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  • 20. Oktober 2008, noch kein Kommentar

Abschied vom Pop-Chanson: Annett Louisans neues Album "teilzeithippie"

Von Carsten Weidemann

Die Ästhetik, aus der sich eine gute Portion von Annett Louisans Erfolg speist, ist in einer Zeit angesiedelt, in der man hierzulande noch von Langspielplatten redete und eine stringente, in sich geschlossene Kollektion von Liedern meinte. Die Idee, eine Song-Abfolge durch einen roten Faden zu verbinden, statt ein Dutzend Füller-Nummern um einen Hit zu platzieren, macht Annett Louisan zwar nicht zwangsläufig zum Potentaten der einträglichen Retro-Welle. Zeitlosigkeit darf und muss man der 31Jährigen aber vor allem für ihr viertes Album "teilzeithippie" attestieren.

Allerdings, und das ist eine der Neuerungen nach drei Erfolgs-Alben und mehr als einer Million verkaufter Tonträger, hält sie nicht mehr am Pop-Chanson fest. Neu gefundene Nonchalance muss die Prämisse für "Teilzeithippie" gewesen sein. Sowohl im äußerlichen Erscheinungsbild der Louisan, wie auch inhaltlich und vor allem persönlich. "Wenn ich weiter gemacht hätte wie bisher, wäre ich einer Masche gefolgt. Und wenn man seine eigene Masche erkennt, sollte man sie am besten fallen lassen, denn das Leben ist Veränderung", erklärt Annett Louisan.

Mit dieser Erkenntnis blickt sie sublim, aber nachdrücklich einem neuen Karriereabschnitt entgegen. Hin zum formvollendeten Popsong, der weniger den Kopf, als mehr den Bauch stimuliert, ohne gefällig oder gar beliebig daherzukommen. Eine neu oder besser gesagt, eine wieder gefundene Leichtigkeit zieht sich durch ihre Vision des Umgangs mit deutscher Sprache im Pop-Kontext, in der Verbindung von Poesie und Alltagssprache. Weniger altklug und zitatenreich als sensuell und sexy-pointiert ist das Ausformulieren ihrer Gedanken und Emotionen vier Jahre nach ihrem Debüt geworden