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Die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin wollte in ihrer Zeit als Gemeinderätin von Wasilla gezielt ein Homo-Buch aus der öffentlichen Bücherei entfernen lassen.

Wie die "New York Times" berichtet, missfiel Palin im Jahr 1995 die Titelseite des Buches "Daddy’s Roommate" ("Vatis Mitbewohner"). Daran erinnern sich sowohl der damalige Bürgermeister als die Bibliothekarin. Das 1991 erschiene Buch, das sich an vier- bis achtjährige Kinder richtet, erzählt die Geschichte eines Jungen, der bei einem gleichgeschlechtlichen Paar aufwächst. Es wird beispielsweise gezeigt, wie die Väter gemeinsam Gartenarbeit verrichten oder mit ihrem Sohn in den Zoo gehen.

Nachdem Palin das Buch kritisiert hatte, begutachtete es die Bibliothekarin – und befand es als harmlos. Sie schlug Palin vor, es sich anzuschauen, daraufhin erklärte die Politikerin dem Zeitungsbericht zufolge wirsch: "Ich brauche so ein Zeug nicht zu lesen". "Es war für mich ein Schock, dass jemand ein Buch aus der Bibliothek entfernen lassen will und sich nicht mal die Mühe macht, es zu lesen", erklärte die Bibliothekarin jetzt. "Ich bin immer noch stolz auf das, was Sarah geleistet hat, aber sie macht mir gleichzeitig Angst."

Zuvor war bereits ein Fall aus dem Jahr 1996 in die Presse gekommen, in dem Palin als Bürgermeisterin eine andere Bibliothekarin gefeuert hatte, weil diese offenbar nicht der Zensur von Büchern zugestimmt hatte. Nach öffentlichen Protesten musste die Politikerin ihren Schritt später zurücknehmen. Die McCain-Palin-Kampagne erklärte wiederholt, dass Palin keine spezifischen Bücher für eine Verbotsliste im Sinn hatte, sondern lediglich eine Debatte darüber führen wollte.

John McCain führt derzeit in den meisten Umfragen knapp vor dem demokratischen Kandidaten Barack Obama. Die Nominierung von Palin wird als geschickter Schachzug des als in republikanischen Partei als zu gemäßigt geltenden McCain angesehen, um konservative Wähler an die Wahlurne zu locken. Die Präsidentschaftswahlen finden Anfang November statt. (dk)



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40 Kommentare

#1 gatopardo
  • 16.09.2008, 13:22h
  • Man stelle sich die Verzweiflung des fortschrittlichen Teils der Amerikaner vor, wenn solche Reaktionäre an der Macht bleiben. Liberale Europäer meiden die USA ja längst als Urlaubsland, was diese arrogante Meute überhaupt nicht beeindruckt, ja sie sogar noch in ihrem nationalistischen Kurs bestärkt . Schade, denn vor Bushs Wahlsieg habe ich immer gerne schöne Tage dort verlebt.
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#2 FloAnonym
  • 16.09.2008, 13:52h
  • Das verwundert doch wohl niemanden:
    die Ewiggestrigen haben immer schon Probleme mit Meinungs- und Redefreiheit gehabt, denn dadurch könnte rauskommen, wie falsch und dumm ihre Meinungen sind.

    Wieso hat sie nicht gleich gefordert, dieses und ähnliche Bücher öffentlich zu verbrennen?

    Andererseits:
    wenn man sieht, wie beliebt diese Dame offenbar in den USA ist, kann ich nur sagen: die haben es nicht anders verdient, als verdummt zu werden.
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#3 hwAnonym
  • 16.09.2008, 14:53h
  • Im Kleinen zunächst der Versuch, das zu tun, von was die Pressure-Group Katholiken-Kongress "Freude am Glauben" erklärt hatte.

    Dass in Deutschland ein zweiter "Kulturkampf" ausgetragen werde – diesmal kämpfe die Kirche den papsttreuen Christen zufolge insbesondere bei den Themen Abtreibung und Homosexualität gegen den Staat.

