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Einer neuen Umfrage zufolge könnte die Homo-Ehe mit der Volksabstimmung am 4. November abgeschafft werden – ein Grund für den Stimmungswandel: Homo-Gegner geben weit mehr Geld für Werbung aus als Ehe-Befürworter.

"Wir werden den Kampf verlieren, wenn wir nicht mehr Spenden sammeln", warnte Geoff Kors von der Homo-Gruppe "Equality California" bei einer Konferenz am Dienstag. Kurz zuvor war eine Umfrage von SurveyUSA veröffentlicht worden, nach der zum ersten Mal seit Wochen die Homo-Gegner wieder eine Mehrheit erhalten: Bei der Volksabstimmung würden demnach 47 Prozent der Wähler für die Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe stimmen, nur 43 Prozent sind für die Beibehaltung. Das Meinungsforschungsinstitut befragte insgesamt 670 Wähler, der Fehlerbereich liegt bei 3,6 Prozent.

Vor drei Wochen hatten die Ehebefürworter noch eine klare Mehrheit: Damals wollten 55 Prozent für Homo-Rechte stimmen, 38 Prozent wollten die Ehe auf Mann und Frau beschränken (queer.de berichtete).

Youtube | Werbespot der Homo-Gegner

Ersten Berechnungen zufolge geben die Homo-Gegner mit bislang gesammelten 30 Millionen Dollar doppelt so viel Geld für Werbung in den Medien aus als die Gegner der so genannte "Proposition 8". Das meiste davon fließt in Fernsehwerbung. Geoff Kors erklärte, dass die Heteroehe-Aktivisten dank dieses Unterschieds weit mehr Wähler erreichten als die Homoehe-Befürworter. Er erklärte, dass in den nächsten vier Wochen mindestens zehn Millionen Dollar an Spenden gesammelt werden müssten, um überhaupt noch eine Chance zu haben.

In der Werbung der Homo-Gegner wird erklärt, dass die Ehe dem Bundesstaat von Richtern aufgezwungen wurde. Das habe zur Folge, dass man wegen "persönlicher Überzeugung verklagt werden" könne, Kirchen unter Umständen ihre Steuerprivilegien verlieren würden und die Homo-Ehe würde an öffentlichen Schulen gelehrt wird. Homo-Befürworter erklären dagegen in ihrer Werbung, dass Schwule und Lesben die gleichen Rechte haben sollten wie Heterosexuelle.

Nach Angaben des Williams Institutes haben sich seit Juni inzwischen mehr als 11.000 Homo-Paare in Kalifornien das Ja-Wort gegeben. Deren Ehen würden auch nach einer Abschaffung der Gleichbehandlung Bestand haben.

Kalifornien wäre die erste Region weltweit, die eine legale Öffnung der Ehe wieder zurücknimmt. (dk)

Youtube | Werbespot für die Beibehaltung der Homo-Ehe


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12 Kommentare

#1 Linu86Profil
  • 08.10.2008, 15:25hAachen
  • Scheiße!!!

    AB Januar bin ich in Kalifornien, ich hatte echt gehofft, dass Prop. 8 durchfliegt :-(
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#2 Olaf_LEO
  • 08.10.2008, 19:04h
  • Ich hoffe weiter auf die Weisheit der Wähler in Kalifornien. Das Schlamassel sollte eine Warnung für uns sein! Direkte Demokratie führt zu solchen Dingen, das haben wir noch weit schlimmer in der Weimarer Republik erlebt. Deswegen bin ich grundsätzlich gegen Volksabstimmungen!
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#3 stromboliProfil
  • 08.10.2008, 19:10hberlin
  • Antwort auf #1 von Linu86
  • ratlos! vieleicht mit einer kampagne mit unterstützung diverser prominenter und stars...

    aber würd ich in karlifornien wohnen, ich würd mir den erstbesten auf der straße mit zum nächsten standesamt schleppen. Denn wenn die "ehe" schließungen denn gültig bleiben, was soll dann mit jetzt 11000 , bis zum 4.nov. vieleicht 200-500000 paaren geschehen??
    Da hätten die dann aber ein böses problem!
    Dem popanz "ehe" wäre ebenfalls ein "bein" gestellt..
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#4 stromboliProfil
  • 08.10.2008, 19:21hberlin
  • Antwort auf #2 von Olaf_LEO
  • die weimarer verfassung kannte den begriff der volksabstimmung in diesem sinne nicht.

    Für landesweite entscheidungen sollte wirklich das "wahlergebnis" richtungsweisend sein. Wenn es aber um komunale entscheidungen geht, sollte die mitbestimmung des bürgers durchaus ausgeweitet sein. Insbesondere wenn es um belange des öffentlichen interesses geht muß von zeit zu zeit die meinungsbildung der bevölkerung ausschlaggebend sein! Beispiel verkauf von gemeinde eigenem land, besitz,versorgungsträger ,wasser, strom und energie!
    Bei landes wie bundesweiten änderungen die die landes/ bundesverfassungen belangen, MUß eine volksbefragung her! So eigentlich nötig jetzt bei der frage von bundeswehr im inlandseinsatz.
    In zeiten kommender internetwahl ohnehin kein problem mehr...
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#5 stephan
  • 08.10.2008, 19:38h
  • Die Demokratie führt sich selbst ad absurdum, wenn wesentliche Bestandteile des demokratischen Miteinander vom Spendenaufkommen der Lager abhängt.

    Das weltweite Prekariat hat immer die Mehrheit und ist leicht verführbar.

