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Das "kleine San Francisco" wird Lausanne gern genannt – und das nicht nur, weil es ständig Berg auf und ab geht. Die 120.000-Einwohner-Stadt am Lac Léman hat die besten Gay-Partys der Schweiz, die größte Gay-Sauna und einen schwulen Winzer, der wunderbare Weine anbaut.

Von Hermann J. Huber

Nach dem Plattensee ist der Lac Léman der zweitgrößte Binnensee Europas. Genfersee, wie wir ihn nennen, sagen die Schweizer nicht. Le Léman bekam seinen Namen von den Römern und Kelten, die hier für eine frühe Hochkultur sorgten. Am Nordufer des Sees liegt Lausanne, an der Südspitze Genf – getrennt durch eine halbe Zugstunde. Die Goldküste dazwischen ist von Weinbergen gesäumt und bietet atemberaubende Ausblicke, etwa auf den Mont Blanc, den höchsten Gipfel Europas. Hier am Lac Léman, wo die Schweiz am schönsten und vielleicht auch am teuersten ist, lässt es sich fantastisch leben.

Coco Chanel verbrachte hier ihre letzten Jahre im Hotel "Beau Rivages" in Lausanne und ist hier auch begraben, genauso wie Audrey Hepburn. Berühmte, Adelige und Reiche: Seit Hunderten von Jahren haben sie sich aus aller Welt hier niedergelassen. Lausanne ist die Olympia-Hauptstadt mit Sitz des Olympischen Komitees und eines wunderbaren Olympia-Museums mit über 70.000 Ausstellungsstücken. Internationalität und Weltoffenheit sind überall spürbar.

Diese Stimmung kommt auch der Gay-Szene zu Gute. Der "Schweizer Party-Papst" Alexandre Herkommer veranstaltet jeden Sonntag im MAD ("Trixx") eine schwule Superfete. Weder in Zürich, München oder Mailand sind an einem Sonntag so viele Gays auf einer Party zu finden wie hier im MAD. Fünf mal im Jahr steigt in diesem mehrstöckigen Kultur-Speicher auch die "Jungle Gay Party". Da geht es auf allen Ebenen mit Tausenden Besuchern so richtig zur Sache.

Spitzenküche & Schaumpartys

Mit einem Superlativ kann auch die Sauna "Pink Beach" aufwarten. Es ist die größte Gay-Sauna der Schweiz, die Alain Henguely und sein Lebens- und Geschäftspartner Marc betreiben. Alain hat die Sauna vor 20 Jahren im Herzen der Stadt eröffnet und zu einer Entspannungs- und Erlebniswelt ausgebaut. Die Gäste kommen auch aus Frankreich, Italien und vor allem aus Deutschland. Bis zu 650 Besucher sind bei Schaumpartys schön gezählt worden.

Die beiden Saunamacher haben vor zwei Jahren auch ein schwules Gästehaus, das "Rainbow Inn", eröffnet. Es handelt sich dabei um elegant und sehr individuell eingerichtete Apartments, von deren Terrassen aus man einen fantastischen Blick auf den See hat. Alain und Marc, seit zehn Jahren ein Paar, betreiben auch den Männerclub "Trafick", in dem sich jeder so richtig austoben kann, sowie das Sexkino "Garage". Gerade neu eröffnet hat die kleine Lounge-Bar "Open-Café", geführt von Gino Moll, der auf eine buddhistisch-sanfte Chill-out-Atmosphäre Wert legt. Als Restaurants sind unbedingt das "Lè Pur", ein Lifestyle-Tempel mit schwulem Personal, sowie das kleine intime Bistro "ML 16" zu empfehlen. Hier wird man mit wunderbaren lokalen Speisen verwöhnt und mit sehr guten Weinen.

