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Homo-Gruppen in England protestieren gegen die Umbettung eines prominenten Kardinals aus dem 19. Jahrhundert, weil dieser auf eigenen Wunsch neben seinem mutmaßlichen Lebenspartner begraben sei.

Die katholische Kirche hatte die Exhumierung von Kardinal John Henry Newman (1801-90) beim britischen Justizministerium beantragt und vor kurzem eine Genehmigung erhalten. Die Verlegung des Leichnams von einem Friedhof am Rande von Birmingham in eine nahe gelegene Kirche soll im Herbst stattfinden. Papst Benedikt XVI will Newman in Kürze selig sprechen.

Peter Tatchell von der Homo-Gruppe Outrage gehört zu den stärksten Kritikern der Umbettung. Der 56-Jährige nannte den Plan einen "Akt der Grabräuberei, ein Sakrileg und eine Schändung". Tatchell beruft sich auf die enge Freundschaft Newmans mit Pater Ambrose St. John. Die Beiden hatten fast ein halbes Jahrhundert zusammengelebt. "Es gab wiederholt Anschuldigungen, dass sich Newman mit homosexuellen Freunden umgebe. Es ist unklar, ob es sexuelle Aktivitäten gegeben hat. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass beide Männer eine schwule Ausrichtung gehabt haben, auch wenn sie von sexuellen Kontakten abgesehen haben. Aber Enthaltsamkeit ändert nicht die sexuelle Orientierung einer Person."

Die Exhumierung sei daher "gegen den Willen des Newmans, der wiederholt erklärt hatte, er wollte neben dem Mann begraben sein, den er liebte." Es sei "schändlich", dass der Wunsch des Paters außer Acht gelassen werde. "Der Papst hat nicht das Recht, die Wünsche des Kardinals zu missachten", so Tatchell.

Die katholische Kirche sieht das anders. So erklärte der Theologieprofessor Ian Ker in der vatikanischen Amtszeitung "Osservatore Romano", Der Wunsch Newmans, neben seinem Freund bestattet zu werden, könne nicht als sexuelle Zuneigung gedeutet werden. Es gebe Äußerungen Newmans, in der er von der Sehnsucht nach der Liebe einer Frau spreche. Außerdem sei auch die Schriftsteller Clive Staples Lewis ("Die Chroniken von Narnia") auf eigenen Wunsch neben seinem Bruder Warnie beerdigt worden, obwohl die beiden kein inzestuöses Verhältnis gehabt hätten.

John Henry Newman war zunächst anglikanischer Pfarrer der Uni-Kirche in Oxford, bevor er im Alter von 44 Jahren zum katholischen Glauben übertrat. (dk)



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10 Kommentare

#1 oh gottAnonym
  • 03.09.2008, 14:42h
  • als anglikanischer pfarrer hätte er ja ohne weiteres heiraten können ;-)
    von wegen sehnsucht nach der liebe einer frau :-)
    hat er wohl 44 jahre lang nicht vermisst ;-)

    oh je; noch ein schwuler heiliger; benedikt will sich den himmel wohl schon mal vorwärmen :-)
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#2 TimAnonym
  • 03.09.2008, 15:06h
  • Da muss man doch nur noch kräftig lachen, wenn man eine solche Äußerung von Ian Ker liest.

    Ist klar: wenn man ein Grab gemeinsam mit einem anderen, nicht verwandten (!) Mann aussucht, dann war es, weil man ihm rein platonisch, freundschaftlich verbunden war.

    Ich bin mit vielen Hetero- und Homomännern befreundet, aber ein gemeinsames Grab wünsche ich mir mit keinem von Ihnen. Aber mit meinem Mann, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenwohne und zusammenlebe und den ich liebe, da wünsche ich mir schon ein gemeinsames Grab.

    Es ist verblüffend, mit wieviel Heuchelei doch die Vatikanleitung im Umgang mit dem Thema Homosexuelle Paare ausgestattet ist.

    Da kann man zum Vatikan nur noch anmerken: "Theater, Theater, der Vorhang geht auf..."
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#3 SmartiSaar
  • 03.09.2008, 15:59h
  • Es ist eine Schande was die kath. Kirche sich hier wieder rausnimmt, nicht nur das der Wunsch des Verstorbenen aus übelste missachtet wird, nein es wir auch noch die Totenruhe gestört und das ohne ersichtlichen Grund.

    Da sag ich nur Pfui den Papst soll der Teufel holen, möge er in den ewigen Höllenfeuern gar gebraten werden.
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#4 stephan
  • 03.09.2008, 18:16h
  • Mann, ist das lächerlich, wie sich die kath. Kirche beständig darum bemüht, ihre lebenden und verstorbenen Amts- und 'Würden'-träger vom 'Makel' des Schwulseins freizusprechen oder alles möglichst in diese Richtung auszulegen.
    Dass zeigt aber nur, wie wenig die jeweiligen Sprecher von den wirklichen Vorgängen in Klöstern und Konvikten wissen. Ob meiner katholischen Sozialisation (die mich sogar für einige Jahre zum Leben als Benediktinermönch geführt hat), weiß ich besser, was da wirklich hinter Kloster- und Konviktsmauern vorgeht und wie hoch der Anteil der gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Bettgeschichten ist.

