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  • 26.09.2008           22       | | |

Protest gegen Ausstellungsverbot in Berlin

Maneo-Aktivisten kommen mit Passanten ins Gespräch. - Quelle: Maneo
Maneo-Aktivisten kommen mit Passanten ins Gespräch.
Bild: Maneo

Am Donnerstag präsentierte das Anti-Gewalt-Projekt Maneo seine Wanderausstellung "Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt" auf dem Berlin-Reinickendorfer Rathausvorplatz der Öffentlichkeit – eine Ausstellung im Rathaus war zuvor verboten worden.

Die Aktivisten wollten damit die Bürger auf das Problem der homophoben Gewalt aufmerksam machen. Die zwölf Schautafeln waren bereits mehrfach und ohne Probleme öffentlich ausgestellt worden – etwa im Rathaus Wilmersdorf.

Der Bezirk Reinickendorf hatte argumentiert, die in der Ausstellung gezeigten Bilder von realen Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt seien unter Jugendschutzgesichtspunkten nicht zu vertreten. "Es werden schwere Verletzung gezeigt. Das hielten wir im Kulturausschuss mehrheitlich für ungeeignet für ein offenes Foyer", verteidigte Stadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) das Ausstellungsverbot.

Maneo hält diese Argumentation für nicht haltbar: "Die Bildmotive sind in den erkennbaren Kontext einer Ausstellung eingebunden, außerdem betitelt und beschriftet sowie von Texten begleitet, die den Betrachter über den Hintergrund informieren." Die Ausstellung richte deshalb den Fokus auf die brutalen Taten sowie auf die damit einhergegangenen Folgen für die Opfer. "Die Ausstellung regt zum Nachdenken und zu Gesprächen über vorurteilsmotivierte Hassgewalt gegen Homosexuelle an", so Maneo. Vertreter des Anti-Gewalt-Projektes sehen die Zurschaustellung der Bilder in Reinickendorf nicht als Protest, sondern als "Dialogangebot" an.

(Fortsetzung nach Anzeige)


LSU kritisiert Maneo und verteidigt Verbot

Antischwule Gewalt darf nicht im Rathaus gezeigt werden. - Quelle: Maneo
Antischwule Gewalt darf nicht im Rathaus gezeigt werden.
Bild: Maneo

Die Lesben und Schwulen in der Union glauben dagegen, die Empörung über das Ausstellungsverbot durch Maneo und den Lesben- und Schwulenverband sei parteipolitisch motiviert. Die LSU Berlin wirft den Homo-Verbänden vor, mit ihrer Kritik an Schultze-Berndt eine Kampagne gegen die CDU durchzuführen. Schließlich seien auch andere Parteien im Kulturausschuss des Bezirkes vertreten, der das Ausstellungsverbot unterstützt hätten.

Das Verbot wird von der LSU verteidigt: "Aufgrund des hohen Publikumsverkehrs im Rathaus würden automatisch auch Kinder unvorbereitet mit diesen harten Bildern konfrontiert", heißt es in einer Pressemitteilung.

In Reinickendorf gab es in den letzten Jahren bereits mehrfach Auseinandersetzungen zwischen Homo-Aktivisten und den Behörden. So hatte Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) 2007 die Anliegen von Schwulen und Lesben mit denen der NPD verglichen (queer.de berichtete). Sie weigerte sich, zum CSD die Regenbogenfahne zu hissen, wie es zuvor die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen hatte. Erst in diesem Jahr wurde sie von Innensenator Erhart Körting (SPD) dazu gezwungen (queer.de berichtete). (dk)

Mehr zum Thema:
Ausstellung über schwulenfeindliche Gewalt verbannt (23.09.08)

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Tags:  berlin   gewalt   maneo   reinickendorf   ausstellung 
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Reaktionen zu "Protest gegen Ausstellungsverbot in Berlin"


 22 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

S.  1  2  3
Die ersten:   
#1
26.09.2008
15:40:57


(+1

Von atropos

na da konnte ich mir eine Mail an die Kollegen aus Berlin nicht verkneifen:

Sehr geehrte Damen und Herrn,

folgenden Artikel auf queer.de habe ich eben mit schrecken gelesen:


Link zu www.queer.de


Dabei ist mir folgende Aussage, die anscheinend aus ihren Reihen stammt besonders übel aufgestoßen:

Die Lesben und Schwulen in der Union glauben dagegen, die Empörung über das Ausstellungsverbot durch Maneo und den Lesben- und Schwulenverband sei parteipolitisch motiviert. Sie wirft den Homo-Verbänden vor, mit ihrer Kritik an Schultze-Berndt eine Kampagne gegen die CDU durchzuführen. Schließlich seien auch andere Parteien im Kulturausschuss des Bezirkes vertreten, der diese Ausstellung untersagt haben. Das Verbot wird von der LSU verteidigt: "Aufgrund des hohen Publikumsverkehrs im Rathaus würden automatisch auch Kinder unvorbereitet mit diesen harten Bildern konfrontiert", heißt es in einer Pressemitteilung.


Da stellt sich mir als Homosexuellem und Steuerzahler natürlich die berechtigte Frage: Wozu gibt es die LSU?
Vor allem wozu gibt es sie, wenn sie UNS (also den Schwulen die nicht Parteimitglieder sind) nicht mal helfen, sondern nur gegen uns arbeiten!

Ich habe mich jetzt ein wenig ausführlicher mit ihrer Seite beschäftigt und ganz ehrlich, ich finde keinen einzigen Grund für ihre Daseinsberechtigung!
Und verstehen sie mich nicht falsch, dass ich einfach nur Anti-CDU bin, das bin ich wirklich ganz und gar nicht, auch wenn ich immer eher die FDP wählen würde. Ich halte es einfach nur für verlogen was sie da betreiben. Auf ihrer Seite findet man auch den Hinweis, dass sich die LSU aktiv gegen Gewalt an Homosexuellen einsetzt! ääähhhhh..... wie genau machen sie das? Indem sie das Thema einfach verschweigen, runterreden oder aktiv bei der Zensur dieser Ausstellung teilnehmen?
Vor allem finde ich das Argument "man müsse die Kinder schützen" mehr als fadenscheinig, da ich mir zum einen nicht vorstellen kann, dass Horden von unbeaufsichtigten Kindern durchs Rathaus laufen (wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist, kann nämlich auch sowas wie eine Erklärung der Eltern erfolgen) und zum anderen es doch grade gut ist früh an zu setzen um Diskriminierung vor zu beugen!

Alles in allem hat sich mein Bild über die LSU nur mal wieder bestätigt, nämlich das sie sich aus feigen Klemmschwestern zusammensetzt die eigentlich gar nichts ändern wollen, aber trotzdem mal die politisch engagierte Schwester raushängen lassen wollen.
Bereits vor fünf Jahren habe ich in meiner Tätigkeit als TV Redakteur eine Dokumentation über den Christopher Street Day in Köln gedreht. Auf der "Polit-Meile" waren alle großen Partein mit Infoständen vertreten, überall wurde unser Kamerateam freundlich begrüßt und überall war man bereit dazu Interviews zu geben, nur nicht bei der LSU! Überraschung, Zufall oder einfach nur Heuchelei?

Auf meine Nachfrage hin, warum es denn von Seiten des LSU kein Interview gäbe, wurden mir zwei Gründe genannt:

1) Man müsse das erst Parteiintern absprechen! (Aha, hat da das Mutterschiff ihren Dekotunten einen Maulkorb verpasst!)

2) Man wolle keine Interviews geben, weil man Angst vor Diskriminierung am Arbeitsplatz hätte. (Aha, schon klar! Da behauptet jemand für politische Rechte von Schwulen zu kämpfen, der nicht mal die Eier dazu hat sich in seinem engsten Umfeld zu outen)

Und spätestens da ging mir etwas auf: die LSU ist gar nicht dafür gedacht Schwulen und Lesben zu helfen, sondern nur um der CDU zu helfen! Indem man sich nämlich ein paar Homos als Zierfische hält, kann einem keiner mehr vorwerfen man hätte was gegen sie!

Der Artikel auf queer.de war also nur eine weitere Bestätigung für meine Theorie!