In der Schweiz wird genauso viel Wein angebaut wie im Elsass. Doch nur zwei Prozent einer Jahresproduktion werden ins Ausland exportiert. So kann man nur im Land selbst die Qualität der Schweizer Weine testen. Hier in den Weinbergen von Lausanne, im Kanton Waadt, wächst ein wunderbarer Chasselas, bei uns auch bekannt als Gutedel. Unbedingt besuchen sollte man das Weingut "Cave La Muscadelle" in Mont-sur-Rolle. Es gehört dem schwulen Winzer Jean-Daniel Gallay. Acht Hektar umfassen seine Hänge über dem See. Trauben für rund 70.000 Liter Wein kann er jährlich ernten: "Mein Betrieb hat eine mittlere Größe", erzählt der Winzer, der sich vor fünf Jahren geoutet hat und nun offen mit seinem portugiesischen Freund Luis lebt.

Seit 1803 ist der Name Gallay ein Begriff im Weinbau am Lac Léman. Zu empfehlen sind nicht nur der Chasselas, sondern auch die Roten, der Pinot-Noir "Tendresse" und vor allem der Gamaret "Passion". Die blau-schwarzen Beeren sind eine Kreuzung der Beaujolais-Rebe Gamay mit der deutschen Rebsorte Reichensteiner. Im Eichenfass gereift, schmeckt der Gamaret leicht nach Vanille, aber auch nach Himbeeren und Johannisbeeren. Ein wunderbarer Tropfen, um einen schönen Abend zu zweit zu genießen.

Modernste Metro & Nachtwächter

Am besten gleich direkt in Lausanne. Die 120.000-Einwohner Stadt, umgeben von Weinbergen, grünen Wiesen und Tannenwäldern, ist ein kleines Juwel mit seiner idyllischen Altstadt, seinen gepflegten Parks und Seeufern. 700 Meter Höhenunterschied hat die neue Metro, die ohne U-Bahnfahrer, läuft, zu überwinden. Kein Wunder, dass es überall in der Schweiz heißt, die Jungs aus Lausanne hätten "die knackigsten Hintern", denn sie müssen ständig den Berg hoch laufen.

Lausanne versprüht Herzlichkeit, Gemütlichkeit und Wärme. Auch in der Gay- und Partyszene wird jeder sofort heimisch werden. Wie viel Uhr es geschlagen hat, erfährt der Besucher jede Nacht von 22 bis 2 Uhr morgens. Als einzige Stadt der Welt leistet sich Lausanne noch einen Nachtwächter. Jeden Abend steigt er auf den Turm der Kathedrale Notre-Dame, ruft die Uhrzeit und versichert, dass er auf die Stadt aufpassen werde. So kann jeder beruhigt in Lausanne einschlafen.

Galerie:
Gay-Life in Lausanne
7 Bilder


11 Kommentare

#1 gatopardo
  • 26.10.2008, 13:12h
  • Auch wenn die Preise im Vergleich zum Euro heute in der Schweiz erschwinglich sind, muss man nicht unbedingt in ein überteuertes und schwules Lausanne , aber für den Winzer und seine Weine könnte man sich interessieren, wie man auch sonst in der Restschweiz immer einen korrekten bodenständigen Tischwein zum Essen serviert bekommt, den es nur in diesem Lande gibt.
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#2 seb1983
#3 gatopardo
  • 26.10.2008, 15:57h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • Mann o Mann, vor Deiner inquisitorischen Zensur besteht aber auch kein einziges Thema hier im Forum. Durch Werbung und Mundpropaganda erhalten wir schliesslich Ideen, wohin wir unsere Ausflüge unternehmen können. Habe diesen Anstoss mehrmals genutzt und bin keinesfalls schlecht damit gefahren. Dass nun die Schweiz "dran" ist, wäre für mich persönlich nichts Neues, da sie sowieso zu meinen Favoriten gehört.
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#4 seb1983
  • 26.10.2008, 18:04h
  • Durch Werbung erhält man Ideen, sicher, und die Leute folgen diesen dann oft. Deshalb kostet der Spaß auch meist viel Geld. Praktisch wenn man schwul ist und sie umsonst bekommt.
    Schlecht fahren muss man damit nicht, sicher. Der WC Reiniger aus der TV Werbung tut seinen zweck vermutlich auch.

