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Ein in Sachsen-Anhalt wohnender Asylbewerber darf weiter nicht zu seiner transsexuellen Partnerin zusammen wohnen, weil er mit ihr in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt und nicht in einer (Hetero-)Ehe.

Die Ausländerbehörde in Burg bei Magdeburg hat bislang noch nicht zugestimmt, dass der aus Benin stammende Nico Pehounde zu seiner Lebenspartnerin nach Berlin ziehen darf. Pehounde lebt sei 2003 als geduldeter Asylsuchender in Deutschland und ist dem Ort Burg zugewiesen. Seit 2007 ist er durch eine Eingetragene Lebenspartnerschaft mit seiner transsexuellen Partnerin Daniela verbunden. Die Frau konnte nicht nach Burg ziehen, da sie ihre Ausbildung in Berlin nicht abbrechen wollte. Außerdem fürchtete sie in Sachsen-Anhalt wegen ihrer Transsexualität Übergriffe von Rechtsradikalen.

Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt ruft nun zur Solidarität mit Pehounde auf: "Lebenspartnern steht wie Eheleuten ein Recht auf Zusammenleben zu. Es ist schikanös, dass Nico Pehounde dieses Recht systematisch verweigert wird", erklärte LSVD-Sprecher Martin Pfarr. Laut dem Asylverfahrensgesetz muss einer Wohnortsveränderung eines Asylbewerbers zugestimmt werden, wenn er nur so mit seinem Ehepartner zusammen leben kann. Bei Homo-Paaren gibt es diese Regelung noch nicht. Für den LSVD ist das "diskriminierend und menschenverachtend".

Außerdem kritisiert der LSVD das rund 30 Jahre alte Transsexuellengesetz, das zu hohe Hürden für die Änderung des Geschlechts zu hoch ansetze. Die von den beiden angestrebte Ehe war verweigert worden, weil seine Partnerin rechtlich noch nicht als Frau anerkannt wird.

Erst vor einem halben Jahr stand Pehounde vor Gericht, weil er seine Partnerin in Berlin unerlaubterweise besucht hatte (queer.de berichtete). Das Verfahren ist eingestellt worden. (dk)