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  • 26. September 2008, noch kein Kommentar

Der Herbst steht unbarmherzig vor der Tür. Mit dem neuen Album der Soul- und Jazz-Queen gibt es den perfekten Kuschelsoundtrack für die kalte Zeit.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

17 Jahre ist es mittlerweile her, dass Natalie Cole mit dem Album "Unforgettable – With Love" einen Welterfolg landete, Platz eins der USA erreichte und sieben Millionen Mal verkauft wurde. Für ein Tribut-Album an einen 1965 verstorbenen Musiker (Coles Vater Nat "King" Cole) und das in Zeiten, als Hip-Hop und Grunge gerade anfingen die Charts zu erobern, ein absolutes Novum. Bei der Grammy-Verleihung 1992 schaute Cole wohl am allermeisten verwundert aus der Wäsche, als sie einen ganzen Arm der begehrten Auszeichnung mit nach Hause nehmen konnte, darunter für das Album und die Single des Jahres – ein im Studio zusammengesetztes Duett mit ihrem seligen Daddy. Nun besinnt sich die Soul- und Jazz-Sängerin wieder auf die guten alten Songs und stellt mit "Still Unforgettable" eine Art Nachfolger vor, so jedenfalls das offizielle Statement der Plattenfirma.

Eine charmante PR-Strategie, als wenn die Alben "Take a Look" (1993), "Stardust" (1996) oder "Ask a Woman Who Knows" (2002), die randvoll mit Standards und uralten Evergreens sind, nie erschienen wären. Allerdings verkauften die auch nur einen Bruchteil von "Unforgettable". Der Sinneswandel macht trotzdem Sinn: Die Lady geht stramm auf die 60 zu, da nimmt man ihr die moderne Soul-Lady nicht mehr so einfach ab. Der eher mäßige Erfolg des Soul-Albums "Leavin’" (2006) dürfte als Zeuge genügen. Hits waren zuletzt auch nicht mehr drin, da wird es Zeit, sich auf das zu besinnen, dass einfach ihrem Können am Besten entspricht: Jazz, Standards, Swing!

Die stimmlich immer noch zauberhaft agierende Cole ging sogar soweit und ließ im Studio wieder ein Duett mit ihrem Vater zusammensetzen: "Walkin’ My Baby Back Home" ist schon etwas bizarr, wenn man bedenkt, dass Cole bei der Aufnahme Anfang 30 war, seine Tochter aber 59 ist. Sie könnte also seine Mutter – na, lassen wir das. Apropos Mutter: Natalies Mutti Maria, mittlerweile 86, war ebenfalls als Sängerin aktiv und nahm unter anderem 1954 ein beachtenswertes Album auf – "Maria Cole" für Verve, 2002 war dort auch Natalie unter Vertrag.

Lieder wie "Come Rain Or Come Shine", "Somewhere Along The Way", "But Beautiful" oder "The Best Is Yet to Come" finden sich auf deren neuen Album "Still Unforgettable", nicht gerade die ungewöhnlichsten Songs für solch ein Projekt. Die Einspielungen sind aber tadellos, swingen vergnügt und Cole ist mit voller Hingabe am Werk. Singen kann die Frau einfach – das Repertoire passt ja auch perfekt zu ihr. Ob sie damit den Erfolg von 1991 wiederholen kann, bleibt fraglich, aber den kuscheligen Soundtrack für die Herbsttage hat sie damit auf jeden Fall inne, getreu dem Motto des ebenfalls enthaltenen Klassikers "Here’s That Rainy Day".

26. September 2008