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Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat wieder zugeschlagen: Sie erklärte, dass sich Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung selbst aussuchen – und gleichzeitig bringt sie den (heterosexuellen) pakistanischen Präsidenten wegen ihres Sex-Appeals in Gefahr.

Amerika mag vor der Finanzkrise bibbern, aber die Gouverneurin des 600.000-Einwohner-Staates Alaska findet noch andere Themen. Im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS erklärte Palin: "Zum Thema Homosexualität: Ich werde erwachsene Amerikaner nicht danach beurteilen, was für Entscheidungen sie in ihren persönlichen Beziehungen treffen. Eine meine besten Freundinnen der letzten 30 Jahre ist halt eine Lesbe (Originalzitat: 'happens to be gay') und ich liebe sie über alles", hauchte die 44-Jährige. "Sie ist nicht meine lesbische Freundin, sie ist eine meiner besten Freundinnen, die halt eine Entscheidung getroffen hat und die ich nicht getroffen habe. Aber ich werde Leute nicht danach beurteilen".

Unter Homo-Aktivisten stieß diese Äußerung der Vizepräsidentschaftskandidatin auf herbe Kritik. Grund: Die Argumentation "Homosexuality is a choice" wird von christlichen Fundamentalisten oft dazu missbraucht, die "Heilung" von Schwulen und Lesben zu propagieren. Viele US-Kirchen – darunter auch die von Palin selbst (queer.de berichtete) – propagieren teils krude Mittel, um Homosexuelle zu bekehren – und treiben damit viele in den Selbstmord. Zu den Projekten der "Ex-Gay"-Bewegung zählen auch Umerziehungslager für Jugendliche (queer.de berichtete). Außerdem wird mit dieser Argumentation die Öffnung der Ehe abgelehnt, da ja jeder ein Mitglied des anderen Geschlechts heiraten könne, wenn er sich nur für Heterosexualität "entscheide".

Youtube | Sarah Palins Homo-Kommentar im CBS-Interview

Allerdings kann auch Palins bestechende Heterosexualität zu gefährliche Situationen führen: Der islamische Vorbeter Maulana Abdul Ghafar hat eine Fatwa gegen den pakistanischen Präsidenten Asif Zardari ausgesprochen, weil dieser mit der Politikerin "geflirtet" habe. Zardari hatte bei einem Treffen in der letzten Woche Palin Komplimente gemacht, unter anderem sagte er: "Sie sind wunderschön". So viel sexuelle Aufmerksamkeit für eine Nichtmuslimin gehöre sich nicht für einen Präsidenten, findet der Vorbeter. "Pakistan ist Zardari peinlich, uns ist Palin peinlich", fasste ein amerikanischer Blogger die Aufregung zusammen. (dk)

Youtube | Das Palin-Zardari-Treffen (Bericht in einer pakistanischen Nachrichtensendung)


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35 Kommentare

#1 VolumeProProfil
  • 01.10.2008, 14:58hMönchengladbach
  • Palin hat hier eine sich widersprechende Logik präsentiert.
    Auf der einen Seite wird von ihr verkündet, Homosexualität sei eine freie Entscheidung und auf der anderen Seite wählt sie das Wort "lesbisch", welches als Bezeichnung für eine nicht freigewählte Sexualität ist.

    Außerdem haben wir jetzt mal wieder das typische Beispiel. Palin zaubert eine lesbische Freundin wie ein Kaninchen aus dem Hund, genauso wie sie es schonmal getan hat.

    Wenn ich die lesbische Freundin wäre, ich würde bei Palin anrufen und fragen, ob sie nicht einen Sockenschuss hat.
    Aber diese Freundin gibt es mit Sicherheit nicht.
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#2 gatopardo
  • 01.10.2008, 15:02h
  • Warum sehen wir es nicht endlich ein, dass unsere perverse homosexuelle Neigung ein Ausrutscher ist, den es zu berichtigen gilt. Palin ist intelligent und mutig genug, die Dinge beim Namen zu nennen und es wird Zeit, dass wir sie beim Wort nehmen und durch fromme Umerziehung wieder auf Frauen stehen. Diese grossartige Vizepräsidentschaftskandidatin ist in ihrem gefestigten Glauben sicher auch in der Lage, ihre beste lesbische Freundin wieder heterosexuell zu machen. Ich habe es vor 40 Jahren auch geschafft, für immer das Rauchen aufzugeben. Palin for president !
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#3 JacNsakEhemaliges Profil
  • 01.10.2008, 16:00h
  • Antwort auf #1 von VolumePro
  • "Wenn ich die lesbische Freundin wäre, ich würde bei Palin anrufen und fragen, ob sie nicht einen Sockenschuss hat. Aber diese Freundin gibt es mit Sicherheit nicht."