    "Die Kirche müsse laut den Veranstaltern "Voraussetzungen für eine Zukunft zurückgewinnen.
    Das sei "in der Erziehung, in Staat und Wirtschaft" nötig."

    Dazu braucht es unbedingt Manipulation, Todschweigen, Geschichtsfälschung,
    Zynismus und Zensur - eben Kulturkampf
    in allen Lebensbereichen.

    Die Handelsreisenden und Residenten des Vatikan-Staates setzen seit über 1000 Jahren um, was im Staat von "1984"(Orwell) die Parole des "Wahrheitsministeriums" ist:
    "Wer die Vergangenheit beherrscht,
    beherrscht die Zukunft;
    wer die Gegenwart beherrscht,
    beherrscht die Vergangenheit."

    Also ran an die Archive, Bibliotheken, an die Urteile, ans WWW, an die Macht.
    (und unser kleines frechen hier, an die roten kästchen)

    In den USA geschieht das Ganze durch amerikanische Eliten auf maximalem Pump, mit immer schwelendem Krieg, und immer auf Kosten anderer.
    Wir zahlen schon mit. Ökonomisch, moralisch,
    mental.

    Flo:
    " Wieso hat sie nicht gleich gefordert, dieses und ähnliche Bücher öffentlich zu verbrennen?"

    In Zwischenphasen ungünstig. Man würde sich mit dieser sichtbaren Aktionsform, des Instrumentes des Faschismus-Vorwurfes gegen Mißliebige berauben. Später gerne.
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#4 gatopardo
  • 16.09.2008, 14:57h
  • Antwort auf #2 von Flo
  • Beliebt ist sie naturgemäss nur bei denen, die Kreationismus, Waffenbesitz, Homoehe- und Abtreibungsverbot befürworten und wahrscheinlich auch den Globus am "American Way of Life" genesen lassen möchten, während sie sich einbilden, der Nabel der Welt zu sein. Der grösste Teil der Bevölkerung informiert sich nicht über andere Länder und Kulturen, was wiederum den US-Ultrakonservativen in die Hände spielt. Diese Strategie macht teilweise auch bei europäischen Konservativen Schule, aber ausser den polnischen Zwillingen sind sie gesellschaftlich immer noch fortschrittlicher als eine beängstigende Palin, die fragwürdige Werte verteidigt.
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#5 alexander
  • 16.09.2008, 17:10h
  • bis zum gestrigen bankencrash war mccain uneingeschränkt für deren wirtschaftliche freiheit !
    heute ist er für scharfe kontrollen ! obwohl diese situation allein seinem verein der reps zu verdanken ist.
    die provinzeule palin hat immerhin schon seit einem monat einen reisepass, wirft aber obama mangelnde erfahrung vor ?
    na eventuell dreht sich das rad rückwärts und sie gewinnen die wahl, gnade uns gott, denn dann kriegen wir irgendwann gloria als kanzlerin !
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#6 Krzyszek
#7 VolumeProProfil
  • 16.09.2008, 18:04hMönchengladbach
  • Antwort auf #6 von Krzyszek
  • Vor allem, wer soll sie aufstellen.

    Soweit ich weiß, hat sie als Mitglied der Bundesversammlung nicht für Horst Köhler, wie sie es als Wahlfrau der CSU hätte tun sollen, sondern für Gesine Schwan gestimmt.

    Das zeigt nicht gerade politische Verlässlichkeit.
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#8 gatopardo
  • 16.09.2008, 18:40h
  • Antwort auf #7 von VolumePro
  • Gehört sie dann am Ende noch zur Fraktion derjenigen Damen, die ihre Wahl nur für Geschlechtsgenossinnen treffen ? Die kluge Gesellschaftskritikerin Alice Schwarzer soll Merkels Wahl ja auch positiv beurteilt haben ?
    Aber wollen mir mal schön zwischen Alice und Gloria schon vom geistigen Anspruch heraus unterscheiden.
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#10 VolumeProProfil