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In einen CNN-Interview verteidigt der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Gesetze gegen Homosexualität ("eine hässliche Sache") in seinem Land – Schwulen droht in der Islamischen Republik der Tod.

Moderator Larry King fragte Ahmadinedschad, der sich wegen einer Rede in der UN-Vollversammlung in New York aufhielt, auch über die Menschenrechtslage in seinem Land. "Sie haben die Menschenrechtssituation in Israel erwähnt. Haben Sie nicht auch Menschenrechtsprobleme bei Ihnen im Iran?". Ahmadinedschad fragte nur: "Was meinen Sie damit?". Daraufhin wurde King klarer: "Menschen, die protestieren, dass sie nicht die selben Rechte haben? Homosexuelle."

Ahmadinedschad führte daraufhin aus, dass Homosexualität eine "hässliche Sache" sei und die meisten Menschen diese "nicht mögen": "Wir haben ein Gesetz dagegen erlassen. Das ist ein Akt, der gegen menschlichen Prinzipien verstößt", so der 51-Jährige. "Das kann psychologische und soziale Probleme auslösen, die die gesamte Gesellschaft betreffen. Erinnern Sie sich daran, dass Gottes Regeln dazu da sind, das menschliche Leben zu verbessern. In unserer Religion ist dieser Akt verboten und das Parlament hat ein entsprechendes Gesetz verabschiedet". Ferner habe es schon Gesetze gegen Homosexualität gegeben vor der islamischen Revolution im Jahre 1979, erklärte Ahmadinedschad mit einem breiten Grinsen.

Youtube | Die Homo-Fragen sind ab 1:43 Minuten zu sehen.

“Keine Homo-Proteste im Iran“

In seinem Land gebe es keine Proteste von Homo-Gruppen, fügte der Präsident an – und stellte dem Moderator dann die rhetorische Frage: "Sorgen Sie sich um 70 Millionen iranische Bürger oder ein paar Homosexuelle? Stellen Sie sich vor, in den USA gibt es 200 Millionen Menschen, die Auto fahren, und eine Millionen verstoßen immer gegen die Gesetze. Kümmern wir uns um das Wohlergehen der 199 Millionen Menschen, deren Sicherheit gefährdet ist, oder um die eine Million Gesetzesbrecher? Das Gesetz ist das Gesetz. Und natürlich muss es angewendet werden!". Ahmadinedschad erklärte auch, dass man im privaten Bereich im Iran tun könne, was man wolle: "Wir mischen uns nicht ein in die privaten Bereiche der Menschen. Es geht nicht um private Moral, sondern um öffentliche Moral. In ihrem Haus greift niemals jemand ein."

Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung sagte Ahmadinedschad am Mittwoch des Kollaps des "US-Imperiums" und das Ende von Israel voraus. Die Finanzzentren und die Politik in Europa und den USA werde derzeit von einer kleinen Gruppe von "Zionisten" bestimmt, erklärte der Präsident weiter.

Letztes Jahr sorgte Ahmadinedschad bei einer Rede vor Studenten der Columbia-Universität, dass der Iran schwulenfrei sei (queer.de berichtete). Später behauptete ein Sprecher, der Präsident sei falsch übersetzt worden, aber es gebe "wegen kulturellen und religiösen Unterschieden" tatsächlich wenig Schwule im Iran sei (queer.de berichtete).

Im Iran steht auf Homosexualität die Todesstrafe. Es ist nicht bekannt, wie oft dieses Gesetz gegen Schwule vollstreckt wurde. Menschenrechtsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass es seit der Machtübernahme der Mullahs tausende Homosexueller ihr Leben verloren haben. Der Homo-Aktivist Peter Tatchell hat den Iran wegen dieser Politik mit Nazi-Deutschland verglichen (queer.de berichtete). (dk)



45 Kommentare

#1 TimAnonym
  • 25.09.2008, 11:22h
  • Natürlich ist der Iran ein Unrechtsstaat und die dortigen Gesetze sind zu verurteilen. Aber nicht nur der Iran auch Jemen, Mauretanien und Sudan führen die Todesstrafe aus. Und auch Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate stehen in ihren Strafmaßen an der Spitze des Strafmaßes. Es ist auffällig, dass all diese Staaten islamisch geprägt sind.

