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  • 21. Oktober 2008, noch kein Kommentar

In den 70ern gehörte sie zu den erfolgreichsten Schlager- und Chansonsängerin: Daliah Lavi will mit ihrem neuen Album "C’est la vie – So ist das Leben" endgültig Abschied nehmen.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Sie hatte ihre Karriere bereits beendet: Daliah Lavi, die Sängerin, die Anfang der 70er Jahre inmitten banaler Schlager die Chansontradition einer Hildegard Knef oder Alexandra fortführte. Die als gebürtige Israelin und Jüdin – trotz der zentnerschweren Vergangenheit – zum Superstar in Deutschland aufstieg. Sie gehörte zu den wenigen großen Stars Israels, die man im Ausland überhaupt zur Kenntnis nahm. In den 60er Jahren als Schauspielerin, in den 70ern schließlich als Sängerin, fast ausnahmslos in Deutschland, die Weltkarriere blieb ihr trotz vieler Bemühungen mit englischen Platten stets verwehrt.

Ende 2008 hat die Lavi ihr selbst gewähltes Exil – seit über 20 Jahren lebt sie in Amerika – für ein Abschiedsalbum verlassen. "C’est la vie – So ist das Leben" enthält fünf neue Songs, sowie elf Neuaufnahmen ihrer Klassiker und als Bonus-Track "Ich bin da, um dich zu lieben", jenem Duett mit Karel Gott, das 1995 Platz eins der seligen ZDF-Hitparade belegte – und die Schlagerkarriere der charismatischen Sängerin vorerst beendete.

Bei den neuen Songs hat sie sich ganz auf ihren langjährigen Textdichter Michael Kunze verlassen, bis auf eine Ausnahme: "So bin ich" wurde von Stefan Waggershausen verantwortet. Danach folgen die besagten Neuaufnahmen, die allesamt recht gut von Produzent Dieter Falk modernisiert wurden, allerdings nicht an die Original-Versionen heranreichen. Überhaupt ist es verblüffend, dass sie wieder Songs neu eingespielt hat, denn schon bei ihrem letzten Album "Lieder des Lebens" (1990) gab es dieses Konzept.

Erfreulich aber, dass es hauptsächlich weniger bekannte Album-Tracks sind (zum Beispiel "Etwas mehr blau" aus dem letzten richtigen Studio-LP "Herzblut" von 1985). Weniger verblüffend, als vielmehr sehr erfreulich, die Tatsache, dass Lavis Stimme die vielen Jahre ohne die Bühne tadellos überstanden hat. Herrlich charismatisch singt sie über das Leben, die tiefgründigen Texte bekommen durch die reife Künstlerin eine zusätzlich glaubhafte Note. Da fällt der Abschied gleich doppelt schwer.