    Na, wer weiss. Echte Freundschaften sollen angeblich auf etwas mehr basieren, als einem Smiley bei GR oder Übereinstimmungen in der sexuellen Präferenz. Wer nicht alles schon wo "einige seiner besten Freunde!" zu haben meinte...
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#4 apfelmaikProfil
  • 01.10.2008, 17:06hHerford
  • Antwort auf #3 von JacNsak
  • Es könnte auch durchaus sein, dass diese Freundin glaubt, sich ihre Homosexualität selbst ausgesucht zu haben.
    Vielleicht ist sie ja Bi und hat sich entschieden, nur die homosexuelle Seite auszuleben.

    In dem Fall kann Frau Palin aus ihrer Sicht sogar Recht haben.
    Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass diese Dame einer, vor allem für uns, durchaus gefährlichen religiösen Bewegung angehört.
    Ihr Pfaffe macht übrigens nicht mal davor Halt, Frauen als Hexen zu brandmarken und sie aus Dörfern zu treiben.

    www.youtube.com/watch?v=r4kVck4gRUI&eurl=http://www.new.face
    book.com/profile.php?id=1326208122&ref=profile


    Was mich bei ihr allerdings noch mehr schockt als ihre vergleichsweise noch relativ harmlosen Äusserungen zum Thema Homosexualität, ist die Tatsache, dass sie allen Ernstes der Meinung ist, dass es Gottes Wille ist, dass der Irak erobert oder im Naturschutzgebiet nach Öl gebohrt wird.
    Die könnte Präsidentin werden und spricht jetzt schon öffentlich aus, dass sie ein durch Gott legitimiertes Werkzeug zur Durchsetzung eines höheren Willens ist.

    Die gehört in eine Klappse und nicht in ein Amt.
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#5 Diz!Anonym
#6 KonstantinEhemaliges Profil
  • 01.10.2008, 17:39h
  • Antwort auf #5 von Diz!
  • Der Rückschluss von EINER lesbischen besten Freundin auf ALLE Lesben oder Homosexuellen an sich ist ÄUSSERST wissenschaftlich, Frau Palin!
    Nämlich genauso sehr, wie das Geschwätz dummer Provinztussen (wie Sie selber eine sind) bei einer Tupperparty!
    Aber was erwartet man von einer Person, die ihre Kompetenz dadurch definiert, eine Hockey-Mom zu sein!

    Ich schließe mich daher der Definition von Herrn Obama an: Schwein mit Lippenstift! (Wobei ich glaube, dass Schweine intelligenter und auch sozialer sind)
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#7 jochenProfil
  • 01.10.2008, 17:41hmünchen
  • mir scheint, bei dieser äusserung von frau palin, sie wäre in intelligenz und geisteshaltung eine würdige nachfolgerin eines george w. bush.

    zumal die chance als eventuelle vizepräsidentin eines 72-jährigen evtl. präsidenten ihn zu beerben in seinem amt, gar nicht so schlecht ist.
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#8 alfAnonym
  • 01.10.2008, 18:04h
  • @ #4

    All unsere Kaiser, Könige etc sind und waren doch "von Gottes Gnaden", warum nicht auch Mrs. Palin. Interessant wäre zu wissen wann die lesbische Freundin Palins vor der Frage stand ob sie homo- oder heterosexuell sein wolle. Amerika das Land der ungeahnten Möglichkeiten, ein Bush reicht noch nicht...
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#9 gatopardo
  • 01.10.2008, 18:05h
  • Antwort auf #1 von VolumePro
  • Da wären wir mal wieder bei der nicht totzukriegenden Aussage aller schlichten Dumpfbacken angelangt, die
    uns von ihrer "Toleranz" überzeugen wollen, indem sie sich schwul-lesbische Busenfreunde aus dem Ärmel schütteln.
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#10 Michel
  • 01.10.2008, 18:48h
  • würde mich nur mal interessieren wann gnä Frau sich "frei entschieden" hat hetero zu werden...
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