbeschwerden des LSVD noch bemängelt, dass es keinen "grundlegenden Wandel des Eheverständnisses" gebe. "Das Gericht hat diese Anhaltspunkte nun selbst nachgeliefert", so Beck. (dk)



#1 Tim_ChrisProfil
  • 29.08.2008, 07:23hBremen
  • "Nun gibt es auch Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern", erläutert Bruns. "Das kann nicht ohne Konsequenzen für die Bewertung der Lebenspartnerschaften von Lesben und Schwulen bleiben. Es wird Zeit, dass sich der Gesetzgeber zu einer generellen Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare entschließt."

    Meine Rede. Ich hoffe, dass die Ehe bald allen geöffnet wird.
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#2 Katrin
  • 29.08.2008, 18:18h
  • Ein bisschen muss ich die Euphorie bremsen. Die Ehe wurde nicht geöffnet, sondern es wurden Missstände abgeschafft, die Transsexuelle noch mehr in ihren Rechten beeinträchtigen als Schwule und Lesben. Dadurch ist jetzt eine scheinbare Angleichung an die Ehe entstanden, weil ein scheinbar gleichgeschlechtliches Paar eine Ehe führt. Dazu muss man jetzt mal die Realität betrachten: Solange das Paar nicht das gesamte Umfeld aufgibt, was wohl in Einzelfällen passiert, weiß dass Umfeld natürlich, dass es sich nicht um ein gleichgeschlechtliches Paar handelt, auch wenn die Ausweisdokumente etwas anderes sagen. Befindet sich das Paar in einem fremden Umfeld, weiß das Umfeld nichts über die Ehe.
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#3 VolumeProProfil
  • 29.08.2008, 18:53hMönchengladbach
  • Man den Bewertungen von Manfred Bruns schon trauen, denn immerhin ist er Bundesanwalt a.D. und somit ein Top-Jurist.

    Ich wette, dass der LSVD unter seiner Führung schon an einer Verfassungsbeschwerde arbeitet. Immerhin hat das BVerfG neue Ansätze geliefert, die man aufgreifen kann.
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