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Einer britischen Metastudie zufolge haben Lesben, Schwule und Bisexuelle eine 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an Depressionen oder Angststörungen zu leiden als heterosexuelle Menschen.

Wissenschaftler des University College London werteten insgesamt 25 Studien aus den Bereichen Sexualität und psychische Verfassung aus. Sie erklärten zudem, dass der Anteil an Menschen, die Alkohol-, Medikamente oder Drogen missbrauchen, bei Homo- und Bisexuellen wesentlich höher liege. Besonders erschreckend: Schwule und bisexuelle Männer haben weit häufiger versucht, sich selbst umzubringen als heterosexuelle Männer.

Studienleiter Michael King erklärte gegenüber "Reuters Health", dass Homosexualität nicht die Ursache dieser gesundheitlichen Probleme sei. Vielmehr sei der – oft ein ganzes Leben andauernde – gesellschaftliche Stress für die fragile psychische Gesundheit verantwortlich. Er nannte als Beispiel den Ausschluss von Schwulen und Lesben aus der Familie oder alt eingesessenen sozialen Gefügen. Diese Stresssituationen träten sogar gegenwärtig in den liberalsten Gesellschaften auf, so King.

Der Wissenschaftler rief Ärzte dazu auf, diesen Stress bei homosexuellen Patienten in Erwägung zu ziehen. Gleichzeitig dürften Psychologen nicht automatisch Homosexualität als Ursache für alle psychischen Probleme sehen: "Das passiert aber gegenwärtig aber recht häufig", so King. "Und das zum Ärger von vielen Lesben, Schwulen und Bisexuellen, die eine Therapie beginnen."

Die Studie wurde in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins "BMC Psychiatry" veröffentlicht.

Bereits in der Vergangenheit warnten Gesundheitsexperten wiederholt vor psychischen Problemen, die auf Diskriminierung von Homosexuellen zurückzuführen ist. Besonders hoch soll die Gefahr bei Jugendlichen sein, die gerade ihre Sexualität entdecken. So hat eine Studie im Auftrag der Homo-Gruppe HOSI Salzburg herausgefunden, dass schwule Schüler eine sechs Mal höhere Suizidrate haben als heterosexuelle (queer.de berichtete). Eine Studie aus Nordirland – einem als besonders homophob geltenden Land – kam sogar zu dem Ergebnis, dass jeder vierte junge Schwule bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat (queer.de berichtete). (dk)



27 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 17.09.2008, 14:23h
  • Also ich halte diese Studie für nicht mehr aktuell bzw. "ein wenig veraltet".

    In meinem Freundeskreis sind genauso viele Heteros wie Homos und ich kann weder bei mir, noch bei meinem Mann oder bei meinen homosexuellen Freunden erkennen ( um die Mitte 30), dass da höhere Depressionen vorliegen. Angststörungen erst Recht nicht.

    Schwierigkeiten und Depressionen gab es nur bei mehreren Freunden in deren Coming-Out-Zeiten, die aber alle längst schon viele Jahre zurückliegen (17 bis 27 Jahren). Ist die Studie denn nach Altersstufen gegliedert ?

    Das hätte ich bei dieser Studie doch gern geklärt und halte ich für sehr wesentlich, damit die Studie Sinn macht. Mir scheinen in meiner Studie häufig sogar die Heteros in meiner Altersklasse mehr gestresst, da viele von Ihnen gerade "kleine Kinder"/Baybs haben (Schlafstörungen, da das Baby schreit, usw.) und gleichzeitig das Berufsleben seine Anforderungen weiter stellt (übrigens auch ein Lesbenpaar mit kleinen Kindern ist auch dabei).

    Daher diese Studie ist nur hilfreich, wenn Sie nach Coming-Out-Phase unterteilen sollte und die Altersstufen berücksichtigt.
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#2 MalteAnonym
  • 17.09.2008, 14:45h
  • Wunders würds mich nicht: wenn Kirchen und andere religiöse Eiferer sowie erzkonservative Politiker wie die aus CDU und CSU ständig gegen Schwule und Lesben hetzen und die Gesellschaft zu Diskriminierungen etc. aufstacheln, zeigt das irgendwann Folgen...

    Schließlich sind auch unter schwulen und lesbischen Jugendlichen die Selbstmordraten 4-5 mal so hoch, wie bei heterosexuellen und auch daran sind Kirchen und Politk mitschuldig!
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#3 _sic_
  • 17.09.2008, 15:01h
  • "Besonders erschreckend: Auffällig hoch war die Selbstmordrate unter schwulen und bisexuellen Männern."

    Da muß queer.de wohl eine andere Fassung dieser Metastudie haben, den im Original liest sich das so:

    "Altough we cannot report on wether or not LGB people are at greater risk than heterosexuals for completed suicide, the elevated risks for all forms of mental disorder, DSH and substance misuse would suggets very strongly that this is the case."

    Das im Zuge der mediengerchten Aufbereitung so manche Feinheit verloren geht, ist mir klar. In Bezug auf grundsätzliche Aussagen von Studien sich derartige Freiheiten zu leisten, ist in der Tat besonders erschreckend. Ich bitte um etwas mehr Sorgfalt.

