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Eine Gruppe amerikanischer und australischer Wissenschaftler erklärten, sie seien den biologischen Ursachen von Transsexualität auf der Spur. Schuld ist demnach das AR-Gen.

Die Forscher der Monash-Universität in Melbourne in der University of California in Los Angeles untersuchten die DNS von 112 Mann-zu-Frau-Transsexuellen und 258 nicht transsexuellen Männern. Dabei fanden sie heraus, dass die Transsexuellen eher ein längeres AR-Gen hätten. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieses Gen zu einer Verringerung der Testosteron-Ausschüttung bereits Föten im Mutterleib führen könne und dadurch die Transsexualität auslöse. Das Gehirn werde "untermaskulinisiert", erklärte Lauren Hare gegenüber der Nachrichtenagentur AAP. Dadurch sei bewiesen, dass Transsexualität angeboren und "keine bewusste Lebensstil-Wahl" sei.

Die Ethikerin Dr. Leslie Cannold warnte sogleich davor, dass Transsexualität keine Krankheit sei, die "Behandlung" im Mutterleib bedürfe. Sie warnte davor, Föten mit einem entsprechenden Gen abtreiben zu lassen.

Die Wissenschaftler erklärten, dass weitere Studien wichtig seien, um endgültig die Ursachen von Transsexualität zu ergründen. Das betreffende Gen müsste daher in anderen Teilen der Bevölkerung näher untersucht werden. Die vorliegende Studie sei aber bislang die größte in diesem Themenbereich gewesen. Sie wird im Fachjournal "Biological Psychiatry" veröffentlicht werden.

Bislang haben Forscher sich hauptsächlich mit dem "Schwulen-Gen" beschäftigt, das aber bislang noch nicht endgültig nachgewiesen wurde. Unter Forschern gibt es bis dato noch Streit, inwieweit Homosexualität genetisch bedingt ist (queer.de berichtete). Es ist auch noch unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen Trans- und Homosexualität gibt. (dk)



22 Kommentare

#1 Tim_ChrisProfil
  • 28.10.2008, 17:47hBremen
  • "112 Mann-zu-Frau-Transsexuellen und 258 nicht transsexuellen Männern [...] Das Gehirn werde "untermaskulinisiert", [...] Dadurch sei bewiesen, dass Transsexualität angeboren und "keine bewusste Lebensstil-Wahl" sei."

    Damit habe ich ein erhebliches Problem, denn es bedeutet, dass es laut dieser Studie NUR Transfrauen gibt. Was ist aber mit den Transmännern? Sind diese dann im Gegensatz zu den Transfrauen übermaskulinisiert? Und bedeutet es dann, dass nur noch Transfrauen mit diesem Gen als ECHTE Transsexuelle anerkannt werden, denen eine entsprechende Therapie und Angleichung ermöglicht würde, und Transfrauen die dieses Gen nicht besitzen wird eine solche Behandlung verwehrt? Und sollten sie sich doch im falschen Geschlecht fühlen, dann haben sie einfach nur einen psychischen Knall? Und wieder die Frage: Was ist mit den Transmännern? Gibts die überhaupt oder sind Transmänner wie ich einfach nur Psychos?

    "Sie warnte davor, Föten mit einem entsprechenden Gen abtreiben zu lassen."

    Danke, darum bitte ich ebenfalls.

    "Es ist auch noch unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen Trans- und Homosexualität gibt."

    Na, da wäre ich mal gespannt, wie sie das bei einer lesbischen Transfrau oder einem schwulen Transmann nachweisen wollten. Aber ich bin dankbar, dass ein solcher Nachweis bis Dato nicht möglich ist - und hoffentlich auch niemals wird - denn sonst würden die Forscher, Gesetzgeber, Krankenkassen und wer auch immer noch auf die Idee kommen, dass lesbische Transfrauen und schwule Transmänner doch dann bitte Heten im biologischen Geburtsgeschlecht bleiben sollen, denen nicht nur ein Leben im gefühlten Geschlecht, sondern auch die sexuelle Orientierung vewehrt oder gar verboten wird.
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#2 SmartiSaar
  • 29.10.2008, 11:35h
  • Also ich find solche und ähnliche Forschungen im Bereich Homo- bzw. Transen-Gen ja immer sehr bedenklich.

