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Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Äußerungen von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zu Kondomen und Sexualität scharf kritisiert. Die Adelige hatte in der Sendung "Menschen für Maischberger" zur Enthaltsamkeit aufgerufen und Homosexualität als widernatürlich bezeichnet.

Im NDR sagte die lutherische Theologin, dass die Kritik am Kondomgebrauch "von oben herab", "zynisch" und "menschenverachtend" sei. "Ich halte die Benutzung von Kondomen für eine Frage der verantwortlichen Sexualität", erklärte die 50-Jährige. "Für mich ist das schon ein Trauerspiel, weil ich denke, die Fürstin wird kaum vor Augen haben, was die Realität von HIV/Aids-Infizierten ist. In den Ländern südlich der Sahara ist die Sterberate bei Kindern unter fünf Jahren durch HIV/Aids um bis zu 40 Prozent gestiegen", so die niedersächsische Bischöfin.

Gloria von Thurn und Taxis hat in dem Interview unter anderem erklärt, dass Homosexualität "contra naturam" sei und angedeutet, dass Schwule in die Hölle kommen (queer.de berichtete). Zudem erklärte die Adelige: "Was Aids verhindert, ist, wenn man weniger schnackselt".

Sandra Maischberger hatte Gloria und den Kölner Kardinal Joachim Meisner am Montag in ihrer Sendung interviewt (die Sendung ist in der ARD-Mediathek abrufbar).

Bischöfin Käßmann, die der drei Millionen Mitglieder zählenden evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers vorsteht, gilt in der katholischen Kirche schon wegen ihres Geschlechtes als Provokation. Sie erntete harsche Kritik, weil sie 2001 die Einführung der Eingetragenen Partnerschaften begrüßte. Allerdings lehnt sie die Öffnung der Ehe aus religiösen Gründen ab. Das Thema Homosexualität ist ihr den Medien gegenüber unangenehm: So erklärte sie im "Kölner Stadtanzeiger" auf die Frage nach ihrer Position zur Homo-Adoption: "Immer dieser Druck von Journalisten zu Bekenntnissen! Eigentlich stört mich das, weil das Thema Homosexualität wie kaum ein anderes emotionalisiert und spaltet." (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
Wowereit kritisiert Gloria

Im Magazin "Bunte" hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Äußerungen von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis scharf wegen ihrer Thesen zu Aids, Kondomen und Homosexualität als "nicht nur dumm, sondern unverantwortlich" bezeichnet.
Fürstin Gloria: Homosexualität nur Mode-Erscheinung

Gloria von Thurn und Taxis bezweifelt in der "Bild am Sonntag die Existenz von Homosexualität.
Homos und Kirche: Meisner und Thurn und Taxis lästern in der ARD

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zelebrieren in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" ihre Vorurteile – und weisen natürlich dabei auch auf die Verwerflichkeit von Homosexualität hin.

56 Kommentare

#1 denwebsAnonym
  • 12.09.2008, 11:48h
  • Lieber Autor, es gibt keinen niedersächsischen Landesbischof! Frau Käßmann ist hannoveranische Landesbischöfin. Niedersachsen besteht aus drei Landeskirchen Oldenburg, Braunschweig und Hannover! In Braunschweig z.B. werden gleichgeschlechtliche Paare gesegnet. Man sieht, es gibt große Unterschiede!

    mfg
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#2 Piraja
  • 12.09.2008, 13:08h
  • Bischöfin Käßmann, Kardinal Meisner und Gloria von Thurn und Taxis, wer braucht die?

    Ob solche Leute finden, dass Schwule in den Himmel oder in die Hölle kommen, geht mir total am Arsch vorbei!
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#3 hwAnonym
#4 Mister_Jackpot
  • 12.09.2008, 14:29h
  • Antwort auf #2 von Piraja
  • Die Bischöfin war mir eigentlich immer sehr sympathisch. Natürlich kann sie jetzt auch nicht zu progressiv sein, weil sie damit vielleicht die konservativeren Evangelen zu sehr vor den Kopf stossen würde. Das verzeihe ich ihr daher. Aber wenigstens akzeptiert sie Schwule und hat kein Problem mit Segnungen von schwulen Paaren, auch wenn sie es nicht "Ehe" nennen will. Eine Erkenntnis wovon die katholische Kirche noch Lichtjahre entfernt ist.
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#5 felixAnonym
  • 12.09.2008, 15:04h
  • Ja, so ist sie alte Fürstin. ich erinnere mich noch genau: "Der Neger schnackselt gern."

    Adel und Kirche - so muss die Welt sein! Da hätte sich Maischberger mal besser vorbereiten sollen- und wir hätten noch viel mehr aus diesen verwirrten, reaktionären Köpfen hören können- menschenverachtend, schwulenfeindlich, rassistisch. Erst kamen Feudalismus und Kolonialismus - und dann der Imperialismus, der den anderen das "richtige" Leben brachte ... Afrika sagt DANKE!