    Schwule haben der Studie zufolge häufiger versucht, sich selbst zu töten. Aber es ist richtig, dass es laut dieser Studie keine empirischen Beweise gibt, dass die Selbstmordrate höher ist, obgleich das angenommen wird. Wir haben die Formulierung im Text dahingehend geändert. Red.
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#4 gerdAnonym
  • 17.09.2008, 15:14h
  • Antwort auf #2 von Malte
  • @Malte
    Meines Erachtens ist die Altersfrage hier eine sehr zentrale Frage in der Studie. Je älter man wird, desto weniger ist man von solchen rechtskonservativen oder rechtsradikalen Personen (siehe NPD) beeinflussbar.

    Spätestens ab 30 ist das Selbstbewusstsein so stark als offen schwuler Mann/lesbische Frau vorhanden, das da keine Depressionen mehr aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse möglich sind. Das Gegenteil tritt eher ein, dass man über solche rechten Personen eher nur noch "drüber lächelt", da die innere Selbststärke nicht mehr zu torpedieren ist. Anders würde es vielleicht ausschauen, wenn ich in einem Land wie Iran oder Jemen aufgewachsen wäre und heute leben müßte, da mögen dann aufgrund Illegalität und hoher gesellschaftlicher Hürden Depressionen auch schneller vorhanden sein/sich aufbauen.

    Aber hier in Deutschland oder überhaupt in Nord-West-Mitteleuropa sehe ich das im Jahre 2008 mittlerweile sehr easy, was das Thema Homosexualität angeht.

    Viel schwerer ist da das Thema, berufliche Existenzssicherung und die Anforderungen des Berufes, die zu bewältigen sind. (dies ist aber etwas, womit Heterosexuelle und Homosexuelle gleichermaßen hart zu kämpfen haben; da erkenne ich keine Unterschiede). Ich kenne Homosexuelle/Heterosexuelle in gleichem Ausmaß, die super easy ihren Beruf machen und ich kenne auch genügend, die das hohe Probleme bis zu Depressionen bereitet. So kenne ich sowohl Homosexuelle/Heterosexuelle mit finanziellen Problemen als auch genügend die eigenes Haus mit Garten haben und jedes Jahr in Urlaub fliegen.

    Also daher bleibe ich dabei, die Studie macht nur Sinn, wenn Sie nach Alterstufen sich gliedern sollte und wenn sie insbesondere nach innerer Coming-Out-Phase zeitlich unterscheidet.

    Ich glaube immer noch, dass die größte Schwierigkeit in jungen Jahren darin besteht, sich selbst einzugestehen, dass man schwul/lesbisch ist. Hat man dies geschafft und für sich voll akzeptiert, kann das Leben genauso normal verlaufen, wie bei jedem anderen Hetero auch. Den einizigen Unterschied sehe ich bei schwulen Männern in Deutschland (nicht bei Lesben), im Thema "eigene Kinder". Während Lesben spätestens mit der Stiefkindadoption das Thema jetzt gelöst haben, sieht dies bei schwulen Paaren anders aus. Wenn dort schwule Männer einen hohen Kinderwunsch haben, sind die Hürden in Deutschland immer noch sehr, sehr hoch. Das betrifft aber nur diejenigen schwulen Männer, die Kinder gern hätten. Ich kenne auch viele, viele schwule Männer, die das gar nicht wollen.
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#5 splattergayAnonym
  • 17.09.2008, 15:31h
  • Ich glaube die Trennung zwischen Depressionen in der Coming-Out Phase und späteren Lebensphasen ist wichtig, aber nicht ganz voneinder zu trennen. Das Schwule in ihrer schwierigen Jugend-und Selbstfindungsphase öfters unter psychischen Problemen leiden macht sie bestimmt auch in späteren Lebenssituationen anfälliger, wenn vielleicht nicht mehr die Umwelt, sondern Partnerschafts- oder szenespezifische Probleme zu vermehrten Depressionen oder Angsterkrankungen führen.
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#6 alexander
  • 17.09.2008, 17:39h
  • die studie ist hochaktuell, belegt sie doch, dass auch in westlichen "zivillisationen" das selbstverständnis noch längst nicht erreicht ist, das ein leben ohne vorurteile ermöglicht, was im übrigen jedem betroffenen klar ist !
    erfreulich, dass menschen um die 30 jahre dieses als nicht mehr so gravierend ansehen, also hat die ältere generation doch gute vorarbeit in den jahren davor geleistet !
    trotzdem sind homosexuelle menschen meistens einer psychischen doppelbelastung ausgesetzt, durch allgemein bekannte gesellschaftliche, berufliche und private faktoren. unabhängig davon, ist die belastung in der jugend , sowohl als auch im alter mit sicherheit grösser, abhängig von der persönlichen lebenssituation.
    vorhandene problemsituationen werden durch die homosexualität mit sicherheit verstärkt.
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#7 gerdAnonym
  • 17.09.2008, 18:11h
  • @Alexander
    Ich kann dies eher weder bei mir noch bei meinem Mann noch bei befreundeten schwulen Männern zwischen 30 und 40 bestätigen nach deren bereits seit vielen Jahren zurückliegenden Coming-Out-Phasen. Da gibt es keine Unterschiede zu heterosexuellen Personen im gleichen Altersabschnitt.

