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Beim Katholiken-Kongress "Freude am Glauben" wurde erklärt, dass in Deutschland ein zweiter "Kulturkampf" ausgetragen werde – diesmal kämpfe die Kirche den papsttreuen Christen zufolge insbesondere bei den Themen Abtreibung und Homosexualität gegen den Staat.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen erklärte laut "Welt" auf dem Kongress, der am Wochenende stattfand: "Wir stecken in einem Kulturkampf." Er rief die 1.500 Teilnehmer auf, sich gegen "Irrtümer der Zeit" zu wehren. Bei dem Kongress wurde die Einheit der Kirche unter Führung des Papstes postuliert und die Kirchenmitglieder dazu aufgerufen, sich politisch in Themenbereichen wie der Homo-Ehe zu engagieren.

Gegen 'Propagierung von Homosexualität'

Die Kirche müsse laut den Veranstaltern "Voraussetzungen für eine Zukunft zurückgewinnen". Das sei "in der Erziehung, in Staat und Wirtschaft" nötig. In einer Erklärung warnten die Katholiken davor, unter dem "Deckmantel" der Gleichstellungspolitik die Geschlechtsidentität von Mann und Frau aufzulösen: "Wir fordern jeden Bürger zum Widerstand gegen Gender-Mainstreaming auf, insbesondere gegen die Vermittlung im Sexualkundeunterricht", heißt es darin. Stattdessen solle die (heterosexuelle) Familie gefördert werden. Die "Propagierung von Homosexualität", wie sie etwa mit dem Gesetz über Eingetragene Partnerschaften stattfinde, werde "kompromisslos" abgelehnt. Es müsse mit aller Macht verhindert werden, einen "geschlechtsvariablen Menschen" zu schaffen.

Der Begriff "Kulturkampf" wurde in den letzten Jahrzehnten von evangelikalen Kirchen in den USA geprägt, die damit insbesondere ihre Ablehnung von Homosexualität, aber auch gegen andere "liberale Werte" ausdrücken wollen. So unterstützen die wiedergeborenen Christen unter dieser Fahne viele politische Vorhaben in den Bundesstaaten, etwa Referenden, die das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe zum Ziel haben.

Entstanden ist das Wort "Kulturkampf" in diesem Zusammenhang aber Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland: Damals wollte Reichskanzler Otto von Bismarck den Einfluss der Kirche zurückdrängen, etwa indem der Staat die Aufsicht über die Schulen übernahm oder die Zivilehe einführte. Es kam zu einer Jahre andauernden erbitterten Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche.

Der Kongress wurde vom 2000 gegründeten "Forum Deutscher Katholiken" initiiert, das sich an "engagierte Laien" wendet. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

50 Kommentare

#1 alexander
  • 15.09.2008, 18:34h
  • jetzt haben wir sogar ne kriegserklärung der katholen erhalten !!! na bravo !
    hoffentlich bleiben diese "fromms" bei ihrer fundamentalistischen linie, dann muss der staat endlich reagieren. schon lustig, dass dieser verein nicht mal vor dem begriff "kulturkampf" zurückschreckt, der ausgerechnet gegen ihn gerichtet war ? zeigt wie abgebrüht diese pharisäer sind, es ist jedes mittel recht um einfluss zu gewinnen.
    es ist auch nicht mehr nachvollziehbar, dass gläubige in diesem verein bleiben, obwohl sie in vielen dingen anderer meinung sind, dass war eventuell bis in die 80ziger noch tolerierbar, aber was dieser sauhaufen seitdem treibt, zwingt unweigerlich dazu stellung zu beziehen.
    allein der versuch die gesellschaft zu vergiften, sollte schon anlass genug sein, sämtliche privilegien die der staat zubilligt, ersatzlos zu streichen.
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#2 doloresAnonym
  • 15.09.2008, 18:53h
  • Das perfide daran ist, das sich die katholische Kirche (der ja die "Schäflein" davonlaufen) auch nicht davor zurückschrecken wird, mit den islamischen Verbänden und deren Forderungen und "Menschenbild" in dieser Hinsicht gemeinsame Sache zu machen.