Ich verbleibe freundlichen Grüßen und wünsche ein schönes Wochenende

(mein Name)

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#2
26.09.2008
15:44:12


(+4

Von ehemaligem User Fred_Israel

blödsinn was die LSU sagt.
LSVD und Maneo sind überparteilich und haben nichts gegen die cdu.
das gute an lsvd und maneo ist, dass sie jeden angreifen, egal ob konservativ oder linke, egal ob christlichen oder islamischen fundamentalismus.
das macht diese beiden organisationen auch so sympathisch.
das witzige ist ja, dass das linksextremistische/komunistische blatt junge welt, die beiden vereine unter der überschrift "schwule nazis" mit aufgelistet hat.

pro lsvd und maneo

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#3
26.09.2008
15:57:49


(+1

Von Rabauke

@atropos,

Meinungsfreiheit und Kritik in Ehren! Ich bin auch kein "Fan" der LSU. Dennoch gebrauche ich in einem sachlichen Beschwerdeschreiben keine Beschimpfungen wie " Klemmschwester" oder "Dekotunten". Das gehört sich, will man sachlich und vernünftig seinen Protest oder gar die menschliche Verachtung aussprechen, nicht. Gleich wenn ich die Wut von und mit Dir teile. Auf der einen Seite aber kann man nicht kritisieren und ist auf der Anderen, keinen deut besser.

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#4
26.09.2008
16:16:52


(-2

Von hw

Antwort zu Kommentar #2 von Fred_Israel:
bis auf den letzten satz alles richtig.

kompliment !

jetzt noch ein bißchen achtung vor dem leser entwickeln.

junge welt:

"Schwule Nazis und andere"
Morgen diskutiert Markus Bernhardt in der jW-Ladengalerie über den Rechtsruck der bundesdeutschen Schwulenbewegung..."

stell mal deine überprüfbare Quelle rein ?

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#5
26.09.2008
17:18:00


(-1

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar

kann kommentar # 1. nur beipflichten.

diese karrieregeilen alibischwuchteln der lsu kotzen mich seit jahren an !
charakterlich passen sie wunderbar in diese partei mit ihrer heuchelei und doppelmoral !
es ist peinlich, dass solche lackel auch noch den anspruch erheben, etwas für schwule erreichen zu wollen.

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#6
26.09.2008
20:24:34


(+5

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar

Antwort zu Kommentar #3 von Rabauke:
"Dennoch gebrauche ich in einem sachlichen Beschwerdeschreiben keine Beschimpfungen wie " Klemmschwester" oder "Dekotunten". Das gehört sich, will man sachlich und vernünftig seinen Protest oder gar die menschliche Verachtung aussprechen, nicht. "

Ich teile deine Meinung, dass dies taktisch nicht klug ist. - Aber wie willst Du diese Verlogenheit denn sonst thematisieren?

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#7
26.09.2008
21:09:31


(-1

Von Ich

Bei allem Huschengeheul (da hier eine sehr unfeine Ausdrucksweise Usus ist, bediene ich mich auch dieser Fäkalsprache) hier muß man leider ganz klar sagen, daß die Entscheidung der Stadt, diese Präsentation nicht frei zugänglich in einem öffentlichen Rathausfoyer zu zeigen, richtig war.
Es ist nicht auszuschließen, daß Kinder (Menschen unter 14 Jahren!!!) in diese Ausstellung geraten. Ausgehend von dem Foto, daß hier auf queer.de zu sehen war, muß man ganz klar sagen, daß diese Bilder nicht für Kinder geeignet sind!!!

Wer es nicht glauben mag:

Link zu www.hr-online.de

(insbesondere die Punkte 2 und 4)

sowie


Link zu www.flimmo.de

(insbesondere 4. Absatz)

Mir ist bei dieser sehr parteilich wirkenden Berichterstattung hier die Frage gekommen, ob die Veranstalter tatsächlich unverzüglich, nachdem sie den von der Stadt angebotenen Ersatzraum für nicht geeignet erachteten sofort absagten?
Wurde nicht über andere Lösungen gesprochen? Gab es keinen Gegenvorschlag der Veranstalter einen anderen Raum zu wählen, oder im Foyer des Rathauses einen Aufbau der Präsentation vorzunehmen, der die Öffentlichkeit gewährleistet aber gleichzeitig verhindert, daß Kinder ohne weiteres in diese Ausstellung geraten können???

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#8
28.09.2008
10:48:07


(+1

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar

frau von der leyen lässt grüssen !!!!!
ok , kinder sollten so weit wie möglich be- und geschützt werden.
aber in diesem speziellen fall, es handelt sich um einen berliner problembezirk, muss sich ein realitätsbezogener "bürger" nun wirklich keine sorgen machen. hier ist für 10 jährige " die schwule sau" ein völlig geläufiger begriff und solche entsetzlichen bilder erinnern sie bestenfalls an ihre ballerspiele. allerdings könnte es sein, dass die lieben kleinen ihre eltern fragen :" ist das denn echt ?" dann wären zumindest die "erziehungsberechtigten" mal gefragt und müssten stellung beziehen !

