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Jungs in der Midlife-Crisis: Vorsorgeuntersuchung

"Sex?" fragt der beste Mann von allen.

"Och nö", denke ich. "Jetzt gleich?" frage ich.

"Du hast keine Lust", sagt er.

"Doch, aber auch irgendwie nicht…" Die Entschuldigung wird zum Monolog über spätes schweres Essen, Rotwein und Leistungsdruck. Überhaupt hätten wir doch gestern schon.

"Das hatte ich bereits nach dem ersten Satz verstanden", unterbricht er mich spöttisch. "Vielleicht sollest du mal deinen Testosteron-Spiegel messen. Mit zunehmendem Alter lässt der nämlich nach."

Ich habe mich daran gewöhnt, im Sportstudio die leichteren Hanteln zu nehmen, weil sonst die Gelenke knacken. Ich habe akzeptiert, dass mein Vater mehr Haare auf dem Kopf trägt als ich. Für die stattdessen sprießenden Borsten aus Ohren und Nase wurde mir ein elektrischer Haarschneider geschenkt, den ich gelegentlich sogar verwende. Und dass am Tag vor einem Wetterumbruch das Knie beim Treppensteigen schmerzt, scheint mir mittlerweile auch kein Zufall mehr zu sein.

Altersbedingte Abnutzungserscheinungen? Geschenkt. Die gehören dazu. Dafür wird man ja ruhiger, gelassener und reifer. So schlecht ist der Tausch gar nicht. Aber die Lust am Sex verlieren? Da hört der Spaß am Altern auf.

"Du könntest ja mal zum Arzt gehen und so einen Rundum-Check machen lassen", schlägt er vor und lächelt böse. Wir beide wissen, dass er sich nur mühsam den Hinweis verkneifen konnte, dass viele Altersvorsorgeuntersuchungen ab 40 schließlich von den Kassen bezahlt würden.
Nun neigen zwar manche Männer zum Hypochonder, das heißt aber nicht, dass sie gerne zum Arzt gehen. Überspitzt heißt das, sie behandeln die Lungenentzündung zuhause mit afrikanischem Wurzelsaft in homöopathischer Dosierung oder negieren das Stechen im Brustkorb bis zum Kollaps – doch wenn sich das Brustpiercing entzündet wird die Sprechstundenhilfe bedroht, falls nicht binnen einer Stunde ein Termin zu kriegen ist.

Dabei sind Vorsorgeuntersuchungen eigentlich völlig harmlos – und unbedingt weniger zeitintensiv und angenehmer als die Behandlung einer spät erkannten Krankheit. Vielleicht ist es die Angst vor der dann unbeugbaren Erkenntnis, die mich abhält? Vielleicht glaube ich doch an irgendetwas, nämlich dass nicht sein kann, was nicht sein darf? Oder vielleicht stecke ich nur furchtsam und dämlich den Kopf in den Sand?

"Testosteron-Mangel kann viele Gründe haben", erklärt mir der Arzt meines Vertrauens am Telefon, "aber Anfang 40 liegt das selten das Alter. Darauf kannst du dich noch freuen. Wahrscheinlich. Machst du vielleicht gerade viel Sport oder eine Diät? Oder hast du Stress? Privat oder im Büro? Am besten ist, du kommst morgen früh nüchtern vorbei, dann nehme ich Blut ab und wir machen einen gründlichen Check."

Ich fühle mich bereits viel besser. Stress und Sport klingen so viel besser als altersbedingte Ermüdungserscheinung. Das klingt sogar richtig vital. Es geht mir gleich viel besser, beinahe spüre ich sogar ein bekanntes Ziehen in der Leiste. Ich denke, die Vorsorgeuntersuchung kann noch eine Woche warten. Oder einen Monat…



#1 XDAAnonym
  • 13.10.2008, 23:46h
  • Na da hat Herr Hegmann wahrscheinlich das Versprechen vom Urlaubssex nicht eingehalten und musste deshalb zum Onkel Doktor. Aber die eher langweilige Anekdote - auch noch mit offenem Ende - hätte man sich getrost sparen können.
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#2 Chris_Anonym
  • 15.10.2008, 22:46h
  • Glückwunsch zu einem noch schlechterem Artikel, dachte schon, dass der letzte unterirdisch schlecht war, aber der hat noch mehr überzeugt.
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