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  • 15. September 2008
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Ein Callboy wurde in der australischen Hauptstadt Canberra zu zehn Wochen Haft verurteilt, weil er in seinem Beruf gearbeitet hat, obwohl er HIV-positiv und mit Hepatitis C infiziert war.

Der 42-jährige Hector Scott hat sich schuldig bekannt, trotz seiner Infektion und ohne staatliche Genehmigung Sex gegen Geld gehabt zu haben. Im Australian Capital Territory (ACT), in dem die Hauptstadt Canberra liegt, ist die Arbeit als Callboy verboten, wenn eine sexuell übertragbare Krankheit bekannt ist. Im Nachbarstaat New South Wales – nur fünf Kilometer von Scotts Arbeitsstätte – ist das aber erlaubt.

Richter John Burns erklärte, es gebe keine Beweise, dass Scott ungeschützten Sex mit Kunden gehabt habe. Allerdings sei die Tat schwerwiegend gewesen, weil der Mann seine Kunden trotzdem einem Risiko ausgesetzt hätte. Insgesamt 500 von Scotts Bekannten wurden vom ACT-Gesundheitsministerium kontaktiert und auf die Möglichkeit der Übertragung von Hepatitis oder HIV hingewiesen.

Die Höchststrafe für diese Tat wären sechs Monate gewesen.

Die Behörden gaben nicht bekannt, ob Scotts Kunden Männer oder Frauen gewesen sind.

Aids- und Prosituierten-Gruppen hatten die Öffentlichkeitsarbeit der Behörden des Territoriums scharf kritisiert, weil in Pressemitteilungen angedeutet wurde, dass Scott andere wissentlich mit dem HI-Virus infiziert habe. Dadurch sei eine Panik ausgelöst und Menschen mit HIV stigmatisiert worden. Der Fall und insbesondere der HIV-Status von Scott hätten nie öffentlich gemacht werden dürfen, erklärten die National Association of People Living with HIV/AIDS und die Scarlet Alliance, eine Interessenvertretung von Prostituierten. Sie wiesen ferner darauf hin, dass es im ACT verboten sei, bei bezahltem Sex kein Kondom zu gebrauchen. (dk)