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Im Rathaus Berlin-Reinickendorf darf die Ausstellung "Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt" nach der Intervention von Stadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) nicht gezeigt werden. Maneo und der LSVD planen dagegen eine Protestaktion am Donnerstag.

Die aus zwölf Schautafeln bestehende Wanderausstellung des Anti-Gewalt-Projektes Maneo sollte auf Initiative des Reinickendorfer Bezirksparlaments im Foyer des Rathauses gezeigt werden. Stadträtin Schultze-Berndt und der Kulturausschuss äußerten jedoch Bedenken, die Ausstellung könne für Jugendliche nicht geeignet sein, weil auf den Fotos schwere Körperverletzungen zu sehen sind. Statt im Rathaus sollte die Ausstellung daraufhin im Fontanehaus gezeigt werden. Aber auch hier wollte das Bezirksamt das Foyer nicht zur Verfügung stellen. Stattdessen sollte die Ausstellung in einen kleinen abgeschlossenen Raum, der nur über lange verwinkelte Gänge zu erreichen ist, abgeschoben werden. Aus diesem Grund sagte Maneo-Projektleiter Bastian Finke die Ausstellung schließlich ab.

Die Ausstellung zeigt Fotos von schwulen Männern, die Opfer homosexuellenfeindlicher Gewalttaten wurden. Sie dokumentiert die teilweise lebensgefährlichen Verletzungen der Opfer. Ziel ist es, für das Ausmaß und die Folgen homophober Hassdelikte zu sensibilisieren und solchen Gewalttaten vorzubeugen. Die Ausstellung wurde bereits an vielen öffentlichen Orten präsentiert, zum Beispiel im Rathaus Wilmersdorf. Im Oktober wird sie im Foyer des Berliner Polizeipräsidiums zu sehen sein.

Nach der Verbannung aus dem Rathaus Reinickendorf laden Maneo und der LSVD für Donnerstag zu einer Protestaktion um 11.30 Uhr im Foyer des Rathauses Reinickendorf. Im Rahmen dieser Aktion sollen die im Rathaus unerwünschten Bilder der Öffentlichkeit vorgestellt werden. LSVD und Maneo wollen Reinickendorfer Bürgern die Gelegenheit geben, sich selbst eine Meinung zu bilden.

In Reinickendorf gab es in den letzten Jahren bereits mehrfach Auseinandersetzungen zwischen Homo-Aktivisten und den Behörden. So hatte Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) 2007 die Anliegen von Schwulen und Lesben mit denen der NPD verglichen (queer.de berichtete). Sie weigerte sich, zum CSD die Regenbogenfahne zu hissen, wie es zuvor die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen hatte. Erst in diesem Jahr wurde sie von Innensenator Erhart Körting (SPD) dazu gezwungen (queer.de berichtete). (dk)



16 Kommentare

#1 ErnstfallProfil
  • 23.09.2008, 13:54hNeukölln
  • Eine Schande für die ganze Stadt! Deckt diese Dame mal mit Protest-Mails /-Faxen ein!
    Email: katrin.schultze-berndt@ba-rdf.verwalt-berlin.de
    Fax: (030) 90 294-5654
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#2 TimmAnonym
  • 23.09.2008, 14:16h
  • Das zeigt wieder mal:
    der CDU ist homophobe Gewalt egal und sie möchte auch alle Zeugnisse antischwuler Gewalt verbannen, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt...

    Die Bilder zeigen die Realität, auch wenn die CDU das nicht wahrhaben und die Fakten vertuschen will. Damit macht sich die CDU mitschuldig (so wie sie mit ihrer Politik ja auch erst antischwules Klima erzeugen, das solche Taten erst ermöglicht.)

    Die CDU ist und bleibt unwählbar!!
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#3 Thomas62Anonym
  • 23.09.2008, 17:19h
  • "Stadträtin Schultze-Berndt äußerte jedoch Bedenken, die Ausstellung könne für Jugendliche nicht geeignet sein, weil auf den Fotos schwere Körperverletzungen zu sehen sind"

    Aber gerade DIE sind´s doch die vornehmlich auf schwule bzw. lesbische Mitjugendliche einprügeln.
    Diese ach so sensiblen Jugendlichen haben die härtesten Pornos auf ihren Handys, filmen sich beim verprügeln von anderen, laufen saufend und pöbelnd durch die Welt.

    Nein! Die Wahrheit tut eben doch zu sehr weh. Das darf man den Verursachern natürlich nicht zumuten!
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#4 JulianAnonym
  • 23.09.2008, 18:39h
  • Ich habe ja viel Geduld, aber irgendwann ist auch diese erschöpft:
    die CDU soll sich mal ganz schnell in ihr konservatives Traumbild verziehen. Ich kann die nicht mehr sehen und hören. Ich habe die Schnauze voll von der CDU. Aber gestrichen.

    Ganz ehrlich: ich kann selbst bei angestrengtem Nachdenken nicht verstehen, wie man die noch wählen kann.
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#5 hwAnonym
#6 LukasAnonym
  • 23.09.2008, 20:06h
  • Ich habe gerade den Vorschlag von Ernstfall aufgegriffen und eine Protestmail an die CDU-Dame versandt, Kopien gehen an die Bezirksbürgermeisterin und Ihre Bezirksratkollegen. Sollten alle queer.de-Leser machen. Die Email-Adresse finden sich hier:
    www.reinickendorf.de/
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#7 InfernoProfil
  • 23.09.2008, 21:25hBerlin
  • Es braucht keine Ausstellung um zu zeigen, dass es Schwulenfeindliche Gewalt gibt. Die Daten und Fakten zu diesem Thema liegen längst und lange auf dem Tisch.

