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  • 27. Oktober 2008, noch kein Kommentar

Resteverwertung einer großen Sängerin: Die neue Hit-Sammlung der Pop-Legende ist nicht nur schwach zusammengestellt, sondern auch höchst überflüssig.

Von Jan Gebauer (blu NRW)

Tina Turner ist ein Phänomen! Nein, nicht nur weil aufgrund dieser Frau wahrscheinlich der Inbegriff eines richtigen Comebacks erfunden wurde, sondern weil die Rock-Legende immer wieder neue Abschiedstourneen gibt. Vor 20 Jahren fing sie damit an und hörte irgendwann nicht mehr auf damit. Diesmal verzichtet sie vorsorglich auf den Zusatz "Farewell", es könnte also munter weitergehen. Im Januar 2009 wird sie in Deutschland 17 Konzerte geben. Davon abgesehen, setzt die immer noch stimmlich in ihrer eigenen Liga spielende Turner zur Feier dieses an sich natürlich schönen Anlasses mit einer (wenig originellen) Compilation.

Youtube | Tina live bei den Grammys 1985

Schlicht "Tina!" betitelt, ist der größte Witz an der Sache, dass Turner bereits vor vier Jahren eine gute Zusammenstellung ihres Repertoires anbot: "All the Best"! Warum nun also diese erneute Compilation, die neben den üblichen Verdächtigen wie "What’s Love Got to Do With it" nur zwei neue Songs und weitere zwei Hits in Live-Versionen anbietet. Außerdem mal wieder ihre Solo-Version von "Proud Mary", statt der Fassung mit Ike. Und alles bunt durcheinander – keine zeitliche Reihenfolge, kein Gespür für Epochen, keine Überraschungen, nur Enttäuschung über die lieblose Zusammenstellung. Dazu ein auf jung getrimmtes Foto als Cover. Gähn!

Vor 35 Jahren erschien ihr Solo-Debüt, seitdem wurden nur neun Studio-Alben veröffentlicht. Das Letzte erschien 1999: "Twenty Four Seven" gab auch der dazugehörigen (Abschieds-)Tournee, die 2000 die erfolgreichste im Showgeschäft gewesen war, ihren Titel. Warum also nicht endlich ein neues Album – vielleicht mit etwas mehr als nur Allerweltspop? Das würden wir uns wünschen! Bis dahin freuen wir uns auf die Konzerte und ignorieren die aktuelle "Tina"-CD. Die braucht keiner, schon gar nicht ihre zahlreichen Fans, die ohnehin die Songs bereits mehrfach im Schrank stehen haben.