    Der Aufruf der Ethikerin Dr. Cannold ist voll zu unterstützen.

    "dass Transsexualität keine Krankheit sei, die "Behandlung" im Mutterleib bedürfe. Sie warnte davor, Föten mit einem entsprechenden Gen abtreiben zu lassen."

    Ich seh dabei schon vorm Geistigenauge das Horrorszenario das dann irgendwann mal ablaufen könnte, nachdem sämtliche Gensequenzen aufgeschlüsselt sind und man meint alles an den Genen festmachen zu können.

    Da sitzt dann sagen wir mal in 10 oder 20 Jahren das Päarchen beim Arzt und der eröffnet ihr Kind könnte schwul, lesbisch oder ne Transe sein wenns geboren wird und im Handumdrehen beginnt die Genetischeverstümmelung im Mutterleib damit das liebe kleine auch ja schön heteronormativ geboren wird. Diese Vorstellung find ich absolut Horror!!!
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#3 seb1983
  • 29.10.2008, 12:03h
  • Die Folgen dieser Forschung sind unabsehbar, verhindern können wird man sie aber nicht.
    Wer weiß schon was in 20 oder 30 jahren möglich sein wird, filmisch wurde die Vision genetisch optmierter Menschen ja schon öfter umgesetzt.

    Doch wer kann es Eltern verübeln die gesunde, kräftige und intelligente Kinder haben möchten?
    Wo wird man die Grenze ziehen? Erbkrankheiten und Allergien beheben? Behinderungen richten? Imunsystem und Kreislauf stärken? Oder gleich Haarfarbe und Größe ändern?
    Eltern nehmen ihre Kinder so an wie sie sind und lieben sie, aber was wäre wenn man bereits vor der ersten Zellteilung die Wahl hätte wie das Kind sein soll?
    Im konkreten Fall: Wird Homo oder Transsexualität einmal so akzeptiert sein dass Eltern sie nicht "wegdesignen" lassen wenn sie die Möglichkeit dazu haben?
    Oder sogar mit noch geringerer Hemmschwelle : Wenn 2 Eizellen zur Befruchtung zur Verfügung stehen, bei der nach Untersuchung des Genmaterials eine "schwul" und die andere "hetero" ist, für welche wird man sich entscheiden?

    Noch nur ein Hirngespinst...
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#4 Tufir
  • 29.10.2008, 13:26h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • Und umgekehrt gefragt: Können es Eltern verantworten, ein Kind, das durch seine Transsexualität eindeutig an Lebensqualität einbüßen wird, überhaupt zu Welt zu bringen?
    Es geht ja nicht nur darum, was die Eltern am liebsten selber haben möchten, sondern, gerade bei der selbstloseren Sorte, auch darum, was sie gegenüber einem anderen Lebewesen verantworten wollen.
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#5 Super MarioAnonym
  • 29.10.2008, 14:09h
  • Antwort auf #4 von Tufir
  • Das habe ich jetzt nicht kapiert. Ein Kind büßt durch Transsexualität eindeutig an Lebensqualität ein? Wie kommst du jetzt darauf?
    Siehst du Transsexualtät tendenziell doch eher als Krankheit? Denn durch Krankheiten büßt man zum Beispiel an Lebensqualität ein.
    Oder meinst du, dass ein transsexuelles Kind wegen transphober Menschen in seiner Umgebung, die ihm das Leben zur Hölle machen, an Lebensqualität einbüßt.
    In dem Fall heißt die Krankheit der Menschen Transphobie. Sollte man nicht eher diese Krankheit, die nicht angeboren, sondern erst später im Leben erworben wurde, heilen bzw. vorbeugen?