    Das einzige Thema, was da doch unterschiedlich abläuft, ist die Kinderfrage. Während bei Lesben dieser Weg mittlerweile auch offen in Deutschland lösbar ist, wenn Sie es denn wollen, bestehen für schwule Paare doch eher höhere Hürden, die es zu überwinden gilt.

    Aber ansonsten sehe ich da Nix mehr an Unterschieden. Daher halte ich die Studie nur bedingt aussagekräftig, soweit sie zu den Altersangaben und Coming-Out-Phasen differenziert äußern sollte. Da ich aber die Studie nicht kenne, ob dies in der Studie gewährleistet ist, bedürfte dies der Klärung. An der allgemeinen Ausage der Studie, wie sie der Artikel wiedergibt, aber setze ich doch eher ein Großes Fragezeichen. Denn diese Aussage ist doch eher nur altersspezifisch und vor/nach innerem Coming-Out differenziert zu treffen.
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#8 DURAL DELUXEAnonym
  • 17.09.2008, 18:34h
  • Antwort auf #4 von gerd
  • dein beitrag ist unsinn, von vorne bis hinten. alles "easy" bis "super easy" und depressionen ab 30 sind unmöglich, es sei denn natürlich, man ist im jemen aufgewachsen.

    so easy ist's dann doch nicht, mein lieber.
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#9 gerdAnonym
  • 17.09.2008, 18:46h
  • Achso und ich vergaß zu schreiben: unterschiedlich zu Heteros ist auch das Einkommenssteuerrecht und bestimmte Vergünstigungen seitens des Staates, die noch unterschiedlich ablaufen.

    Deswegen aber bekomme ich, mein Mann oder befreundete schwule Männer sicherlich keine Depressionen. Ganz im Gegenteil- das macht mich eher wütend anstatt depressiv. Aber zumindest die Erbschaftssteuerreform scheint jetzt positiv zu kommen. Dann fehlt in erster Linie "nur noch" die Einkommenssteuergesetzanpassung an die ELP sowie das volle Adoptionsrecht nichtleiblicher Kinder.

    Von der Grundaussage der Studie fühle ich mich jedenfalls Lichtjahre entfernt.
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#10 _sic_
  • 17.09.2008, 19:17h
  • Antwort auf #4 von gerd
  • Erstens mal ist das eine Metastudie und keine blosse Studie. Die herangezogenen Studien stammen zum größtenteil aus dem Jahr 2003, die älteste stammt von 1997. Ich würde das durchaus als aktuell gelten lassen.

    Die von Dir aufgeworfene Altersfrage, kann ich dir beantworten. Einge der Studien erfassen tatsächlich dezidiert Jugendliche oder junge Erwachsene, aber eben nicht alle. Damit das ganze repräsentativ bleibt, gewichtet man diese Ergebnisse aufgrund demographischer Daten. Kurz gesagt: dein Einwand ist nichtig. Ein Grundproblem der Studie ist eher der Mangel an verwertbaren Daten, der dort auch erwähnt wird.

    Jede dieser Fragen hättest Du dir auch selbst beantworten können. Einfach im Originaltext nachschauen. Zweck deiner ganzen Rede ist wohl zu zeigen, daß die Erkenntnisse der Studie auf dich und dein Umfeld nicht zutreffen. Eine Übung, die Du dir auch sparen hättest können. Insofern es Dir nicht klar ist, stelle ich das mal in aller Deutlichkeit fest: repräsentative Studien treffen keine Aussagen über Individuen, sondern über die Gesamtheit der Bevölkerung.
    (Außer natürlich Du brauchts diese Selbstdarstellung zur Stützung eines bestimmten Selbstverständnisses. In diesem Fall: Mein Beileid).

    Was folgende von Dir geäußerte Behauptung angeht:
    "Spätestens ab 30 ist das Selbstbewusstsein so stark als offen schwuler Mann/lesbische Frau vorhanden, das da keine Depressionen mehr aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse möglich sind. "

    Naja mir war nicht klar das Selbstbewusstsein eine Eigenschaft ist, die altersbedingt unweigerlich zu Tage tritt. Davon agesehen muß ich sagen: Chapeau! Ein Meisterstück an Dummheit oder blankem Zynismus. Wenn wie Du meinst die Erkenntnisse der Studie auf vornehmlich jüngere Schwule zutrifft , sind die von dir ins Feld geführten 30+ Schwulen wohl kaum selbstbewusster weil gefestiger, sondern wohl eher über 30, weil selbstbewusster. Der Rest hat sich nähmlich schon in früheren Jahren umgebracht und das auch nur weil sie ein Problem mit ihrem "inneren Coming Out" hatten, sprich mit sich selbst. Wer das überlebt hat, bringt sich wenn überhaupt höchstens aus gutbürgerlichen Gründen um.
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