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Homosexualität gilt als letztes Tabu im Profifußball. Der "Versteckspieler" Marcus Urban hat jetzt seine Lebensgeschichte als Buch vorgelegt.

Von Carsten Weidemann

Einst galt er als eines der größten Talente des ostdeutschen Fußballs: Sport zog sich wie ein roter Faden durch das Leben von Marcus Urban, war Abenteuer und Befreiung, zugleich aber eine schwere Kette für seine persönliche Entwicklung. Weil der Erfurter –wie so viele andere auch – um seine Zukunft als Fußballer fürchtete, verschwieg er sein Schwulsein.

In dem Buch "Versteckspieler" schildert Marcus Urban nun diese schwierige Situation und seine seelische Zerrissenheit, aus der er sich erst spät befreite. Erst im November 2007 hatte er sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" als schwul geoutet. Heute, als 37-Jähriger, wagt er einen weiteren Schritt an die Öffentlichkeit. Nach intensiven Gesprächen mit dem Journalisten Ronny Blaschke legt er seine Lebensgeschichte als Buch vor.

Während seiner Karriere in den Neunzigern habe er alles getan, um möglichst straight zu wirken, verrät Urban. So ging er zum Beispiel sehr aggressiv gegen die anderen Mannschaften vor. Lüge und Doppelleben seien in der Fußballwelt üblich, so der 37-Jährige Wahl-Hamburger. Es gäbe Scheinheiraten und Vorzeigefrauen für offizielle Anlässe, ihm selbst seien drei homosexuelle Bundesliga-Profis bekannt.

Mit seinem Buch will er nun dazu beitragen, dass das "letzte Tabu im Fußball" fällt, weitere Spieler seinem Beispiel folgen und Homosexualität auch im vermeintlich "männlichen" Sport als etwas ganz Normales betrachtet wird.

Ronny Blaschke: Versteckspieler. Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban, Verlag Die Werkstatt, 144 Seiten, 9,90 Euro.

Eine Buchpräsentation, moderiert von St.-Pauli-Präsident Corny Littmann, findet am 29. Oktober um 16 Uhr im Hamburger Millerntorstadion statt (Electro-Lux-Lounge im 3. Stock der Südtribüne).



#1 xyAnonym
  • 28.10.2008, 09:50h
  • Das schmale Büchlein (144 eher dünn bedruckte Seiten, darunter diverse "Exkurse", also Infos zum Thema, die sich gar nicht um Urban direkt drehen) ist nicht von M.U. selbst geschrieben worden, sondern von jenem Herrn Blaschke. Der schreibt von dem Spieler in der dritten Person, weiß aber andererseits ganz genau, was nicht nur "der Marcus", sondern auch Personen aus seinem Umfeld gedacht oder gefühlt haben, selbst vor über dreißig Jahren. Viel pseudopsychologisches Geschwafel in meist holzschnittartigen Sätzen, in denen trotz ihrer Schlichtheit manch Stilblüte gedeiht. Alles in allem fand ich das Buch eher enttäuschend und eine vertane Chance. Aber vielleicht animiert es ja endlich mal einen wirklich prominenten (Ex-) Spieler dazu, sich zu outen.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.10.2008, 10:21h
  • Sehr mutig! Hoffentlich bewegt das so manchen Bundesligaprofi, endlich Farbe zu bekennen!
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#3 Linu86Profil
  • 28.10.2008, 11:05hAachen
  • #2:

    Und ich sage: Hoffentlich nicht! Wie kann man nur so egoistisch sein, bitte schön? Willst du, dass ein Spieler freiwillig seine Karriere aufs Spiel setzt (bzw. sie gleich an den Nagel hängt), nur damit DU und die ganze Fußballwelt weiß, dass er schwul is? Wir alle wissen doch ganz genau was passieren würde, z.B. auf Auswärtsspielen: "Schwule Sau, Schwuchtel..." so etwas würde sich dann dieser Spieler ganze 90 Minuten lang anhören müssen. Schön, dass du da an den Spieler denkst. Aber na ja, bei manchen steht eben das "Bekenntis" über allem anderen.
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#4 IchAnonym
  • 28.10.2008, 11:16h
  • Jedes Outing eines Spielers, der oberhalb der Kreisebene spielt ist tödlich.....(für die Karriere)....Auf Kreisebene kann es funktionieren, muß aber nicht....aber ein Profi??? NIEMALS!!! Das wäre sein Ende....
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#5 Tufir
  • 28.10.2008, 11:44h
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • "Willst du, dass ein Spieler freiwillig seine Karriere aufs Spiel setzt (bzw. sie gleich an den Nagel hängt), nur damit DU und die ganze Fußballwelt weiß, dass er schwul is?"

    Dashalb ist es wichtig, dass sich ein Spieler selbst outet und nicht geoutet wird. Dann kann er abwägen, ob es ihm wert ist. Es wäre sehr wünschenswert, dass es jemand wagt, aber vielleicht sollten sich lieber vorher noch mehr schwule Ex-Spieler und Trainer zusammenfinden und mehr Boden aus gefahrloserer Position heraus gewinnen, bevor es jemand tut, der sich noch mal auf den Rasen wagen möchte.
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#6 seb1983
#7 NorthsideProfil
  • 28.10.2008, 21:14hHamburg
  • Gähn, Herr Urban kann sich gut vermarkten. Das Problem ist allerdings, er war nie Profifußballer. Er ist nur ein talentierter Jugendlicher gewesen, der auf eine höheren Leistungsebene bei Rot-Weiß Erfurt in der DDR in der Jugend gespielt hat. Viele haben wohl den einen anderen im Bekanntenkreis, der wohl auch in der Jugend Fußball gespielt hat oder jetzt auch noch irgendwo spielt. Das ist soweit nichts Besonderes! Woher ausgerechnet er wissen möchte, dass es drei homosexuelle Bundesligaprofis gibt, ist mir schleierhaft.
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#8 ThommenAnonym