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#9
28.09.2008
11:22:09


(+1

Von Matthias

Antwort zu Kommentar #8 von alexander:
Reinikendorf ist alles andere als ein "Problembezirk" - dort ist die Welt noch in Ordnung. Eines der größten Probleme in Reinikendorf sind ausländische Banden, die die Navigationssysteme der Limosinen vor den Einfamilienhäusern klauen.

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#10
28.09.2008
11:41:16


(-1

Von stromboli
Profil nur für angemeldete User sichtbar

was für ein schmarren : würde eine ausstellung zu kindergewalt konzipiert werden,die räume und eingangshallen ständen selbsverständlich zu verfügung; trotz oder auch mit gewalt sichtbarmachendem bildmaterial. Das ist das eine, was mir hierbei übel aufstößt! Scheinheiliges getue angeblichen kinderschutzes um öffentliches aufsehen zu vermeiden. Was nicht sichtbar , nicht existiert!
Da passen die selbstdarstellenden lsu'ler ebenso ins bild wie die platten selbsrechtfertigungen der dame und ihres kulturausschusses! Wenn um schützenswerte kinder ginge müßte ich auch die öffentliche darstellung von kreuzigungen verbieten ( zumindest im reinickendorfer tempel der friedfertigkeiten ) ; albträume für ein kind ein gequält blickendes gesicht täglich vor augen geführt zu bekommen... kein wunder das die dann im alter alle cdu wählen; die sind schmerzabgestumpft!
Eben: alles wie gehabt!

Nun zu den intentionen der ausstellenden:
Fraglos ein beschähmendes bildmaterial, das die verletzlichkeit einzelner dokumentiert.
Die suche nach darstellung, auch im medialen sinne, aber ist eine der üblichen rohrkrepierer von sebastian finke.
Sichtbarmachung braucht den öffentlichen raum , die strasse, plätze an denen der bürger präsent ist. Nicht in dem separierten eingangshallen der bezirksbürgerämter mit ihrem hastig durcheilenden clientel antragsgestresster bittsteller. Gerade das "gescheiterte ausweichen" auf den vorplatz aber hat eine breite bevölkerung erreicht.
Fragt sich also, was bei den planungen in den köpfen vorgeht?! Da wird mit dem drang nach "sonderbehandlung" (schnell mal den fuß in die tür einer noch nicht besetzten amtsstube setzen, die tür könnte ja zufallen und wer nimmt sie (finke) dann als alleinig kompetente ansprechpartner war?) der blick auf effizientere lösungen verstellt. "Sonderbehandlung" -sprich die besonderen fäden hin zu politik und polizei ( eines der hervorstechenden merkmale fink'cher selbstwahrnehmung) suchen einen "besonderen" platz der selbstdarstellung. Das ist das ärgerliche daran: man muß partei für einen selbstdarsteller ergreifen weil eine dumme nuß ihm steilvorlagen bietet! Inhaltliche auseinandersetzung mit dem gesammtkonzept hingegen findet nicht mehr statt. Mehr als ärgerlich!

Ich hab mir die "beengtheit " der ausstellung in willmersdorf angeschaut, auch den "durchgangsverkehr" . Schon da mein eindruck: mal wieder verhängte fenster Innerräumlicher "selbstbescheidung"( auch wenn wir da ja auf der "sicheren seite" weil staatlich sanktionierten uns befinden) anstatt .
Ich will den herrmansplatz , tiergarten, die tatorte und andere brennpunkte beschallen und bebildern. Die auseinandersetzung mit denen führen, die die täter sind und das in ihrem revier! Sie sollen wissen: es gibt keinen freiraum in dem sie sich bewegen oder ausweichen könne!
Und die besorgten, schützenswerten mütter sollen wissen was mit ihren kindern geschehen kann, wenn die erwachsen (werdend), opfer eben jener täter werden! Nur dann wird sich ein bewustsein gemeinsamen gegenwehrens entwickeln. Und dazu währen die bilder nützlich gewesen.
Ach und: kinder leiden unter bildern und gehörtem, wenn sie damit allein gelassen werden!

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