    Meisner + die Fürstin: nix dazu gelernt- schicken wir sie zweihundert Jahre zurück- da gehören sie hin!
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#6 BurkhardAnonym
  • 12.09.2008, 15:10h
  • ich habe mir jetzt auch die sendung angeschaut und muss sagen, dass ich die diskussion über werte ganz gelungen fand. "wer treu ist, der setzt sich nicht der gefahr aus infiziert zu werden" "der mensch ist kein triebbündel". Das sind alles sachen, die ich in meinem philosophie und psychologie-studium ohne jegliche religiöse färbung auch erkannt habe und für mich zu leben versuche. das was heikel ist, ist, dass die beiden das unter dem deckmantel einer weltreligion machen und unrealistische Forderungen stellen. die Verhütungsdebatte ist natürlich blödsinn, kenne zwei frauen, die auf ihrem öko-trip "natürlich" verhütet haben und zweimal abtreiben mussten, weil es doch nicht so kalkulierbar ist. Das "viel beten" bei homosexualität ist natürlich auch schmarrn, da sind die "ex-gays" viel weiter und sagen "you can´t pray it away".
    aber philosophisch betrachtet, betreiben die beiden moralphilosophie und kreisen um das platonische "vernüftigwerden" des Menschen. sprich, dass der mensch vernünftig zu handeln und die vernunft über den trieb zu setzen lernt( freuds theorie hatte auch genau dasselbe als ziel )
    dann kann der mensch die freiheit erlangen, die innerhalb seines determinismus möglich ist.
    klingt für viele hier vielleicht unangenehm, weil sie als freiheit das ansehen, was Impulse befriedigt, aber auch der zen-buddhismus lehrt, erst das verzichten und loslösen von begierden und dingen befreit den menschen.
    das ist eine ganz andere dimension von freiheit, die man sich nicht vorstellen kann. schopenhauer beschreibt es so:
    der mensch muss seinen willen negieren, um aus dem teufelskreis von leid herauszukommen.
    wollen ist leiden.
    man kann also auch werte haben ohne streng gläubig zu sein. viele homosexuelle schließen das aus, stell ich hier fest.
    ich kenne viele suchtanfällige menschen ob homo oder hetero, sexsucht, alkohol, drogen , vergnügungssucht. das sind alles einschränkungen im reifen der persönlichkeit auch wenn man es anders erlebt.
    und zu den ex-gays muss ich sagen, dass die christlichen fundamentalisten diese ständig in verruf bringen und als umpoler darstellen, dabei haben sie einige sachen gut erkannt, wobei eine therapie immer ergebnisoffen gestaltet werden muss. aber die seriösen psychologen in usa arbeiten dementsprechend.
    der reifende mensch erkennt, dass er lernen kann bewußt und affektfrei zu handeln und nicht mehr nur auf etwas zu "reagieren".
    das gilt auch für seine sexualität.
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#7 VolumeProProfil
  • 12.09.2008, 15:22hMönchengladbach
  • Ich frage mich seit dieser Sendung nach dem Grund für die Gewäherung kostbarer Sendezeit für eine Frau, die anscheinend keine Ahnung von den wahren Zuständen in der Welt hat.

    Frau Gloria Thurn und Taxis hat das Recht ihre Meinung frei zu äußern, aber man muss ihr nicht dieses breite Forum zur Verfügung stellen.

    Auch das Konzept der Sendung war nicht gerade gut. Das Erste hätte Gäste einladen sollen, die mit Herrn Meisner und Frau Thurn und Taxis über die fraglichen Themen diskutieren.
    Ich hätte mir folgende Gäste gewünscht:

    - Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen
    - Jürgen Becker, Kabarettist und Meisners Erzfeind
    - Manfred Bruhns, LSVD

    Auch wenn ich die evangelische Kirche nicht toller finde, als die katholische Kirche, muss man doch Frau Käßmann für ihren Beitrag danken. Sie hat Recht, wenn sie Thurn und Taxis in die Schranken weißt.

    Frage an die Redaktion:
    Warum schreibt ihre über Frau Thurn und Taxis immer, dass sie adlig oder eine Fürstin sei? Der Adel und die damit verbundenen Titel wurden in Deutschland 1919 abgeschafft.
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#8 DURAL DELUXEAnonym
  • 12.09.2008, 15:51h
  • Antwort auf #6 von Burkhard
  • " aber die seriösen psychologen in usa arbeiten dementsprechend."

    lol. mein guter, die WIRKLICH seriösen psychologen in usa - und auf der ganzen zivilisierten welt - lehnen ex-gay als unsinn ab, so viel dazu.
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#9 hwAnonym
  • 12.09.2008, 16:08h
  • Antwort auf #8 von DURAL DELUXE
  • ..wußten schon die alten.....

    "...Juchitán kennt mehr als nur zwei Geschlechter. Nicht nur ist die Bisexualität sehr verbreitet, sondern es stehen auch andere, bei uns homosexuell definierte gesellschaftliche " Rollen " zur Verfügung, der "Muxe'" und die "Marimacha". Aber nichts ist starr in dieser Gesellschaft, nichts fügt sich einer Normierung. Der Muxe' kann auch verheiratet sein und Kinder haben und bleibt doch ein Muxe', während sein Geliebter einfach als "Mann " gilt. Die Marimacha kann wie ein Mann auftreten, dennoch gibt es auch weibliche Marimachas...."

    matriarchat.info/suedamerika/das-dritte-geschlecht.html
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#10 atlanaProfil
  • 12.09.2008, 17:12hwien
  • Antwort auf #6 von Burkhard
  • @ Burkhard:

    Platon mag der liebe Gott der Philosophie sein – aber ganz egal, was der Mann geschrieben hat, er hat per se nicht mehr Autorität als die ionischen Naturphilosophen oder Boetius oder welcher Philosoph auch immer.

    So gesehen ist es Ihr gutes Recht, für Ihr Leben Werte und Eckpfeiler von Platon abzuleiten.
    Aber geraten Sie bitte nicht in die Versuchung, das als allgemeingültig darzustellen. Man muß weder Platon noch Schopenhauer noch viele wissenschaftlich schwierige psychologische Lehrmeinungen als Lebensgrundlage haben und kann dennoch frei sein.
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