    Ich kenne diese Ausstellung, habe Sie im Man-o-Meter schon gesehen. Vielleicht sollte man seine Energie nicht auf die Sesselpupser in der CDU-Reinickendorf fokussieren, sondern eher auf die Berliner Polizei, die nach eigenem bekunden einige Gegenden von Berlin für den Rechtsstaat aufgegeben haben. Diese Räume zerfallender Staatlichkeit sind nämlich auch immer No-Go's für Schwule und Lesben.
    Und dagegen sollte man sich eher engagieren, als gegen eine Provinztrulla aus Berlin-Kuhkackerode.....
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#8 AntichristProfil
  • 24.09.2008, 06:48hHH
  • Antwort auf #7 von Inferno
  • @Inferno: "Es braucht keine Ausstellung um zu zeigen, dass es Schwulenfeindliche Gewalt gibt. Die Daten und Fakten zu diesem Thema liegen längst und lange auf dem Tisch."
    Zahlen, Daten, Fakten sind Schall und Rauch. Das sind nicht mehr als Papierleichen. Allenfalls für die Regierung interessant sofern deutlich genug. Für Otto-Normal-Hete jedoch uninteressant. Erzähle ihnen etwas, nenne Zahlen, Vergleiche. Es klingt für sie banal, unwichtig. Es sind nur Zahlen, die Vorstellung das Menschen dahinter stehen entgeht dabei. Es ist nicht mehr als eine lustige oder traurige Geschichte. Eben gehört, im nächsten Moment vergessen.
    Zeige etwas, plastisch, bildlich, in aller grausamer Deutlichkeit und es bekommt Gewicht, ein Gesicht, es prägt sich ein, es haftet. Vielleicht nicht auf Dauer, aber länger als es eine Statistik mit allen möglichen Vergleichen schaffen würde.

    Diese Ausstellung ist in seiner ganzen grausamen Deutlichkeit wichtig. Sie MUSS gezeigt werden. Sie MUSS besucht werden, gerade auch von Schulklassen ab 7./8. Jahrgangsstufe. Zusammen mit der Thematisierung: "Gewalt aus Rassen-/Homo-/Menschenhass", einem Exkurs in Geschichte, Sexualkunde, Ethik, Menschenrechte. Eine solche Ausstellung sollte in jeder Stadt gezeigt werden. Vorzugsweise natürlich in den besonders schwulenfeindlichen Gegenden.
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#9 InfernoProfil
  • 24.09.2008, 07:08hBerlin
  • Antwort auf #8 von Antichrist
  • Sie MUSS besucht werden, gerade auch von Schulklassen ab 7./8. Jahrgangsstufe.
    --------------------------------------------
    Nein, muss sie nicht. Das ist pädagogisch einfach unsinnig.
    Diejenigen Bevölkerungsschichten, die für die Schwulenfeindliche Gewalt verantwortlich sind, sind mit 12 Bildern an der Wand überhaupt nicht zu beeindrucken. Für die ist das viel eher noch ansporn. Abgesehen davon ist der gemeine Achtklässler egal wo er auf die Schule geht, gegenüber derartiger "Betroffenheitspädagogik" ziemlich Immun. Viele in diesem Alter sind noch nicht reif genug und der Rest interessiert sich dafür nicht, schonmal überhaupt nicht, wenn er zu diesem Ausflug von der schule gezwungen wird.

    Ich möchte hier ja keine Illusionen zerstören, aber auch die intensivste Auseinadersetzung mit dem Holocaust hat nicht dazu geführt, dass die Schüler weniger Rechtsexterme Gedanken entwickeln würden. Das Problem liegt also woanders und wird durch einen 15min Ausflug zum Rathaus Reinickendorf nicht behoben.

    Die Eltern der Schwulenklatscher must du dahinschicken! Aber auch die wird das wohl eher nicht interessieren, wenn nicht sogar erfreuen. Schwulenfeindlichkeit ist nämlich nicht in allen sozialen Schichten ein Problem. Dort wo es ein Problem ist, helfen solche schulische Ausflüge lange nicht mehr.

    Da hilft nur Rechtsstaat, der es nicht zulässt, das auf Berliner Straßen noch Intensivtäter herumrennen, die schon mehr als 20 Straftaten begangen haben. Aber die meisten Schwulen können mit einem autoritär auftretendem Rechtsstaat und einen weniger Täterschutzbasierten Justiz nichts anfangen.

    Lieber organsiert man palästinensische Friedenskomitees oder beschimpft die CDU, deren Wähler es wohl eher nicht sind, die hinter der meisten Schwulenfeindlichen gewalt stecken.
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#10 MarekAnonym
  • 24.09.2008, 11:37h
  • @Inferno:

    Natürlich muss man auch Ursachen bekämpfen, Gewalt schon im Keim ersticken, Parallelgesellschaften verhindern, etc.

    Aber das heißt ja nicht, dass man nicht auch die Folgen zeigt...

    Und es ist einfach so, dass wir Menschen nun mal sehr stark visuell funktionieren. Das kennt man ja aus den Nachrichten: reine Textmeldungen werden nur schwach beachtet, aber wenn Du Bilder hast ist das Thema in alle Munde. (Das ist auch psychologisch bestätigt worden.)

    Bilder können besser Fakten zeigen, wachrütteln und Emotionen wecken, als Text und Zahlen. Deshalb sind auch solche Ausstellungen wichtig!!

    Und wenn die CDU solche Ausstellungen nicht gerne sieht, verdient das durchaus Kritik, was nicht heißen muss, dass man nicht noch genug andere Dinge kritisieren kann.
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