Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9551

Beim Dialog zwischen Vertretern von islamischen, Migranten- und Homo-Gruppen in Berlin gab es keine Einigung für konkrete Maßnahmen - der Lesben- und Schwulenverband zeigte sich enttäuscht und übte scharfe Kritik am Integrationsbeauftragten Günter Piening.

Am Dienstag trafen sich die Verbände auf Einladung von Piening. Die Runde ging jedoch nach zweistündiger Diskussion ohne Ergebnis auseinander. LSVD-Geschäftsführer Alexander Zinn erklärte, es sei eine "große Chance vertan" worden: Auf die Vorschläge des LSVD Berlin-Brandenburg für konkrete Maßnahmen gegen Homophobie konnte man sich nicht einigen. Eine Folgeveranstaltung wurde vom Integrationsbeauftragten abgelehnt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass nie mehr als eine bloße Schauveranstaltung geplant war."

Der LSVD hatte vorgeschlagen, eine Resolution zu verabschieden, die im Wortlaut weitgehend einem Schreiben des Berliner Innensenators Eckhart Körting (SPD) entsprach. Körting hatte darin einen schwulenfeindlichen Hetz-Artikel im arabischsprachigen Berliner Magazin "al-Salam" scharf verurteilt. Die Teilnehmer des "Runden Tisches gegen Homophobie" konnten sich jedoch nicht dazu durchringen, Körtings Position zu unterstützen. Auch die Einladung, gemeinsam eine Akzeptanzkampagne des LSVD unter dem Motto "Liebe verdient Respekt" zu unterstützen, wurde abgelehnt.

Schon im Vorfeld des Runden Tisches gab es Kritk, weil schwule Gruppen wie das Anti-Gewalt-Projekt Maneo von der Integrationsverwaltung nicht eingeladen worden waren (queer.de berichtete). Maneo wurde erst zwei Stunden vor der Veranstaltung aufgrund der öffentlichen Proteste zur Veranstaltung zugelassen. Andere zivilgesellschaftliche Akteure aus den Migrantencommunitys wie die Islamkritikerinnen Seyran Ates und Necla Kelek blieben außen vor, kritisierte der LSVD weiter.

"Es ist ein Trauerspiel, dass der Integrationsbeauftragte den Dialog zwischen muslimischen und homosexuellen Organisationen nicht nachhaltig fördert und mit einer einmaligen Veranstaltung abtun will", erklärte Zinn. "Das in der schwul-lesbischen Community verbreitete Unbehagen darüber, dass Politik und Verwaltung Homophobie, Diskriminierung und Gewalt nicht ernst genug nehmen, wird man so nicht entkräften können". (pm/dk)



26 Kommentare

#1 alexander
  • 29.10.2008, 18:37h
  • offensichtlich wird herr piening nicht richtig ernst genommen, sonst hätte man ihn längst in die wüste geschickt !
    unverständlich, dass politiker in dieser stadt, die einen überdurchschnittlichen anteil schwullesbischer bürger hat, so " schlappschwänzig " mit diesem problem umgehen.
    allein die völlig unprofessionelle vorbereitung dieser veranstaltung zeigt das desinteresse der verantwortlichen deutlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 antos
#3 InfernoProfil
  • 29.10.2008, 23:50hBerlin
  • Tag der offenen Moschee, gescheitert.
    Dialog, oder sollte man besser Dialüg mit Moslemverbänden zur Homophobie, ein Fehlschalg.

    Wann gedenkt man den das offensichtlich sinn- und erfolglose diskutieren mit den Islamverbänden einzustellen?

    Es ist darüber hinaus bezeichnend, dass die potentiellen Opfer um den Dialog betteln müssen, anstatt man den potentiellen Tätern klar sagt, dass man schon nach einer Körperverletzung im Knast landet. In Berlin rennen Intensivtäter frei rum, die mehr als 20 Gewaltverbrechen auf dem Konto haben, ja wo leben wir denn?

