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Die Kabarettistin Sabina Guzzanti muss nicht ins Gefängnis, weil sie die Homo-Feindlichkeit des Papstes scharf kritisiert hatte.

Das italienische Justizministerium hat nun bekannt gegeben, dass es keine Erlaubnis gebe, Guzzanti nach einem aus der faschistischen Ära stammenden Gesetz anzuklagen. Die 45-Jährige hatte im Juli auf einer Demonstration gegen die Mitte-Rechts-Regierung u.a. die Ablehnung der Homo-Ehe durch die Kirche kritisiert (queer.de berichtete). Dabei sagte sie unter anderem: "In den nächsten 20 Jahren wird der Papst da sein, wo er sein sollte: In der Hölle. Dort wird er dann von riesengroßen schwuchteligen Teufeln rangenommen – sehr aktiven Teufeln, nicht passiven!". Die Staatsanwaltschaft wollte sie daraufhin nach einem Gesetz aus dem Jahr 1929 anklagen, nach dem es verboten ist, "die Ehre der heiligen und unverletzlichen Person" des Papstes anzutasten.

Justizminister Angelino Alfano erklärte, dass er sich gegen eine Anklage ausgesprochen habe, weil er wisse, "dass der Papst viel vergeben" könne. Als Katholik sei er aber "traurig und beschämt" gewesen, als er von den Äußerungen erfahren habe, erklärte der konservative Politiker bei einer Rede in der katholischen Universität von Mailand. Man solle nun aber nicht noch weiter Öl ins Feuer gießen.

Guzzantis satirische Shows haben bereits mehrfach für Proteste gesorgt. So wurde sie 2003 von Ministerpräsident Silvio Berlusconi wegen Diffamierung angezeigt, weil sie sich in einer RAI-Sendung über ihn lustig gemacht hatte. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 MarekAnonym
  • 22.09.2008, 14:36h
  • "Justizminister Angelino Alfano erklärte, dass er sich gegen eine Anklage ausgesprochen habe, weil er wisse, "dass der Papst viel vergeben" könne."

    Aha, also nicht, weil es um Meinungsfreiheit und Redefreiheit geht, sondern nur, um den Äußerungen nicht erst richtig Verbreitung zu geben.

    "Die Staatsanwaltschaft wollte sie daraufhin nach einem Gesetz aus dem Jahr 1929 anklagen, nach dem es verboten ist, "die Ehre der heiligen und unverletzlichen Person" des Papstes anzutasten."

    Aber dieses undemokratische Gesetz, das einer einzelnen Person Sonderrechte einräumt, bleibt bestehen und in weniger prominenten Fällen kann es weiterhin angewendet werden um Kritiker mundtot zu machen.

    Das ist die gleiche Strategie, wie in Deutschland bei den Äußerungen von Volker Beck (Grüne) Karinal Meissner sei ein Hassprediger. Die wissen ganz genau, dass sie diese Äußerungen vor Gericht nicht verbieten können, also verzichten sie in prominenten Fällen darauf, um keinen Präzedenzfall zu schaffen und weniger Prominente weiter einschüchtern zu können.
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#2 FloAnonym
  • 22.09.2008, 14:57h
  • Dass dieses Gesetz aus einem Kuhhandel zwischen katholischer Kirche und faschistischem Mussollini-Regime stammt (die Kirche schweigt zur Diktatur, wenn sie dafür Sonderrechte bekommt) wundert mich überhaupt nicht!!

    Was mich aber schockiert ist, dass solch ein Gesetz aus faschistischen Zeiten, das gegen alle demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Gleichheit verstößt, auch heute noch in Italien gültiges Recht ist... Das ist ein Skandal und zeigt nicht nur, dass die katholische Kirche das Mittelalter zurückhaben will, wo es keine Demokratie gab, sondern die Kirche herrschte, sondern das zeigt auch, dass die Trennung von Staat und Kirche in der EU noch lange nicht überall gegeben ist. (Übrigens in Deutschland auch nicht. Eines der wenigen positiven Beispiele ist z.B. Frankreich.)
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#3 TimAnonym
  • 22.09.2008, 15:35h
  • Naja immerhin, das haben Sie sich dann doch wohl nicht getraut. Damit hätte sich einige konservative Politiker in Italien entgültig der Lächerlichkeit preisgegeben.

    In der Europäischen Union, zu der auch Italien gehört, gelten Demonstrations- und Meinungsfreiheit.

    Und wenn die Kabarettistin Guzzanti hier doch sehr poinitiert die Wahrheit wiedergibt, so wäre es eine Pharse geworden, wenn da jetzt der Staat Anklage erhoben hätte.

    Solange sich der römisch-katholische Klerus nicht eingesteht, dass das Zwangszölibat abgeschafft gehört und die Tabuisierung der sexuellen Orientierung der katholischen Priester beendet werden muss, ist auch weiterhin die heftige Kritik am Papst berechtigt. Erinnert sei einmal an Alwin Hammers, dem Universitätsprofessor in Trier und Pastoralpsychologen, der bereits 1997 in einer Studie schrieb, dass rund 25 % der Priester schwul seien. Davon aber will der Vatikan nichts hören:
    *
    wissen.spiegel.de/wissen/dokument/30/24/dokument.html?titel=
    Angst+vor+den+Schwulen&id=8704203&top=SPIEGEL&suchbegriff=al
    win+hammers&quellen=&vl=0


    Mittlerweile ist bei den katholischen Priestern der Altersdurchschnitt bei 60 Jahren und überall im Lande erfolgen deswegen Gemeindefusionen: die katholische Kirche sollte endlich dem Wege Martin Luthers folgen und die Priester heiraten und Familien gründen lassen. Solange aber weiter die sexuelle Orientierung des katholischen Klerus tabuisiert bleibt, werden wir auch weiter lauter Schwachsinn zu diesem Thema und zum Thema Sexualmorallehre vom Vatikan hören.
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#4 AntichristProfil
  • 23.09.2008, 06:54hHH
  • Als ich die Überschrift gelesen habe dachte ich: "Aha, die sind ja doch nicht so doof, wie befürchtet!". Nach diesem Satz: "dass er sich gegen eine Anklage ausgesprochen habe, weil er wisse, "dass der Papst viel vergeben" könne.", der Grund für das Fallenlassen einer Anklage ist weiß ich: "die sind doch so doof, wie befürchtet."
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#5 JulianAnonym
  • 23.09.2008, 18:47h
  • 2008 - Mitten in Europa:
    wieder ein Versuch, demokratisch-rechtsstaatliche Werte zugunsten des Vatikan aufzugeben.

    Dass die Kirche Demokratie durch mittelalterliche Kirchenherrschaft ablösen will, verwundert keinen. Aber wenn angebliche Demokraten sie dabei unterstützen, wird mir Angst und Bange...
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