    Ich verstehe nur nicht, warum Newman jetzt umgebettet werden soll, denn wenn er selig und dann vielleicht bald auch heilig gesprochen werden soll, dann werden seine sog. "Reliquien" ohnehin bald rund um die Erde verteilt werden - ein Vorgang, den ich nur als gewöhnliche Leichenfledderei ansehen kann. Newman und dem geliebten Mann wird es nichts mehr ausmachen und falls sie auf "Wolke 7" sitzend das Ganze beobachten, so werden sie sich vermutlich köstlich über eine sog. "Kirche" amüsieren und echauffieren, der alte Knochen so wichtig sind und die gleichzeitig die Gefühle der Lebenden (und Liebenden) mit Füßen tritt. Die Lächerlichkeit der röm.-kath. Kirche scheint grenzenlos und immer wenn man denkt "Dümmer geht's nimmer!" dann setzen Ratze und Co. noch einen oben drauf!
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#5 KonstantinEhemaliges Profil
#6 FloAnonym
  • 03.09.2008, 20:45h
  • Also man mag ja über Schwule denken, wie man will. Aber wenn man die Totenruhe stört, noch dazu gegen des ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen, dann ist das unterste Schublade und zutiefst verabscheuungswürdig!!

    Noch tiefer können die echt nicht mehr sinken!

    Das zeigt wieder mal, welch Geistes Kind die sind und dass die mit Christentum NICHTS zu tun haben, sondern ganz andere Ziele verfolgen...
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#7 annemarie89
  • 03.09.2008, 22:01h
  • Ob der Kardinal nun eine sexuelle Beziehung zu seinem Freund hatte oder sie sich nur gut Verstanden spielt keine Rolle!
    Es war ausdrücklich sein Wunsch neben ihm beerdigt zu werden und das sollte man respektieren!
    Papst Benedikt ist mal wieder eine enttäuschende Persönlichkeit... warum segnet er nicht weiter Gartenzwerge und lässt die Toten in Frieden ruhen!?
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#8 Katrin
  • 03.09.2008, 22:09h
  • Da es nunmal kein Leben nach dem Tod gibt und mit dem Aussetzen des Hirns alles vorbei ist, ist es den Knochen völlig egal, was die "Heilige Inquisition der Neuzeit" mit dem bischen Kalk macht. Und da man "gewöhnlich sterbliche" nach 10 Jahren ausbuddelt auf den Schutt wirft hat es der Kardinal mit 100++ Jahren schon weit gebracht. Diese Segnung hat er erfahren, weil er seine Gebeine seiner Kirche anvertraut hat. Sollen die doch mit ihm jetzt machen was sie wollen. Ich glaube die brauchen eh und sowieso nur den Platz für den nächsten Ratzezuller.
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#9 AntichristProfil
  • 04.09.2008, 07:18hHH
  • Antwort auf #7 von annemarie89
  • @annemarie89: "warum segnet er nicht weiter Gartenzwerge und lässt die Toten in Frieden ruhen!?"
    Warum tritt er nicht einfach ab und lässt die Menschheit mit seinem Katholenscheiß in Ruhe? Diese Aktion zeigt doch mal wieder mehr als deutlich die menschenverachtende Willkür der Kirche. Da wird ein Mitarbeiter rausgeschmissen, weil er ein schwules Pärchen segnet während der Alte einen Haufen totes Material segnet, ohne das ihm irgendwer ans Bein pisst. Dort nimmt sich der Popel die Frechheit heraus, den ausdrücklich letzte Wunsch eines lange verstorbenen Mitarbeiters mit Füßen zu treten, obendrein auch noch seine Totenruhe zu stören (zwei Dinge, die den Christen doch eigentlich heilig sind.), den er post mortem heilg sprechen will.

    Ich habe die Christen nie verstanden, die Katholen noch weniger, aber langsam sollte diesem Sauhaufen mal jemand einen Riegel vorschieben. Nicht mal diese Pradatante sollte das Recht haben, sich über den letzten Willen eines Menschen hinwegsetzen zu dürfen.
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#10 Wir sind DeutschlandAnonym
  • 09.09.2008, 11:47h
  • Antwort auf #1 von oh gott
  • Bei manchen Kommentaren fragt man sich ob es dümmer noch geht?!

    Ob der Kardinal nun schwul/homophil war oder nicht , ist mir relativ wurscht. Aber sein Wunsch war neben Pater St. John beigesetzt zu werden. Und den letzten Willen eines Menschen, ob demnächst selig oder nicht, sollte man um jeden Preis respektieren!
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