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Einer italienischen Kabarettistin drohen fünf Jahre Haft, weil sie sich in einer Rede über die Homo-Feindlichkeit von Papst Benedikt XVI. lustig gemacht hat.

Sabina Guzzanti hatte im Juli in einer Demonstration gegen die Mitte-Rechts-Regierung die politische Einmischung des Papstes unter anderem beim Thema Homo-Ehe kritisiert und gesagt: "In den nächsten 20 Jahren wird der Papst da sein, wo er sein sollte: In der Hölle. Dort wird er dann von riesengroßen schwuchteligen Teufeln rangenommen – sehr aktiven Teufeln, nicht passiven!".

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in Rom mit Zustimmung des italienischen Justizministeriums Anklage gegen Guzzanti erhoben. Sie beruft sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahre 1929, nach dem es verboten ist, "die Ehre der heiligen und unverletzlichen Person" des Papstes anzutasten. Das Gesetz ist im Rahmen der zwischen Italien und dem Vatikan ausgehandelten Lateranverträge in Kraft getreten, die der Heilige Stuhl mit dem damaligen faschistischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini beschlossen hat. Danach war es eine genauso schwerwiegende Straftat, sich über den Papst lustig zu machen wie über den italienischen Regierungschef.

Literaturnobelpreisträger Dario Fo sieht in der Anklage einen Rückfall in alte Zeiten: "Das ist einfach nur Faschismus", erklärte er. Auch der Vater der Kabarettistin, der selbst mehrere Jahre für Silvio Berlusconis Partei im Parlament saß, zeigte sich laut der Londoner Zeitung "The Times" tief erschüttert über die Anklage: "Man kann das nur eine Rückkehr ins Mittelalter nennen", so Paolo Guzzanti.

Guzzantis satirische Shows haben bereits mehrfach für Proteste gesorgt. So wurde sie 2003 von Ministerpräsident Silvio Berlusconi wegen Diffamierung angezeigt, weil sie sich in einer RAI-Sendung über ihn lustig gemacht hatte.

In Italien ist seit April diesen Jahres wieder eine Mitte-Rechts-Regierung unter Führung von Medienmogul Silvio Berlusconi im Amt (queer.de berichtete). Sie stoppte Bestrebungen der Vorgängerregierung unter Romano Prodi, Eingetragene Partnerschaften in dem katholisch geprägten Land einzuführen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

11 Kommentare

#1 Fred_IsraelEhemaliges Profil
#2 splattergayAnonym
  • 12.09.2008, 13:43h
  • Bei diesen Aussichten wird die Päpstin bestimmt sofort tot umfallen, damit sie so schnell wie möglich in die Hölle kommt.
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#3 RabaukeAnonym
  • 12.09.2008, 14:14h
  • Willkommen in Fascho Italia!!! Wenn Satire zum Anlaß von Anklagen genutzt wird, bin ich gespannt, wann die Ersten armbandträger in Uniform, bei Nacht mit LKW, drauf steht dann Perfecto Pasta CoKG, andere Künstler oder gar Minderheiten "abtransportieren läßt????? In welchen , auf wahren begebenheiten bezogenen Büchern haben wir das denn mal gelesen?
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#4 Simon
  • 12.09.2008, 16:20h
  • Na ja, von der Regierung von Silvio "Mussolini" war ja nichts anderes zu erwarten. Da die kath. Kirche schon immer absolutistisch autoritär mit faschistoiden Auswüchsen war, ist es mal wieder der Kritiker, der das Nachsehen hat. Das Gesetz stammt ja noch aus Mussolinis Zeiten und da die kath. Kirche eine andere Zeitrechnung zu haben scheint, ist es für sie wohl noch aktuell. Ave Cäsar! :) Vielleicht kennt Benedikta den noch? Oder schon?
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#5 BesucherAnonym
  • 12.09.2008, 18:03h
  • Kann es vielleicht sein, das Italien falsch in der EU ist, besonders unter dem derzeitigen "Duce" Berlusconi?
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#6 FloAnonym
  • 12.09.2008, 19:34h
  • So ist das in einer undemokratischen Organisation wie der katholischen Kirche: da zählen Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst nicht viel.

    Die katholische Kirche darf uns zwar in den Dreck ziehen, aber wehe wir kritisieren sie...
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#7 GerdAnonym
  • 13.09.2008, 13:46h
  • Das ist nur noch peinlich für den italienischen Staat. Die Anklage sollte sofort fallengelassen werden.
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#8 gerdAnonym
  • 13.09.2008, 13:53h
  • Übrigens Martin Luther bezeichnete die Päpste in Rom als Feinde Gottes, unvernünftige Narren, Statthalter des Teufels.
    Der Papst überrage in seiner Verderbtheit die des höllischen Drachen und die ganze Gemeinheit der Helfershelfer des Teufels. ( R. BÄUMER, Martin Luther und der Papst, S. 96) Und wenn der Papst der Teufel ist, dann sind seine Bischöfe und Kardinäle des Teufels Generäle.