    Law & Order, auch Schwule können nur durch harte Gesetzgebung geschützt werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Thom_ass1973
  • 30.10.2008, 01:57h
  • Komisch, ich könnte meinen Allerwertesten drauf verwetten dasss wenn der Herr Piening von der CDU / CSU gewesen wäre, wir dies unverzüglich durch den Queer-Redakteur mitgeteilt bekommen hätten !!
    Und wetten, dann wären hier viele wieder irgendwas von Unwählbarkeit dieser Parteien am erzählen ?!
    Der Herr ist von den ach so Schwulen und Lesben freundlichen Grünen - offensichtlich schätzt man dort mittlerweile das Wählerpotential unter Migranten und Muslimen als deutlich höher ein, wie uns Homos ?! Sorry aber was nutzt es uns wenn Claudia(Roth) und Volker(Beck) landauf, landab bei den CSD´s hohle Phrasen dreschen aber immer wieder munter ihre Unterstützung wenn´s drauf ankommt zurückziehn??
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Der elende KlugscheisserAnonym
  • 30.10.2008, 04:23h
  • Ups! Da hat sich doch am Runden Tisch zur Überraschung der Beteiligten einmal mehr gezeigt dass eine Quadratur des Kreises durchaus möglich ist.

    Nachdem der Tisch nun doch wieder "Seiten" hatte wurde dort ein Dialog in Form einer Diskussion geführt. Herausgekommen ist was bei Diskussionen zwischen unterschiedlichen bzw. gegenüberliegenden Seiten immer gerne herauskommt, nämlich viele heisse Worte.

    Werden Dialoge jedoch in Form von Verhandlungen geführt, so erhofft sich A etwas von B, genauso wie sich nun im Gegenzug B etwas von A erhofft. Wenn am Ende eines solchen Dialoges beide Seiten gleichermaßen (un)zufrieden sind dann sagen alle die Verhandlungen haben zu einem gutem Ergebnis geführt.

    Aus ihrer Sicht haben die muslimischen Gesprächspartner doch schon durch ihr Erscheinen und die abschliessende "Stellungnahme Berliner Muslimischer Organisationen" (die übrigens genauso gut von einer bekannten katholischen Organisation hätte stammen können) der Toleranz-Anforderung genüge getan. Warum hätten Sie mehr tun sollen? Wo läge für sie der Nutzen der das Risiko interner Streitigkeiten aufwägen könnte?

    Hat denn nun der LSVD, dessen Engagement ich überaus schätze, in solchen Verhandlungen überhaupt etwas anzubieten woraus der Verhandlungspartner einen Vorteil oder die Verhinderung eines Nachteils ableitet?

    Hat er nicht! Und dies widerum ist nicht ein Versäumnis des LSVD sondern ein Versäumnis der verantwortlichen Politiker im Bund und in den Ländern. Sind nicht gerade in jüngster Zeit auch umfangreiche (von mir prinzipiell gutgeheissene) Zugeständnisse an verschiedene muslimische Gemeinden gemacht worden. Warum haben die dortigen Politiker versäumt solche Zugeständnisse an gesellschaftpolitisch überaus berechtigte Forderung wie die des LSVD zu koppeln?

    Ich denke unsere Politiker sind noch lernfähig und wir sollten und können ihnen dabei durchaus helfen.

    Gruß an Alle

    Vom elenden Klugscheisser
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Thomas62Anonym
  • 30.10.2008, 06:25h
  • Antwort auf #1 von alexander
  • Noch dazu hat diese Stadt einen offen schwulen Bürgermeister der "als betroffener Mensch" die Lebensrealität von homosexuellen/lesbischen Menschen kennt und selbst in seinem Leben mit Diskriminierung konfrontiert wurde. Offensichtlich vergisst man leicht wenn man in gewisse Ränke erhoben wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stromboliProfil
  • 30.10.2008, 06:30hberlin
  • Antwort auf #2 von antos
  • zudem würd mich interessieren mit welchen argumenten das sogenannte körting - papier abgelehnt wurde!
    Mal abgesehen von der einladungspraxis ist mir diese "geschlossene" gesprächsrunde zutiefst suspekt! Als wären die betroffenen ( beider seitens) entmündigte, über die ihre vormünder plaudern
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AntichristProfil
  • 30.10.2008, 07:21hHH
  • Der Verantwortliche sollte sich für diese Farce schämen, die da abgezogen wurde. Es zeigt wieder einmal mehr als deutlich die Unfähigkeit ebenso wie den Unwillen von Regierungsseite aus etwas für unsere Rechte zu tun. Piening gehört wegen Unfähigkeit seines Amtes enthoben.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 HannibalEhemaliges Profil
  • 30.10.2008, 07:32h
  • Das hätte ich dem LSVD auch vorher sagen können. Frauen, Homosexuelle und "Ungläubige" sind für extremistische Muslime keine gleichwertigen Gesprächspartner und werden daher gar nicht für voll genommen! Vergebene Liesmüh'!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 GabrielAnonym
  • 30.10.2008, 08:22h
  • