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Das portugiesische Parlament hat am Freitag mit den Stimmen der regierenden Sozialisten und der konservativen Opposition gegen die Öffnung der Ehe gestimmt. Vor dem Parlament gab es Proteste von Homo-Aktivisten.

Der Antrag war von den Grünen und dem linken Bloco de Esquerda eingereicht worden. Die Parteien hatten gehofft, Stimmen von der Partido Socialista zu erhalten, die die absolute Mehrheit im Parlament hält.

In Portugal gibt es derzeit eine Art Eingetragene Lebenspartnerschaft (faktische Partnerschaft oder uniões de facto), die sowohl gleich- als auch verschiedengeschlechtliche Paare eingehen können und die weniger Rechte als die Ehe beinhaltet. Das einzige Nachbarland Spanien hat dagegen schon 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.

Ministerpräsident José Sócrates lehnte die Ehe-Öffnung ab: "Homosexuelle Ehen stehen derzeit nicht auf der politischen Agenda. Wir haben das nicht im Regierungsprogramm und die Sozialisten werden keine Befehle von anderen Parteien zu Gesetzesinitiativen entgegennehmen."

Vor dem Parlament protestierten 30 Homo-Aktivisten gegen die Entscheidung und inszenierten Ehe-Schließungen.

Die katholische Kirche, der die überwältigende Mehrheit der Portugiesen angehört, erklärte im Vorfeld der Abstimmung, dass eine Öffnung der Ehe eine Verletzung der Familien bedeuten würde: "Was auf dem Spiel steht, ist das gesamte Konzept der Familie", erklärte Kardinal José Policarpo in einem katholischen Radiosender. (dk)



#1 alexander
  • 10.10.2008, 19:51h
  • ministerpräsident socrates macht seinem namen nicht gerade ehre ! auch scheint er die demokratischen spielregeln nicht begriffen zu haben, denn hier wurden keine befehle von anderen parteien erteilt, sondern anträge eingereicht.
    er ist offensichtlich zu jung für diesen job und noch im machtrausch, denn was hat seine politische agenda und sein regierungsprogramm damit zu tun ? so jung und so unflexibel ?
    ein armutszeugnis für seine fähigkeit, trifft´s eher ! das verhalten der katholischen kirche mit ihrem "ehekonzept" war doch ohnehin klar !
    warum tun sich die eu-staaten nur so schwer von ihren nachbarn fortschrittlichkeit, die sich bereits positiv bewährt hat zu übernehmen ?
    offensichtlich muss jedes land sein nationales süppchen köcheln, hauptsache anders als die andern. und immer auf kosten der eigenen bürger !
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#2 LicampoAnonym
  • 12.10.2008, 16:15h
  • Die portugiesische Kultur ist sehr komplex und tradiert, sie dürfte die komplexeste weltweit und eine der tradiertesten Europas sein.

    Ich als Halbportugiese, der homosexuell ist, stimme Senhor Eng. Jose Socrates zu, die Homosexuellen-Ehe für Portugal nicht zu erlauben. Allein das Land mit seinem Nachbarn Spanien zu vergleichen, ist schon frech, aber dann auch noch zu sagen, Portugal solle sich an die allgemeinen europäischen Spielregeln halten, grenzt beinahe an Impertinenz. Die meisten Deutschen kennen die portugiesische oder lusitanische Kultur, die noch sehr funktioniert und geordnet ist, im Gegensatz zur Deutschen, überhaupt nicht, ja manche wissen ja gar nichts über das Land und wollen sich dann hier als "Moralhüter" über mein Portugal aufspielen. Ich bin stolz darauf, dass Socrates und das "Assambleia da Repbublica" (das Parlament) der Homo-Ehe nicht zugestimmt haben. Alles andere wäre auch für Portugal nicht normal gewesen.
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#3 AzulejoAnonym
#4 NorthsideProfil
  • 12.10.2008, 19:01hHamburg
  • Antwort auf #2 von Licampo
  • Da widerspreche ich aber als ebenfalls homosexueller Halbportugiese zumindest zum Teil. Es ist durchaus richtig, das die Lage in Portugal komplexer ist als in anderen Ländern. In Portugal gibt es eine durchaus größere Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexualität, als in vielen anderen süd-und mitteleuropäischen Länder (allerdings hört diese Toleranz auch manchmal in den eigenen Familien auf). Ich persönlich sehe auch die Kirche in Portugal, die ähnlich wie in Spanien, Unterstützer eines faschistischen System war, sehr kritisch. Allerdings ist es nun leider so, dass viele Portugiesen sehr gläubig und deshalb stark mit Ihrer Kirche verbunden sind. Hier einen "Krieg" gegen die Kirche zu führen, ist sehr gewagt. Für die Kirche wäre die Öffnung der Ehe eine Kriegserklärung. Die portugiesische Innenpolitik, war in den letzten Jahrzehnten doch mehr auf Ausgleich bedacht, als die spanische. Als Beispiel würde ich z.B. die Autonomiebestrebungen in Katalonien und im Baskenland sehen. Während in Spanien auch hier und da mal eine Bombe gelegt wird, gibt es in Portugal auch starke Autonomiebemühungen der Insel Madeira. Bekommt man hier nicht mit, weil weniger spektakulär ohne Bomben für die Nachrichten. In harten Verhandlungen wurden und werden hier Stück für Stück politische Lösungen gefunden, wo beiden Seiten Kompromisse eingehen mussten. In Spanien ist es ja nun nicht so, dass 100% begeistert mit der Homoehe sind. Ich erinnere nur an die Millionendemonstrationen in Spanien gegen die Homoehe. Auch wenn ich so manche drastische Äußerungen von Politikern der spanischen PP oder von Funktionträgern der spanische Kirche gegenüber Homosexuellen höre, muss ich sagen, das ich sowas auf portugiesischer Seite von der Politik gar nicht und von der Kirche nur in sehr wenigen Einzelfällen gehört bzw,gelesen habe. Diese Einzelfälle liegen wohl auch daran, dass Idiotie leider nicht vor Staatsangehörigkeiten halt macht. Man mag zwar Portugiesen für rückständig halten, aber wenn sie schon was verändern, dann stehen auch die meisten dahinter. Das kann man schon daran sehen, das die Franco oder Hitler-Gedächnisclubs in Spanien und Deutschland(z.B, NPD etc.) durchaus im Verhältnis größer sind, als die Salazar-Freunde in Portugal. Für Deutschland sehe ich das im übrigen etwas anders mit der Homo-Ehe, da die Kirche(zum Glück!!) weniger Einfluß hat und die Eheöffnung für Homosexuelle deshalb eher wegen der Untätigkeit der Politik scheitert. Es geht ja nun auch nicht um die Ehe an sich, sondern darum, dass man als Staat zeigt, das eine homosexuelle Bindung genau so wichtig ist, wie eine heterosexuelle Bindung. Im übrigen zum Thema "im Gegensatz zu der deutschen, ist die lusitanische Kultur geordnet". Das ist natürlich nationalistischer Blödsinn. Die Unterschiede sind marginal und das einzige, was ich besser an der portugiesischen Kultur finde, ist das einem um 22:00 nicht gesagt wird im Restaurant, dass der Koch jetzt Feierabend macht oder die Leute besoffen am Wochenende die Bahnen vollkotzen, weil sie kein Alkohol vertragen(wer mal in Portugal im Nightlife war, wird feststellen, das Betrunkene eher selten anzutreffen sind, was wohl daran liegt, dass Wein Grundnahrungsmittel ist).
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#5 InfernoProfil
  • 12.10.2008, 19:33hBerlin
  • Antwort auf #4 von Northside
  • Du meinje Güte, die ANzahl von Halb- Voll- und Teilzeitportugiesen scheint ja stündlich zuzunehmen. Wenn es dann das nächste mal um Polen geht, entdecken hier einige sicher auch ihre polnischen Wurzeln um sich für ihr Heimatland schämen zu können.

    Ich bin kein Portugiese irgendeiner Art. Aber manche sollten nun auch mal einsehen, dass es kein Grund- und Menschenrecht darauf gibt heiraten zu können. Das ist auch gar nicht Aufgabe der Menschenrechte.

    Ergo hat Portugal alles Recht der Welt seine Gesetrzte in diesem Fall so zu Handhaben wie sie das wollen. Da braucht man keine besserwisserischen Ratschläge von Usern die aus einem Land schreiben, in dem man es nicht mal trotz Rot-Grüner Bundestags und Bundesratsmehrheit (die gab es mehrere Monate lang) nicht geschafft hat die Ehe zu öffnen.
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#6 RabaukeAnonym
  • 13.10.2008, 09:21h
  • Also ich bin ja persönlich "Halbfranzose"! Mich regt auf, daß der Eifelturm rostet. Ne Freundin von mir ist aus China. Sie egt sich ja auch nahezu stündlich auf, daß in ihrem Heimatland ein Sack Reis platzt.:))) Mal ehrlich!!! Schön ist das, was in einem Land der EU abgeht nicht. Dennoch muß man die Gesetze und den Entschluß eines souveränen Staates durch sein demokratisch, frei gewähltes Parlament, respektvoll anerkennen.
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#7 gatopardo
  • 14.10.2008, 18:57h
  • Eigentlich ist mir der schöne sozialistische Sócrates sympathisch, wenn dieser Schlingel nur nicht so hartnäckig gegen die Homo-Ehe wäre. Die Eingetragene Partnerschaft ist jedoch für unser Nachbarland schon ein atemberaubender Fortschritt, wenn man sie der grundweg ablehnenden Haltung der zumeist ländlichen Bevölkerung Portugals entgegenstellt.
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#8 Tufir
  • 14.10.2008, 22:07h
  • Antwort auf #7 von gatopardo
  • "wenn man sie der grundweg ablehnenden Haltung der zumeist ländlichen Bevölkerung Portugals entgegenstellt."
    Stimmt. Die wählen schließlich auch. Eine langsame stetige Bewegung im Vorwärtsgang ist auf jeden Fall besser, als ein revolutionärer Schritt nach vorne auf den zwei nach hinten folgen.
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#9 gatopardo
  • 14.10.2008, 23:23h
  • Antwort auf #4 von Northside
  • Im Mittelmeerraum spielt ebenso wie in Portugal eine sogenannte subtile Homosexualität eine grössere Rolle als im nördlicheren Europa. Diese äussert sich im stillschweigenden Einverständnis an einigen vorwiegend von Männern besuchten Orten, ohne dass man haargenau weiss, wer von ihnen schwul ist und wer nicht. Es sei denn, man besucht die offene Szene, die es auch in Lisboa und Porto gibt.
    Die totale Gleichstellung, wie wir sie in Spanien haben, sollte dennoch überall das Ziel sein, ohne dass wir sie altklug für Nachbarstaaten fordern. Was die spanische Kirche betrifft, so bereitet uns heute ihre Ohnmacht gegenüber der verhassten Homo-Ehe eine gewisse Genugtuung. Dabei zieht sie alle Register und hetzt hin und wieder eine Million gegen uns auf, was die Mehrheit im Lande insbesondere in den grossen Metropolen verärgert, weshalb fortschrittliche Parteien gewählt werden. ¡ No pasarán !
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