    Werden jetzt alle Lutheraner, wie die lutherischen Bischöfin Kässman oder Bischof Huber, in Italien wieder verfolgt ? Und beginnt in Italien unter Berlosconi wieder das Mittelalter ?

    Solch eine Anklage in Italien ist doch schon echt der Hammer.
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#9 thomas münzerAnonym
  • 13.09.2008, 15:10h
  • Antwort auf #8 von gerd
  • ich finde es auch gut, daß käßmann nicht mehr,
    wie luther, schwule bauern und schwule juden
    erschlagen und verbrennen will. und nicht nur den schwulen, rief er auf, dies anzutun.

    die ev. kirche befindet sich da auf gutem wege.

    den grad der verstetigung und nachhaltigkeit sieht man aber leider immer erst in krisenzeiten.

    trotzdem, da hat sich echt was gebessert.

    könntest du dich bei ihr dafür stark machen, dass wenigstens die evangelischen schwulen opfer des kindesmißcbrauchs der ev. kirche durch zwangsarbeit entschädigt werden ?

    man kann ja nicht die ganze welt retten.

    man befürwortet zwar betroffenheits-armbändchen und runde tische aber bisher
    wohl keine entschädigung.

    hier können sich die katholiken einsetzen:

    www.heimkinder-ueberlebende.org/SPIEGEL-Artikel_-_19.05.2003
    _-_KIRCHE_-_Unbarmherzige_Schwestern.html
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#10 roterginsengEhemaliges Profil
  • 14.09.2008, 15:17h
  • Berlusconi äußerte am 25. April, dem Tag der Befreiung, natürlich sei es richtig, die Resistenza, den antifaschistischen Widerstand zu ehren. Man müsse jedoch endlich auch die Motive der "Ragazzi di Salò" verstehen.

    Mit den "Burschen von Salò" meinte er jene italienischen Soldaten, die sich Mussolinis "Republik von Salò" angeschlossen hatten, jener faschistischen so genannten "Italienischen Sozialrepublik", die von 1943-45 unter Militärprotektion des deutschen Naziregimes in Norditalien bestand.

    Ähnlich hatte sich auch schon der Unternehmer und Senator Giuseppe Ciarrapico, ein enger Vertrauter Berlusconis, während des Wahlkampfs geäußert. "Die Italienische Sozialrepublik hat niemanden in die Konzentrationslager geschickt; das waren die Deutschen", erklärte Ciarrapico.

    .....
    Seit Berlusconis Wiederwahl sind Angehörige der postfaschistischen Alleanza Nazionale in Spitzenpositionen des Landes vorgedrungen: La Russa ist Verteidigungsminister, AN-Präsident Gianfranco Fini Präsident der Abgeordnetenkammer. Auch der neue Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, hat eine faschistische Vergangenheit.

    Alemanno verteidigte am vergangenen Sonntag in einem Interview ebenfalls den Faschismus. Unmittelbar vor dem Abflug nach Israel und einem Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem argumentierte er, der Faschismus habe durchaus auch seine guten Seiten gehabt, schlimm seien nur die Rassegesetze von 1938 gewesen, die von Hitler aus Deutschland importiert und Italien aufgezwungen worden seien.

    "Der Faschismus war ein komplexeres Phänomen", sagte Alemanno dem Corriere della Sera. "Viele hingen ihm im guten Glauben an. Das absolut Schlechte sind die Rassegesetze, die der Faschismus angenommen hat, und die sein politisches und kulturelles Ende besiegelt haben." Diese Gesetze seien "ein Zugeständnis an den Nazismus" gewesen und hätten nicht von Anfang an zum Faschismus gehört.

    ...Tatsächlich sind Rassismus und Faschismus untrennbar miteinander verbunden. Mussolini hat nicht nur seine politischen Gegner mit größter Brutalität verfolgt und ermordet, freie Wahlen und Gewerkschaften abgeschafft, einen blutigen Kolonialkrieg geführt und die gesamte Gesellschaft militarisiert; auch die Rassegesetze waren integraler Bestandteil des italienischen Faschismus. So wurde das Zusammenleben arischer und jüdischer Italiener unterbunden, Slawen wurden als minderwertig betrachtet, es gab Bemühungen um Geburtenkontrolle zur "Reinhaltung der Rasse", und schließlich rechtfertigte man im Abessinienkrieg die Gasangriffe auf die einheimische Bevölkerung mit der "Minderwertigkeit ihrer Rasse".

    gefunden bei:

    www.wsws.org/de/2008/sep2008/ital-s13.shtml

    undingt anzufügen ist, dass mussolinis anti-semitismus die unterstützung der zionisten
    beinhaltete, und deren führer jabotinsky mussolini bewunderte.

    in allen 52 größeren städten israels sind repräsentative straßen oder plätze nach jabotinsky benannt. dort zu shoppen dürfte italienischen faschisten und rechtpopulisten
    runtergehen, wie kaltgepresstes olivenöl.

    filmtipp am rande, für jüngere, man kann ja nicht dauernd gerade geboren sein:

    www.filmzentrale.com/rezis/120tagevonsodomdk.htm

    www.dvd-
    forum.at/459/film_review_detail.htm
  • Antworten » | Direktlink »