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Sie schrieb das Buch für den großen Kinoerfolg. Jetzt fühlt sich die Autorin "irritiert" durch die von Fans verfassten - zum Teil sehr saftigen – Fortsetzungen.

Von Carsten Weidemann

Annie Proulx ist schon länger im Autorenbusiness. Doch dass ausgerechnet ihre Kurzgeschichte aus einer Sammlung von Stories und Märchen aus Wyoming als Vorlage für einen gigantischen Kinoerfolg ausreichte, das hat wohl auch sie überrascht. Nachdem Regisseur Ang Lee den Film "Brokeback Mountain" auf die Leinwand gebracht hatte, war auch die Schriftstellerin plötzlich weltbekannt. Darunter hat sie jetzt zu leiden, wie sie in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" klagte. Denn viele Fans des Films schicken ihr selbst verfasste Fortsetzungen und angepasste Brokeback-Versionen, die mit einem "ordentlichen" Happy End versehen sind.

"Brokeback Mountain hatte wenig Einfluss auf mein Leben als Schreiberin, aber es ist eine Quelle konstanter Irritation in meinem Privatleben", gesteht sie. "Es gibt zahlreiche Leute da draußen, die denken, diese Geschichte ist nach ihren eigenen Fantasien veränderbar und dass sie korrigiert werden muss, weil sie ein in ihren Augen enttäuschendes Ende hat."

Die Fan-Fiction, die sie mit der Post erhält, sei meist schlecht geschrieben und oft pornographisch. In den meisten der neuen Brokeback-Versionen findet der Charakter Ennis einen passenden Freund, mit dem er glücklich bis an sein Lebensende zusammen bleibt. Oder der Charakter Jack ist gar nicht gestorben, oder die männlichen Kinder der beiden Cowboys treffen aufeinander, verlieben sich ineinander und heiraten. Annie Proulx schüttelt darüber den Kopf: "Sie haben die Geschichte nicht verstanden. Sie wissen nichts über Urheberrechte, dass die Figuren Jack Twist und Ennis Del Mar mein geistiges Eigentum sind."

Auffallend sei außerdem, dass es immer Männer seien, die ihr diese Umdeutungen schickten, viele betonen in ihren Anschreiben, dass sie nicht schwul seien, aber sie würden dann trotzdem eine saftige Erotikstory abliefern. "Hinter jeder dieser Neufassungen liegt die unausgesprochene Annahme, dass sie als Männer die Geschichte besser aufschreiben können als eine Frau", vermutet die Autorin misstrauisch.

Annie Proulx hat übrigens gerade eben einen neuen Band mit Kurzgeschichten veröffentlicht, die wieder im amerikanischen Westen spielen. Darunter auch wieder zwei Storys, die einen schwulen sowie einen lesbischen Hintergrund haben.



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11 Kommentare

#1 FloAnonym
  • 22.09.2008, 15:00h
  • Also da muss ich ihr wirklich zustimmen: wer da anfängt, ein Happy End zu konstruieren oder die Geschichte zum Porno macht, hat nichts von der Geschichte verstanden!!
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#2 RabaukeAnonym
  • 22.09.2008, 15:56h
  • Ich stimme meinem Vorredner zu! Es ist einfach unerhört! Man stelle sich vor, man wollte den CSD und dessen Ereignisse der 60er in New York in ein "happy end" umschreiben? Leute die hier ne glückliche Fortsetzung verlangen, haben nix, wirklich von der Geschichte über unseren Weg der Anerkennung und Tolleranz begriffen!
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#3 mok120Profil
#4 AngelAnonym
  • 23.09.2008, 01:47h
  • Also ich glaube doch, das die Autorin den Bogen ganz schön überspannt ! Die Figuren sind Ihr geistiges Eigentum - okay, kein Problem. Aber wieso darf ich mir als Leser/Zuschauer nicht meine eigenen Gedanken um diese Figuren herum machen und anhand dieser Vorlage eine andere Geschichte herum entwerfen. Diese Gedanken lasse ich mir von niemandem verbieten ! Das dies bei vielen Schwulen leider in Pornographie ausartet, okay, dann ist das eben so - sicher nicht litararisch besonders wertvoll, aber auch menschlich. Sie muss diese Geschichten genauso wenig mögen, wie sehr viele Ihre Werke nicht für lesenswert halten. Auch diese Meinung eines jeden wird man niemandem verbieten können. Und solange keiner der Schreiberlinge aus seiner Version Kapital schlagen will, sollte sie sich mit Urheberrechten und geistigem Eigentum zurückhalten.
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#5 IchAnonym
  • 23.09.2008, 11:42h
  • Antwort auf #4 von Angel
  • Falsch!!! Die Figuren sind nun einmal ihr Eigentum, mit denen sie ein (Kunst)Werk gescjaffen hat (das Buch).
    Das bedeutet, daß sie die alleinige Eigentümerin dieser Figuren ist und auch einzig und allein darüber entscheiden darf, was mit diesen Figuren geschieht. Daß sie es alles andere als gut findet, wenn man ihre Figuren "mißbraucht", halte ich für völlig verständlich.
    Jeder darf Fanatsien haben und diese auch zu Papier bringen, nur bitte wirklich nur die eigenen und sich nicht irgendwo bei anderen bedienen.
    Schreiben ist eine sehr hohe und anstrengende Kunst. Ich kann dann schon verstehen, wenn sie es nicht in Ordnung findet, wenn andere Personen Schindluder mit ihren Figuren betreiben. Zumal diese Figuren eben rechtlich geschützt sind. Geistiges Eigentum steht unter einem sehr hohen Schutz und das ist heutzutage, wo sich jeder ungeniert aus dem Ideenpool anderer bedient, auch gut so.