    Daher ist es auch so wichtig, dass liberale Strömungen im Islam unterstützt werden und sich beispielsweise an den europäischen Moscheen in Deutschland, Frankreich oder Türkei sich liberalere Imame durchsetzen. Aber bevor nicht die Rolle der Frau im Islam verbessert wird, wird auch die Rolle homosexueller Paare sich nicht verbessern.

    Was ich aber im Zusammenhang mit US-amerikanischer Aussenpolitik überhaupt nicht mag, ist das die Rechte homosexueller Menschen im Iran außenpolitisch instrumentalisiert werden. Was ist mit den verbündeten Staaten Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate ? Dort ließe sich in Gesprächen verstärkt ansetzen und hierzu muss insbesondere auf die saudi-arabische Königsfamilie sowie die führenden Scheichfamilien stärker Einfluss genommen werden. Beispielsweise ist das mit dem Westen verbündete Saudi-Arabien das einzige Land, wo Frauen nicht allein Auto fahren dürfen ! Auf die Veränderung der Gesetze in Saudi-Arabien sollte daher stärker gedrungen werden.
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#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 25.09.2008, 11:43h
  • Der Begriff "Verkehrssünder" ist aber ziemlich weit gesteckt! Meint er Falschparken, Geschwindigkeitsüberschreitung oder Fahrerflucht? Da gehen die Strafen nämlich von 5 Euro bis Knast!
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#3 jochenProfil
  • 25.09.2008, 11:50hmünchen
  • menschen , die andere menschen wegen ihrer homosexualität umbringen , sind barbaren und mörder.
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#4 SamuelAnonym
  • 25.09.2008, 11:58h
  • Antwort auf #3 von jochen
  • Aber Ahmadinedschad ist kein Täter sondern Opfer. Opfer der amerikanisch-zionistisch-imperialistischen Aggression.
    Solidarität mit der Dritten Welt! Gegen Kapital und Nation! Gegen Zionismus und Islamophobie!
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#5 Linu86Profil
  • 25.09.2008, 12:39hAachen
  • Antwort auf #4 von Samuel
  • Auf den Punkt gebracht!!!

    Ahmadinedschad unterdrückt 80 Millionen Iraner, die sich nichts sehnlicher wünschen als den Frieden mit Israel und die Ablösung dieses barbarischen Regimes, welches Schwule ermordet. Im Iran leben nämlich (wie bei uns auch) überwiegend aufgeklärte Menschen, denen nichts so sehr die Tränen in die Augen treibt wie die Ermordung ihrer schwulen Mitbürger. Aber leider bleibt ihnen auf Grund der israelischen Aggressionen gar nichts anderes übrig als Homosexuelle bei den zuständigen Behörden zu melden. Was meint ihr was für einem Leidensdruck diese "Petzer" dann anschließend ausgesetzt sind, wissen sie doch, dass der Koran und die Hadith homosexuelle Akte ausdrücklich gutheißen oder zumindest nicht verurteilen! Vergesst niemals: Islam = Frieden! Also bitte keine Islamophobie mehr, liebe Schwuppen! Wer was anderes sagt ist ne rechte Sau!
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#6 jochenProfil
#7 SamuelAnonym
#8 SaschaEhemaliges Profil
  • 25.09.2008, 13:19h
  • Antwort auf #7 von Samuel
  • Netter Versuch!

    Aber in Anbetracht der Tatsache, dass Bush und seine republikanische Kriegsverbrecher-Gang jemanden wie Ahmadinedschad erst stark gemacht haben durch ihre verheerende, Hass, Gewalt und Terror im Nahen Osten befördernde Politik, durchaus zutreffend!
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#9 FloAnonym
  • 25.09.2008, 13:21h
  • Eigentlich muss man soviel ideologisierte Dummheit gar nicht kommentieren, aber 2 Anmerkungen:

    Zitat: "In seinem Land gebe es keine Proteste von Homo-Gruppen, fügte der Präsident an"

    Natürlich! Weil Sie unterdrückt sind und um ihr Leben fürchten müssen.

    Zitat: "Der Homo-Aktivist Peter Tatchell hat den Iran wegen dieser Politik mit Nazi-Deutschland verglichen"

    Ein durchaus passender Vergleich...

    Den Rest über angebliche gesellschaftliche Prinzipien, etc. muss man gar nicht kommentieren, weil das an Dummheit nicht mehr zu übertreffen ist.
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#10 SamuelAnonym