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Das Centrum Schwule Geschichte in Köln lässt in der Ausstellung "Wir sind wie wir sind" 100 Jahre Homosexualität auf Schallplatte erklingen.

Von Carsten Weidemann

Wie klingt eigentlich ein homosexueller Kuss? Die Frage scheint absurd, doch nichts ist absurder als die Realität, musste doch auf der berühmten Golden Record, die 1977 auf dem Mond deponiert wurde, der menschliche Kuss ausdrücklich ein heterosexueller sein!

Diese Geschichte führt zum Thema der neuen Ausstellung des CSG: deutschsprachige, auf Schallplatten und CD’s veröffentlichte Lieder und Texte zum Thema Homosexualität (männlicher wie weiblicher) als Spiegel des kulturellen und politischen Zeitgeistes, als akustische Belege für gesellschaftliche Veränderungen. Ab Ende Oktober wird in acht Kapiteln ein Überblick geboten vom Kaiserreich bis in die Gegenwart.

Es geht dabei zum Beispiel um die erste Schallplatte, die Homosexualität thematisiert, das Couplet des berühmtesten Berliner Humoristen Otto Reutter "Der Hirschfeld kommt" von 1908. Aus der Weimarer Zeit sei hier nur die erste Homosexuellenhymne "Das Lila Lied" erwähnt, die 1921 in mehreren Fassungen auf den Markt kam. Über die Nazi-Zeit gibt es nicht viel zu berichten – die Verfolgung der Homosexuellen schloss auch die Unterdrückung des Themas Homosexualität auf Schallplatten ein. Die ersten Platten mit Homo-Thematik gibt es dann wieder ab den 1950er/1960er Jahren – die Produktion wird, je näher wir der Gegenwart kommen, zunehmend unübersichtlich – sie reicht vom schwulen und lesbischen Protestsong oder Kampflied über Rocksongs, Schlager, Balladen und Lieder bis zur Parodie und Travestie.

Wer jedoch denkt, das Thema Homosexualität wäre mit der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz kein Problem mehr, hat sich getäuscht: Im deutschsprachigen HipHop wird "schwul" zum Negativwort einer neuen Musikergeneration, die Texte reichen vom simplen Schimpfwort über die offene Äußerung von Schwulenhass bis hin zum Aufruf zur Gewalt gegen Schwule. Diese Entwicklung wird ebenfalls dokumentiert und analysiert.

Zu sehen und zu hören sind Liedtexte, Musikerbiografien, Plattencover, Interviews usw. und natürlich akustische Dokumente – ein Überblick über 100 Jahre einer ganz besonderen Musikgeschichte.

Zur Vernissage spielt ein Salonorchester unter der Leitung von Michael Mahr den Original-Salonorchestersatz des "Lila Liedes" von 1920, der wahrscheinlich seit 80 Jahren nicht mehr öffentlich aufgeführt wurde!

Ausstellung des Centrums Schwule Geschichte, in den Räumen der Galerie 68elf, Mediapark 4a & 4d (Zugang über Maybachstraße, gegenüber Mediapark-Klinik). Vernissage: 25. Oktober 2008, 19 Uhr, Öffnungszeiten vom 26. Oktober bis 7. Dezember: Di-Fr 15-19 Uhr, Sa-So 15-18 Uhr. 1. November 2008, 19 bis 3 Uhr: Lange Nacht der Kölner Museen

Youtube | Der "Tuntensong" von der Zeltinger Band


#1 maaartinAnonym
#2 HannibalEhemaliges Profil
  • 08.10.2008, 17:27h
  • Mal davon abgesehen, dass ich Zeltinger klasse finde. Aber was hat er mit diesem Artikel zu tun?
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#3 Tim_ChrisProfil
  • 08.10.2008, 21:18hBremen
  • Antwort auf #2 von Hannibal
  • Na ja, ich schätze, er gehört zu 100 Jahren vertonter Homosexualität einfach dazu.
    Er hatte ja nicht nur den "Tuntensong", der das Thema Homo aufgreift, sondern auch die sehr schwuchtige Interpretation von Waggershausens "Zu nah am Feuer".
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