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Der "Pride Campus" soll homosexuelle Jugendliche vor Gewalt schützen

Von Dennis Klein

In Chicago soll eine Schule eröffnet werden, die nur für schwule und lesbische Schüler zugänglich ist. Hintergrund ist die zunehmende homophobe Gewalt in den Klassenzimmern der Vereinigten Staaten (queer.de berichtete). Erst im Februar wurde der 15-jährige Lawrence King von einem Klassenkollegen erschossen, weil er ihn zum Valentinstag eingeladen hat.

Nach den Plänen der Schulverwaltung soll der "Pride Campus" zwar organisatorisch zur School for Social Justice gehören, jedoch räumlich abgetrennt sein. Der Lehrplan soll der gleiche sein wie in vergleichbaren Schulen Chicagos, im Geschichts- und Literaturunterricht jedoch gezielt das Thema sexuelle Identität aufgegriffen werden. Den Kindern soll zudem psychologische Betreuung angeboten werden.

"Es soll keine schwule Highschool sein, aber sie ist durchaus für Kinder gedacht, die das Gefühl haben, Opfer von Angriffen wegen ihrer sexuellen Orientierung geworden zu sein", sagte Josh Edelmann von Chicagos Schulverwaltung. "Es geht uns darum, den Kindern eine Alternative zu bieten", so Edelmann. "Sie sollen eine Wahl haben und eine ebenso hochqualifizierte Ausbildung genießen wie andere Schüler. Wenn wir nichts unternehmen, wird es weiterhin Berichte von schlechten Noten, gewalttätigen Angriffen und sogar Morden wie dem an Lawrence King geben."

Die Pläne für die Homo-Schule sind allerdings nicht unumstritten. Gegner führen an, dass die Schule nicht dazu führen würde, Schwule und Lesben in die Gesellschaft zu integrieren, sondern die Trennung noch vorantreiben würde. Vielmehr solle man Gesetze einführen, die Schüler vor homophoben Übergriffen schützen sollen. Am 22. Oktober wird der Schulrat in Chicago über das Projekt abstimmen,

Ganz neu ist die Idee der schwul-lesbischen Schule nicht. Bereits seit 1985 gibt es in New York City die Harvey Milk School, die überwiegend homo-, bi- und transsexuellen Jugendlichen vorbehalten ist. Im Jahr 2002 wurde sie von einer privaten in eine öffentliche Schule umgewandelt und bekam gleichzeitig die volle Anerkennung als vierjährige High School. Eine ähnliche Einrichtung existiert mit der Alliance High School in Milwaukee.



45 Kommentare

#1 joshiProfil
  • 15.10.2008, 11:55hBerlin
  • ich find das toll. jugendliche, kinder die ihre sexualität nicht verstecken müssen.....

    in berlin undenkbar..... leider..... hr. wowereit
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#2 SaschaEhemaliges Profil
  • 15.10.2008, 12:22h
  • In Wahrheit ist das Segregation der übelsten und verheerendsten Sorte. Private Rückzugsräume für diskriminierte gesellschaftliche Gruppen sind dringend erforderlich, aber im allgemeinen und öffentlichen gesellschaftlichen Leben kann und darf es nicht um die Trennung von Menschen nach Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Identität oder sonstigen Merkmalen gehen.

    Offensichtlich möchte man hier den Status quo einer durch und durch homophoben Gesellschaft dadurch konservieren, dass man "Abweichler" einfach in separate Schulen und Kanäle abschiebt. Und dabei hätte man meinen sollen, dass die Ideologie und Praxis der Rassentrennung in den USA zumindest in dieser offenen Form überwunden ist.
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#3 Tim_ChrisProfil
  • 15.10.2008, 12:22hBremen
  • Antwort auf #1 von joshi
  • Ich finde es schade, dass es extra Schulen dafür geben muss, um die Kinder und Jugendlichen zu schützen, was, wie im Artikel bereits erwähnt wird - "dass die Schule nicht dazu führen würde, Schwule und Lesben in die Gesellschaft zu integrieren, sondern die Trennung noch vorantreiben würde." - vermutlich sowieso auf diese Weise nicht funktioniert.
    Angebrachter wäre entsprechender Präventionsunterricht in den "normalen" Schulen, zu dem durchaus auch gezielt die Homosexualität im Geschichts- und Literaturunterricht thematisiert werden sollte.

    Was hilft es, homosexuelle Schüler von der gleichaltrigen Gesellschaft abzusondern? Die Homophobie lässt sich damit bei den heterosexuellen Kindern und Jugendlichen nicht bekämpfen.
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#4 dummfugAnonym
  • 15.10.2008, 13:52h
  • Ich finde es schlimm, wenn so etwas überhaupt notwendig ist --

    Sicher, den Schülern dort mag es besser gehen als an ihren aktuellen Schulen - für den Einzelnen also scheinbar gut - nur gibt es natürlich außerhalb des Schulzauns das reale Leben, und in dem muss man sich zurechtfinden. Der Einzelne kann diese Gesellschaft nicht völlig ändern, er kann nur in ihr leben. Also muss er lernen, zurechtzukommen. Hilfen dafür sind angebracht, Berater, Mediatoren, die in die Klassen an allen Schulen gehen und dort für freiheitliche Grundwerte werben, die es doch in diesem ach so freien Land geben soll (aber lassen wir den Sarkasmus).