    Meine Empfehlung: Vor allen Abstimmungen und Wahlen drei - durch einen Zufallsgenerator aus fünfzigtausend Fragen ausgewählte - Aufgaben zum jeweiligen Themenkomplex, der dort behandelt wird. Diese Fragen müssen richtig beantwortet sein, bevor jemand das aktive Wahlrecht ausüben kann. Ich denke dabei nicht an Fragen, die sehr sehr viel voraussetzen. Nicht etwa an die philosophischen Vordenker der Demokratie o.ä.

    Nein, in Kalifornien könnte man z.B. nach der derzeitigen Rechtslage oder nach Konsequenzen der Entscheidung fragen oder danach welche Mehrheit, die eine oder die andere Position erreichen müsste, um diese oder jene rechtliche Veränderung herbeizuführen.

    Ist das undemokratisch, wenn man verlangt, dass der Wähler die elementarsten Dinge über die Konsequenzen seiner Entscheidung weiß?

    Dieses Verfahren wäre auch bei Bundestagswahlen empfehlenswert! Wer nicht weiß, welche Kompetenzen der Deutsche Bundestag hat, sollte über seine Zusammensetzung auch - bis zum Erwerb dieses Wissens - nicht entscheiden dürfen. Ich denke viele üble Auswüchse dessen, was wir bislang als Demokratie bezeichnen, ließen sich so vermeiden, denn den allzu dummen Zeitgenossen, die sich durch einen - am Abend zuvor - gesehenes Werbevideo beeinflussen lassen, wäre dann halt nicht aktiv wahlberechtigt - und das mit Recht!

    President kann in den USA z.B. nur der werden, der genug Geld mitbringt. Welch eine Farce!

    Die Demokratie ist ein griechisches Gewächs, aber in den griechischen Stadtstaaten mit 15000 Einwohnern bedeutete das etwas völlig anderes. Man kann das nicht auf Millionen übertragen und jedem ohne Vorwissen erlauben, über jede Frage zu entscheiden. Zumindest ergibt sich so bestimmt keine Entscheidung, die zum Wohle der Polis beträgt!

    Auch wenn ich die Grenzen der Aufklärung deutlich vor Augen habe, so lautet mein Motto doch: Bildung, Bildung, Bildung!
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#6 W.G.SebaldAnonym
  • 08.10.2008, 20:10h
  • Antwort auf #5 von stephan
  • "...Auch in der Epoche ihrer Vollendung bot die Attische Demokratie allerdings nur einem Teil der Bevölkerung das Recht zur politischen Partizipation. Frauen, Sklaven und Metöken (Bewohner Athens auswärtiger Herkunft) waren davon ausgeschlossen. Registrierte Vollbürger waren andererseits auf allen politischen Entscheidungsebenen gefordert. Eine Gewaltenteilung im modernen Sinne existierte nicht..."

    de.wikipedia.org/wiki/Attische_Demokratie

    "...Historische Bedeutung erlangte er als Anführer eines nach ihm benannten Sklavenaufstandes im Römischen Reich der Antike während der späten Römischen Republik..."

    de.wikipedia.org/wiki/Spartacus

    "...Der Spartakusbund war eine Vereinigung von marxistischen Sozialisten in Deutschland, die während des Ersten Weltkriegs am Ziel einer internationalen Revolution des Proletariats festhielten, um Kapitalismus, Imperialismus und Militarismus weltweit zu stürzen: ab August 1914 innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) als zu deren Kurs oppositionelle Gruppe Internationale, ab 1916 als Spartakusgruppe, ab 1917 als linker Flügel der von der SPD abgespaltenen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD). Während der Novemberrevolution 1918 war der Bund parteiunabhängig und strebte eine deutsche Räterepublik an. Am 1. Januar 1919 ging er in der neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) auf..."

    de.wikipedia.org/wiki/Spartakisten

    "..Der Führer ist alphabetisch nach Ländern geordnet und bietet kurze Texte in mehreren Sprachen zu jedem Land – darunter auch ein Überblick über die dort geltenden Gesetze zur Homosexualität – und ggf. den wichtigsten schwulen Reisezielen (Orten) innerhalb des Landes. .."

    upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0f/Spartacus1
    .jpg/450px-Spartacus1.jpg
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#7 VesuvAnonym
#8 seb1983
  • 08.10.2008, 23:36h
  • Hier wird LEIDER widerlegt dass eine Öffnung der Ehe nicht wieder rückgängig zu machen wäre, zumindest in Kalifornien.
    Immerhin kann man sicher sein dass das Thema in Deutschland einfach auf zu viel Desinteresse stoßen würde und direkte Volksabstimmungen so nicht möglich sind.

    Einem Vorredner hier gebe ich soweit Recht dass direkte Demokratie auf kommunaler Ebene eindeutig Stärken hat, hier können die Menschen über SAchverhalte entscheiden die sie betreffen und die sie auch VERSTEHEN können.
    Auf höherer Ebene sind die Entscheidungen einfach oft zu kompliziert zu überblicken als dass hier direkt abgestimmt würde.

    Sonst hätten wir in Deutschland morgen keinen Euro mehr aber dafür die Todesstrafe wieder.

    Den Kaliforniern trotzdem viel Glück!
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#9 WolfgangAnonym
  • 09.10.2008, 01:31h
  • Die die verheiratet sind bleiben es auch. Eine Verfassungsänderung hat in Kalifornien keine rückwirkende Macht. Darüber sind sich so gut wie alle Rechtgelehrten einig.

    Ich wünsche alles Glück, dass die Prop8 nicht durchkommt. Immerhin gibt es reichlich Unterstützung, sogar von Republikanern. Jetzt können die (bzw. ein Teil der) Amerikaner beweisen das sie nicht so sind wie ich denke...
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#10 IchAnonym
  • 09.10.2008, 02:50h
  • Tja Amerika....10 Millionen brauchen die... wann sagen wir denen, daß man sich Verstand nicht erkaufen kann???
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