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  • 22. September 2008, noch kein Kommentar

Vor rund zwei Jahren trat der erzkonservative US-Kongressabgeordnete Mark Foley zurück, weil er mit mindestens einem jugendlichen Kongressboten Sex-Chats per Instant Messenger und E-Mail hatte – jetzt ist das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Internet-Kinderpornografiegesetz gegen den 54-Jährigen eingestellt worden.

Ein Justizsprecher des Staates Florida erklärte, die Ermittlungen hätten keine Beweise zutage gefördert. Gleichzeitig kritisierte er, dass Foley und der Kongress nicht mit den Ermittlungsbehörden von Florida zusammengearbeitet hätten. So erhielten die Ermittler keinen Zugang zu den Computer-Dateien des Kongresses. Auch die Bundesbehörden haben sich nach Informationen des Bundesjustizministeriums aus dem Fall zurückgezogen.

In einer schriftlichen Erklärung bedauerte der gescholtene ehemalige Volksvertreter aus Florida seine Verfehlungen, erklärte aber auch, dass er nach er glaube, keine Straftat begangen zu haben: "Ich entschuldige mich für die unangemessenen E-Mails, besonders bei den Empfängern", so der 54-jährige Foley. "Mir ist bewusst, dass ich sie, meine Familie, meine ehemaligen Kongresskollegen und Angestellten, wie auch meine Wähler enttäuscht habe."

2006 sorgte die erste bekannt gewordene Sex-Chat während des Kongress-Wahlkampfes für Aufregung, in der Foley einen 16-Jährigen Kongressboten ausfragte, was dessen Onanie-Gewohnheiten seien und er den Jungen aufforderte, dessen "einäugige Schlange" zu berühren. Foley hat aber stets beteuert, nie Sex mit Minderjährigen gehabt zu haben. Ferner bekannte er sich zu seiner Homosexualität und erklärte, als Jugendlicher von einem Pfarrer misshandelt worden zu sein (queer.de berichtete).

Der Fall sorgte kurz vor den Kongresswahlen insbesondere für Aufsehen, weil Foley als einer der größten Moralapostel der republikanischen Partei galt – und zusätzlich noch lange Jahre deren Vizefraktionschef war. Während der gescheiterten Clinton-Amtsenthebung entrüstete er sich lautstark über den "umoralischen" Präsidenten. Die entlarvte Scheinmoral des Mark Foley trug dazu bei, dass die Demokraten 2006 einen klaren Wahlsieg verbuchen konnten (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Vor dem Skandal: Foley empört sich im Kongress über "sexuelle Raubtiere", die im Internet ihr Unwesen trieben.