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Eine staatliche Religionsbehörde in Malaysia erklärte, dass maskulines Verhalten von Frauen ebenso wie lesbischer Sex in dem islamischen Land verboten sei.

Der nationale Fatwa-Rat, der dem Islamministerium untersteht, erklärte nach Angaben mehrerer malaiischer Zeitungen, dass burschikosen Verhalten durch Mädchen und Frauen in Zukunft in dem mehrheitlich muslimischen Land nicht mehr geduldet werde. "Es ist nicht akzeptabel, Frauen zu sehen, die den männlichen Lebensstil lieben und sich wie Männer kleiden", erklärte Abdul Shukor, Chef des Fatwa-Rates, am Samstag. "Dieses Verhalten wird deutlicher, wenn es sich darin äußert, dass zwei Frauen miteinander Sex haben. Im Angesicht dessen hat sich der nationale Fatwa-Rat dazu entschlossen, gegen solche Taten vorzugehen. Sie sind hiermit verboten." Noch ist unklar, welche Auswirkungen diese Entscheidung hat.

Schon jetzt ist es biologischen Männern in weiten Teilen des Landes verboten, sich wie Frauen zu kleiden. Hier werden immer wieder Fälle von Verhaftungen bekannt: So nahm die Polizei im Juli 16 Transsexuelle fest, die sich zu einem Schönheitswettbewerb trafen (queer.de berichtete).

Selbst auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen stehen bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung. In einigen ländlichen Regionen gilt zudem das Scharia-Recht – Schwule können dort zum Tode verurteilt werden.

Der 27 Millionen Einwohner zählende Staat ist allerdings von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt. In der Hauptstadt Kuala Lumpur gibt es eine große schwule und transsexuelle Szene, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. Hier leben neben Muslimen auch Buddhisten, Christen und Hindus friedlich zusammen.

Die Regierung räumt Muslimen eine privilegierte Stellung ein, da der Islam auch Staatsreligion ist. Ethnische Malaien sind automatisch Muslime und können praktisch nicht aus der Glaubensgemeinschaft austreten. Insgesamt bekennen sich 60 Prozent der malaiischen Bevölkerung zum islamischen Glauben. Die malaiische Auslegung des Islam hat in den vergangenen Jahrzehnten nach einer recht liberalen Phase wieder orthodoxe Züge angenommen, was auf eine Reihe von sozialen und ethnischen Konflikten zurückzuführen ist. (dk)



#1 GTAnonym
  • 27.10.2008, 17:32h
  • "Staatliche Religionsbehörde" - Wenn ich sowas schon les wirds mir gleich wieder schlecht.
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#2 nino89
  • 27.10.2008, 19:21h
  • Ach ja, es ist immer toll, wenn ein Staat die Religionsfreiheit garantiert, in der Verfassung aber gleichzeitig (hier in Artikel 3) eine Religion zum Staatsglauben erklärt...so viel zum Thema Religionsfreiheit...
    mir tun die TranSchwuLesBis da unten ganz schon leid...wie auch alle in den anderen islamischen Staaten...
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#3 Luke12
  • 27.10.2008, 19:35h
  • Lesbischer Sex wird unter Strafe gestellt? Wie weist man den denn nach? Ich meine bei zwei Jungs gäbe es ja eventuell deutliche Spuren, aber bei Mädels müsste dann doch wohl der Augenzeugenbericht gelten, oder? Die werden wohl niemanden zugucken lassen oder wollen die jetzt in jede Ecken einen staatlich-muslimischen Lesbensexverhinderungsbeauftragten stellen, der dass per Auge überprüft. Manche Staaten treiben in ihrer Homophobie und ihrem Homohass wirklich die absurdesten Aktionen an. Sollte denen nicht langsam auffallen, wie bescheuert solche Verordnungen sind. Aber nee is klar, ist eine Diktatur im Namen Gottes oder Allahs oder wem auch immer erst mal installiert, muss man sich schließlich etwas einfallen zu lassen, um die Menschen zu unterhalten. (Achtung Sarkasmus!)
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