    Aber frag doch mal Tim_Chris, wieviel Lebensqualität er aufgrund seiner Transsexualität eingebüßt hat
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#6 stromboliProfil
  • 29.10.2008, 14:42hberlin
  • Antwort auf #4 von Tufir
  • wieso büßt ein transexueller eindeutig an lebensqualität ein , ausser durch den umstand einer ihm fremd/feindlich gegenüberstehenden umwelt!

    diese "selbstlosen" eltern sind mir in diesem zusammenhang die suspektesten! Oder wie meine mutter zu sagen pflegte: ich will doch nur dein bestes...
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 JDAnonym
  • 29.10.2008, 15:13h
  • Antwort auf #6 von stromboli
  • Ja, und das Gegenteil von "gut" ist nun mal "gut gemeint"... ein wahres Wort meiner Therapeutin, die mich wegen (Frau-zu-Mann-)Transsexualität therapiert.

    Was ich persönlich dadurch eingebüßt habe, sind falsche Freunde, eine heuchlerische Familie und einen beschissenen Job, aber ganz sicher keine Lebensqualität... es geht alles, wenn man will und nicht nur rumheult... egal, in welcher Situation!

    Im Übrigen sollte man vielleicht tatsächlich mal die Transmänner zu Rate ziehen. Das Ergebnis ist nämlich keinesfalls repräsentativ. Letztenendes ist diese Studie die reinste Geld- und Zeitverschwendung.
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#10 Tim_ChrisProfil
  • 29.10.2008, 15:24hBremen
  • Antwort auf #4 von Tufir
  • Da sollte man vielleicht die fragen, die transsexuell sind, ob sie sich in ihrer Lebensqualität so eingeschrankt fühlen, dass sie von ihren Eltern lieber abgetrieben worden wären, als ein solches Leben zu führen.

    Das Thema gab es aber bereits beim Down-Syndrom. Können Kinder mit Downsyndrom tatsächlich glücklich sein oder büßen sie Lebensqualität ein? Wenn man sie danach fragt, geben sie an glücklich zu sein und gerne zu leben. Dürfen wir denn entscheiden ob jemand glücklich oder unglücklich ist nur weil er nicht in unser gewohntes Bild oder besser, in unsere erwartete Norm passt? Weil wir ihnen mit unserem persönlichen Maßstab gemessen verminderte Lebensqualität unterstellen?
    Was wäre dann das nächste, dem man anhand des Genschlüssels eingeschränkte Lebensqualität unterstellt und abtreiben könnte? Blond und blauäugig gilt klischeehaft als blöd. Vielleicht sind sie deshalb in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, weil sie deswegen Häme zu erwarten hätten? Also radiert man sie im Mutterleib schon aus? Rothaarige sind allgemein blasser, gelten als Sonnen empfindlicher und dadurch anfälliger für Hautkrebs. Das schränkt durchaus die Lebensqualität ein. Also im Mutterleib schon ausradiert? Das Gesicht nicht symmetrisch, wirkt als unschön, damit schlechtere Chancen einen Partner zu finden. Mangelnde Lebensqualität. Ausradiert. Die Füße werden größer als Norm, der Schuhkauf damit erschwert und teuer. Mangelnde Lebensqualität, also ausradiert. Die Haare sind zu splissanfällig. Wer will einen Partner mit verfilzten Haaren? Ausradiert. Schwanz zu klein? Ausradiert.
    Wie SmartiSaar bereits sagt: "im Handumdrehen beginnt die Genetischeverstümmelung im Mutterleib damit das liebe kleine auch ja schön heteronormativ geboren wird. Diese Vorstellung find ich absolut Horror!!!"
    Wie armselig wäre die Welt denn ohne diese vielfältige bunte Mischung an Individuen. Wie grausam die Vorstellung der Normmenschheit.

    Ich will damit allerdings auch nicht sagen, dass die Genforschung Humbug ist. Sie ist absolut sinnvoll und wichtig. Aber man muss eben vorsichtig sein, wozu man die gewonnenen Informationen einsetzt.
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