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Vergesst Britneys Genesung, Donnas verkrampften "Crayons"-Flop und Madonnas kalkulierten RnB-Ausflug: Stilikone Grace Jones setzt mit ihrem ersten Album seit 19 Jahren zum Comeback an.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Viele hatten sie schon abgeschrieben, zu lang schien die Pause, zu nichtig die Schlagzeilen, die die einstige Disco-Queen noch produzierte: Grace Jones hat nach 19 Jahren wieder ein Album aufgenommen, das am 7. November in Deutschland erscheinen und den Titel "Hurricane" tragen soll. Nur wenige Songs haben bislang den Weg ins Internet gefunden, noch nicht einmal ein Cover gibt es bislang zu bestaunen – "Amazing Grace" gibt sich rätselhaft wie in ihren besten Zeiten. Die hatte sie in den späten 70er und quer durch die 80er Jahre, als sie mit fulminanten Platten wie "Warm Leatherette" (1980), "Nightclubbing" (1981) oder "Slave to the Rhythm" (1985) zur Stil- und Schwulenikone aufstieg. In den Discotheken gefeiert – legendär ihre Auftritte in den späten 70ern im Studio 54 – bei den Medien aufgrund ihrer exzentrischen und freizügigen Auftritte gefürchtet.

Youtube | Das Video zur aktuellen Single "Corporate Cannibal"

Mit "Hurricane" legt sie nun den Nachfolger zu der seinerzeit gefloppten CD "Bulletproof Heart" (1989) vor. Die erste Single "Corporate Cannibal" erschien bereits im August, zwar kein Hit, aber ein düster-exzentrisches Szenario, das vor allen Dingen aufgrund des experimentellen Videos für Aufsehen sorgte: Die digital verfremdete Amazone - halb Mensch, halb Insekt - symbolisiere den kapitalistischen Schlund, der nach Frischfleisch vom Markt giere, so liest man es in vielen Blogs und Foren, wo eifrig die Bedeutung des Songs entschlüsselt wird. Die Künstlerin selbst prangert in Interviews den Missbrauch an, den Großunternehmen mit den Menschen betreiben, und verweist darauf, dass sie einmal Leibeigene ihrer Plattenfirma war.

Ob sie damit ihr langjähriges Label Island (1976-85) meint, oder ihre etwas weniger erfolgreiche Phase mit der EMI (1986-90), bleibt offen. Fest steht, dass das einstige Bond-Girl (1985 spielte sie Roger Moore "Im Angesicht des Todes" an die Wand) wieder für Schlagzeilen musikalischer Art sorgt – abseits von Drogengerüchten, verunglückten Kinofilmen (1998 an der Seite von Hulk Hogan in "McCinsey’s Island") oder dem verblassenden Ruhm als Disco-Queen, die mit Hits wie "I Need a Man", "Pull Up to the Bumper" oder "Slave to the Rhythm" vor allen Dingen in den Gay-Diskotheken abräumte.

Mit dem neuen Songmaterial versucht die Jones weder irgendwelchen Trends hinterher zu hecheln, wie 1989 mit dem zugegebenermaßen visionären Vorhaben Hip Hop in ihre Musik integrieren, noch die Karriere mit langweiligen Remixen ihrer alten Klassiker oder billiger Dance-Konfektionsware wie "Sex Drive" (1993) und "Love Bites" (1996), ihren letzten musikalischen Lebenszeichen, am Leben zu halten. Dafür sorgen Musiker und Produzenten wie Brian Eno, Tricky oder Sly & Robbie mit vertrackten Beats, bedrohlichen Sound-Landschaften und musikalischen Experimenten wie auf ihren besten Werken Anfang der 80er Jahre. Ob damit das kommerzielle Comeback glückt, steht in den Sternen, das künstlerische dürfte aber gesichert sein. Da sagt man doch mit Freude wieder "Ladies and Gentlemen: Miss Grace Jones!"



11 Kommentare

#1 jochenProfil
  • 21.10.2008, 22:40hmünchen
  • Grace Jones is ne "geile sau" find ich..

    ob aber mit diesem lied das comeback gelingt??
    ich hab da so meine zweifel.
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#2 burkhardAnonym
  • 22.10.2008, 23:41h
  • geil! endlich mal was anderes als diese permanente madonna-britney-hastenichgesehen-mainstream-kacke. wenn der rest des albums nur ansatzweise ähnlich bizarr ist, wird das der knaller.
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#3 antos
#4 antos
#5 stromboliProfil
  • 25.10.2008, 10:07hberlin
  • Antwort auf #4 von antos
  • ikone des minimalistischen...
    auf ihre weise erinnert sie an marlene! ( möge man mir verzeihen^^)
    Aber wer singt schon lieder so unverwechselbar, dass man den ursprünglichen interpreten fast vergessen kann... ?
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#6 antos
#7 antos
#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 07.11.2008, 21:41h
  • Höre grad das neue Album und kann nur sagen: Geil wie immer! Nein, BESSER! Kaufen, kaufen, kaufen!
    Wirklich das Album des Jahres. Da kann Madonna einpacken!
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#9 KonstantinEhemaliges Profil
  • 07.11.2008, 22:15h
  • Antwort auf #7 von antos
  • Mir ist sie auch erst mit dem Nightclubbing-Album wirklich aufgefallen. Besonders mit ihrem Auftritt im Affen-Kostüm, als sie beim einnem Live-Auftritt einen Zuschauen auf die Bühne geholt und ihn mit einem Arschtritt wieder ins Publikum befördert hat! Das fand ich end-cool!
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#10 HannibalEhemaliges Profil