    Da es zu meinem Studienschwerpunkt gehört kann ich beurteilen wie sich dieser Artikel für besagten Winzer und Sauna in klingender Münze auszahlen wird. Das ist bei Reiseführern aber zugegeben nicht anders, hier heißt es wer gut schmiert der gut fährt damit die Besucherströme doch bitte in mein Cafe, Andenkenladen etc. geleitet werden.

    Daher muss man den Artikel eben einfach sehen als was er ist: Werbung
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#5 BurschenschankAnonym
#6 seb1983
  • 26.10.2008, 21:51h
  • @Burschenschank

    Um den Zusammenhang zu verstehen muss man wohl ziemlich queer sein, und solche Schüsse unter die Gürtellinie finde ich ziemlich erbärmlich, aber nun gut:

    Das Fach heißt Angewandte Humangeographie.
    Der Schwerpunkt liegt allerdings nicht in der Sanitärabteilung sondern, man höre und staune, im Tourimus.
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#7 gatopardo
  • 27.10.2008, 11:05h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • In Luzern bin ich vor einem Monat auf die makellose Werbung eines nicht billigen Hotels reingefallen, was auch mir nach 43 Jahren Erfahrung in der Tourismus-Branche hin und wieder passiert. Ich hatte um ein ruhiges Zimmer gebeten, wofür man dann die Buchung nicht mehr fand.Der Stadtverkehr tobte dafür dann bis Mitternacht durch mein völlig spartanisches und einfaches Zimmer, das als besonders stilvoll im Internet angeboten wurde und begann dann mit dem Berufsverkehr erneut gegen 6.00 Uhr morgens, mir den letzten Nerv zu rauben.
    Das mit Reben umrankte "historische" Haus auf den Fotos entpuppte sich als herausgeputzter Betonklotz
    inmitten dreier stark befahrener Strassen. Lediglich das in der gastronomisch stets perfekten Schweiz übliche ausgezeichnete Abendessen und Frühstück entpuppten sich als übereinstimmend mit dem Angebot, wofür man aber dann auch eine ganz erhebliche Extra-Summe blechen musste, von der ich vorher nirgends etwas gelesen hatte.
    ICH HABE ENTTÄUSCHUNGEN DIESER ART VOR ORT BEI NUTZUNG DER UNTERSCHIEDLICHEN QUEER-TOURISMUS-WERBUNG NOCH NICHT ERLEBT !
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#8 seb1983
  • 27.10.2008, 18:09h
  • So viele Kommentare gibt das Thema eigentlich wirklich nicht her *g*

    Aber das nennt man dann wohl Pech gehabt, und wenns bei schwuler Werbung noch nicht passiert ist Glück (bekanntermaßen wollen Schwule Hoteliers ja kein Geld verdienen sondern nur die Comunity beglücken )

    Ratsam ist immer mal auf einschlägigen Bewertungsseiten zu stöbern, etwa tripadvisor.de, die sorgen in der Branche im Moment für viel Wirbel. Da wird der (Homo)werbung mal kräftig hinter die Fassade geguckt.

    Schwul ist es leider nicht, aber ich kann es dir trotzdem wärmstens empfehlen
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#9 antos
  • 27.10.2008, 20:21h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • "...etwa tripadvisor.de, die sorgen in der Branche im Moment für viel Wirbel."

    In welcher Branche? Der Hotellerie? Die Veranstaltertouristik kenne ich bestens, da gibts jedenfalls keinen mächtigen Wirbel [weder bei Mittelständlern noch bei den Konzernen], auch nicht in der Fachpresse [fvw, Touristik aktuell etc.]. Wo also wirbelts? Das interessiert mich grad mal rein fachlich-beruflich.

    Danke für Erhellung. [Ich berichte es dann auch einem Bekannten, der für t. arbeitet.]
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#10 seb1983
  • 27.10.2008, 21:15h
  • "Wirbel" war vielleicht etwas viel *G*

    Unter dem Stichwort "Demokratisierung des Internets" haben sich solche Portale zu einer Ernst zu nehmenden Informationsquelle gemausert, was vielen Hotels und etwa auch der Dehoga und DTV mit ihren Sternen ein Dorn im Auge sind.
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