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  • 20. September 2008, noch kein Kommentar

Star-Jazzer Till Brönner will die Welt erobern. Sein Album "Rio" klingt internationaler und hält viele Gaststars bereit: Annie Lennox, Sergio Mendes, Aimee Mann und etliche andere.

Von Jan Gebauer

Die einen nennen ihn Deutschlands aktuell größten Jazzer, die anderen sehen in ihm fast den Untergang des Jazz-Abendlandes, denn seine Musik sei viel zu sehr am Mainstream orientiert, sein Spiel viel zu geradlinig und wenig risikobereit. Das von Larry Klein produzierte Album "Rio" wird wohl kaum Letztere umstimmen, denn schon beim ersten Lied bewegen wir uns in ganz sicheren Gefilden. Leichte Bossa-Nova-Kost bei "Mistérios", Annie Lennox und Milton Nascimento leihen dem Ganzen ihre Stimme. Brönner nahm für Rio Lieder der großen Meister des Bossa Novas auf: Antônio Carlos Jobim, Chico Buarque und João Donato seien an dieser Stelle genannt.

Larry Klein, zuletzt ungemein erfolgreich mit Herbie Hancock (Grammy!) und Madeleine Peyroux, verpackte die Lieder in ein leichtverdauliches Klangleid, das abseits von Experimenten vor allen Dingen charmant unterhalten will. Die leichtfüßige Exkursion nach Brasilien klingt nach grandios aufpolierter Musik für die Cocktail-Stunde am Abend oder das Rendezvous zu Zweit. Als Anspieltipps empfehlen sich Brönners Kooperationen mit Aimee Mann ("Once I Loved"), Bossa-Altmeister Sergio Mendes ("Ela é carioca") und Nachwuchshoffnung Melody Gardot ("High Night"). Eher dünn fällt dagegen Brönners eigenes Stimmchen aus: "Só danço samba" klingt gegen die Version von Stan Getz und Joao Gilberto aus dem Jahre 1963 wie ein Witz. Zum Glück greift er danach nur noch einmal zum Mikro! Dann lieber sein geradlinig gutes Trompetenspiel.

19. September 2008