    Vorsicht ist geboten.

    Das wiedererstarken der Religion wird als Folge eine Beeinträchtigung der erkämpften schwulen Rechte mit sich bringen.

    Wenn Religionen zu viel Macht bekommen, hat das noch immer zu Mord und Totschlag geführt.

    Und NICHT zu mehr Freiheit des Individuums.
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#3 KonstantinEhemaliges Profil
  • 15.09.2008, 18:56h
  • Wahrscheinlich kicken sich diese Hinterwäldler damit endgültig ins Aus! Wenn die sogar meinen gegen den Staat "kämpfen" zu können und dabei zu gewinnen ... nur zu! Zum Glück ist Deutschland immer noch ein laizistischer Staat! Also Ihr Glaubensschwestern: Macht mal schön weiter so!
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#4 HannibalEhemaliges Profil
  • 15.09.2008, 19:05h
  • Antwort auf #2 von dolores
  • Das erinnert mich doch sehr an 911! Wer dann wohl das katholische Pendant zu Usama bin Laden sein wird? Benedikta macht sich als Selbstmordattentäterin mit Sprengstoffgürtel auf dem CSD sicher ganz klasse. Dann konnte sie wenigstens einmal offiziell dabei sein!
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#5 Krzyszek
  • 15.09.2008, 19:44h
  • Antwort auf #1 von alexander
  • Falsch! Wir haben keine Kriegserklärung "der katholen", weil die den Fuldaer Kongress ausrichtende Gruppierung gar nicht für alle Katholiken spricht. Es handelt sich hier um eine besonders papsttreue Gruppierung mit dem Namen "Forum Deutscher Katholiken", die nun - das kannst du mir ruhig glauben - keinesfalls für die Mehrheit der Katholiken in Deutschland spricht.
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#6 HannibalEhemaliges Profil
#7 Krzyszek
#8 schwarzwaldbub
  • 15.09.2008, 20:02h
  • Liebe katholische Kirche, armes Opfer,

    ich hasse Dich auch!

    Dass die katholische Kirche uns Schwulen Feind ist, wissen wir nicht erst durch Kulturkämpfer Heinz Josef Algermissen!

    Deshalb sind die meisten von uns auch keine Kichensteuerzahler mehr, weil wir nämlich ganz einfach aus der Kirche ausgetreten sind.

    Kehrt vor Eurer eignen Tür, bevor Ihr mit dem Finger auf uns zeigt! Oder ist Kindsverführung etwa gut katholisch?

    Ich hoffe, ich erlebe noch die Einführung der Laizität in Deutschland und die Abschaffung der Kirchensteuer!
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#9 mok120Profil
  • 15.09.2008, 20:31hNürnberg
  • Oh weia, die Uhren stehen ja wirklich auf fünf vor zwölf. Wenn sich der Staat jetzt sich nicht endlich offiziell und in aller Deutlichkeit von Religiösem und besonders vom Katholizismus distanziert, blicke ich in eine schwarze Zukunft. Raus mit dem Religionsunterricht aus den Schulen. Religiöses darf nicht als Maßstab für "Moralisches" gelten. Vertreter der Kirche haben in staatlichen Gremien aller Art nichts zu suchen (wie z.B. die Gremien, welche die Indizierung von Medien festlegen!). Religionen und religiöse Vertreter dürfen keinen erhöhten Schutz gegen "Beleidigung" genießen. Für einen Papstbesuch darf kein Geld wegen erhöhter Sicherheitsmaßnahmen rausgeschmissen werden; er darf nicht als politisch bedeutend eingeschätzt werden und kann deshalb auch gerne einfach zu Hause bleiben. Solange wir aber weiterhin von der Partei mit dem "C" im Namen regiert werden, mache ich mir da aber keine Hoffnungen.
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#10 roterginsengEhemaliges Profil