    Also: Hilfe für den Einzelnen und in der Gesamtheit in der Art, die Gesellschaft zu ändern, die Umgebung des Schülers zu ändern, und zu erklären, das alle Facetten, die die Natur hervorbringt, zur Normalität gehören. Der Durchschnitt ist NICHT normal, normal ist die Realität!

    Ist es nicht 1957 gewesen, als die Apartheit an amerikanischen Schulen aufgehoben wurde und Menschen unterschiedlicher Hautfarbe an EINER Uni oder Schule lernen durften? Da darf man doch nicht mehr als 50 Jahre später es als einen Erfolg feiern, eine Apartheit der sexuellen Orientierung einzuführen.

    Aufklärung, gay-friendly, das ist angesagt!
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#5 KlartextAnonym
  • 15.10.2008, 16:10h
  • Jugendliche Schüler schon frühzeitig aufgrund ihrer Homosexualität aus der Gesellschaft aus- bzw. abzusondern ist aus integrationspolitischer Sicht so ziemlich das Blödeste was man machen kann.

    Dennoch: wenn es dort in den amerikanischen Schulen wirklich so unerträglich schlimm zugeht das homosexuelle Schüler sogar um ihr Leben bangen müssen, so geht der Schutz dieser Jugendlichen erstmal vor.

    Deshalb aber frage ich:

    DU HOCHCHRISTLICHES AMERIKA, DU VON GOTT BEAUFTRAGER PRÄSIDENT BUSH, SAGE MIR: WAS HABT IHR GEMACHT!!! WIE IST ES MÖGLICH DAS GEGEN EURE KINDER SO GEHETZT WIRD!!! WIESO LASST IHR DIES ZU!!! WER IST DAFÜR VERANTWORTLICH!!!

    Eine Antwort werde ich wohl nicht bekommen, und dies eine aber weiss ich:

    Hier in Deutschand müssen wir, jetzt mehr denn je, den Hetzern, den Heuchlern und Ihrer scheinheiligen Verlogenheit massiv entgegentreten. Dies und die Aufklärung an unseren Schulen haben allererste Priortät. Für eine freie, gerechte und von gegenseitiger Achtung geprägter Zukunft.
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#6 Diz!Anonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.10.2008, 17:21h
  • Ich finde diese Schule eine gute Einrichtung! Es ist ja hinreichend bekannt, dass an ordinären (im Sinn von gewöhnlichen) Schulen Homophobie an der Tagesordnung ist, egal in welchem Land. Vielleicht gibt es sowas ja auch bald in Deutschland.
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#8 joshiProfil
  • 15.10.2008, 18:35hBerlin
  • an die gegner dieser schule:

    alles schön theoretisch und theoretisch vollkommen richtig.
    aber eben praktisch blöde. geht hin und sprecht mit den opfern, die sich selbst noch nicht einmal als solche erkennen, weil sie ein leben lang versuchen den gesellschaftlichen normativa zu genügen und es doch nie richtig schaffen.
    homophobie wirklich abzuschaffen geht eben nicht, wenn man ständig so tut als muessten alle bloss besser werden (was ja nicht falsch ist). es heisst auch, mit praktischen mitteln zu zeigen wie gross das problem ist. mann kann es ja auch so sehen: nicht die schicken uns ins gettho, sondern wir wollen dahin. denkt mal daran wieviele auch hier im forum immer wieder so tun als sei schon alles gut so, wie es hier ist. indem wir klarmachen, das es nicht so ist und das es notwendig ist seine kinder zu getthoisieren um sie nicht zu versklaven kann man auch etwas zeigen.
    das das nicht das gelbe vom ei ist ist klar. aber wie gesagt denkt mal an die in den hetero-schulen versklavten kinder......

    und übrigens: selbst unter den offensten hetero-eltern die ich kenne wird jedes kind als hetero erzogen. kennt jemand von euch auch nur ein einziges hetero-elternpaar welches sich mit der frage beschäftigt ihre kleinkinder könnten auch schwul/lesbisch sein??? denkt mal daran wie "normal" das ist.
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#9 SaschaEhemaliges Profil
  • 15.10.2008, 18:48h
  • Antwort auf #7 von FoXXXyness
  • Ach ja, und wenn die Homophobie an Schulen "hinreichend bekannt" ist, wie wäre es denn damit, eben daran endlich etwas zu ändern???

    Das erreicht man aber ganz bestimmt nicht dadurch, dass man eine neue Politik der Rassentrennung einführt - nunmehr auf Basis der sexuellen Orientierung - sondern indem man endlich gegen jede Form der Xenophobie im Allgemeinen und der Homophobie bzw. Heteronormativität im Besonderen in allen gesellschaftlichen Bereichen, und vor allem im Erziehungs- und Bildungswesen, aktiv vorgeht.
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#10 Thomas62Anonym
  • 15.10.2008, 20:12h
  • Ich find´s auch ´ne gute Idee unter diesen Umständen. Die Forderung nach entsprechenden Gesetzen die Schwule und Lesben schützen sollen ist gut gemeint aber bringt in der Sache nix. Gaybashing und Hatecrimes wird´s immer geben, da lassen sich die entsprechenden Dumpfbacken nicht davon abschrecken.
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