    Also: Schreiben, bitte, gerne! Aber Finger weg von den Ideen anderer Menschen!!! Selber nachgrübeln!
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#6 xyAnonym
  • 23.09.2008, 16:25h
  • Antwort auf #5 von Ich
  • Wenn wir die Geschichte sämtlicher Kunstsparten von allen Werken säubern, in denen - insbesondere unerlaubt, vor Ablauf des Urheberrechts, das nebenher eine Erfindung der letzten zweihundert Jahre ist - geklaut wurde, bleibt fast so wenig übrig als wenn wir sie von allen Werken säuberten, die unter Einfluß illegaler Substanzen entstanden sind (oder demnächst illegaler wie Tabak, Alkohol und Kaffee). Stichwort: Doping in der Kunst. Und natürlich Schutz der armen Jugend, die man mit nichts sicherer von bestimmten Dingen abbringen kann, als wenn man diese verbietet.

    Mit Hinweis auf das Urheberrecht verbieten läßt sich übrigens nur die Veröffentlichung, nicht aber die Produktion irgendwelcher Werke. Und wenn ich es recht verstanden habe, möchte das die Dame auch gar nicht (im Gegensatz etwa zu den grimmigen Hütern der Gelddruckmaschine namens "Harry Potter"). Sie hat sich beklagt über den Schrott, den man ihr zuschickt und über die geistige Bescheidenheit, welche dieser offenbart.
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#7 anonymAnonym
  • 23.09.2008, 20:49h
  • Antwort auf #5 von Ich
  • ich habe eben im deutschen urhg (urheberrechtsgesetz) geschaut und kann keinen paragraphen finden, der es verbieten wuerde, eine fortsetzung zu einem roman zu schreiben.

    das urhg bezieht sich nur auf das werk als solches, woran der urheber seine rechte festmacht. sprich: es ist verboten, die geschichte als seine eigene auszugeben oder die gesamte geschichte in veraenderter form herauszugeben. oder kann mir hier jemand einen paragraphen nennen, der eine fortschreibung verbieten würde?

    etwas anders waere es wohl, wenn sie sogar die namen der beiden leuts als marke haette schuetzen lassen. dann darf man sie zumindest nicht in kommerziellem rahmen verwenden.

    fan fiction ist aber kaum als kommerziell zu bezeichnen.
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#8 Peter You KnowAnonym
  • 22.01.2009, 11:54h
  • Ich glaube, der Annie geht es auch weniger um die rechtlichen Aspekte als vielmehr darum, dass die vielen Autoren, die ihr nun Fortsetzungen udgm mehr schicken, ganz offensichtlich nicht kapiert haben, dass gerade dieser monolithischen, und in sich perfekt abgeschlossenen Handlung kein Platz ist für rührselige oder spermaangereicherte Träume. Die Geschichte ist so, wie sie ist, perfekt und wasserdicht; die Juche Happy End Versionen Chaps tragender Großstadtcowboys ist eigentlich beleidigend - denn aus welchem grund schicken diese Leute ihr denn ihre adaptierten versionen, wenn nicht um ihr vor Augen zu führen, dass sie die Geschichte eben nicht perfekt genug verfasst hat?
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#9 stromboliProfil
#10 maaaartinAnonym
  • 22.01.2009, 12:48h
  • die gutste hat überhaupt nicht kapiert, wie das so mit fans und ruhm funktioniert. keine ahnung wie das rechtlich läuft, aber das ist doch blödsinn, sich darüber aufzuregen, dass die eigene geschichte andere so fasziniert, dass sie sich ihre gedanken drüber machen und das ganze weiterspinnen. das gibts bei star trek und tausenden anderen sachen auch. solange keiner mit seiner fan-fortsetzung geld machen will, sollte das doch kein problem sein.
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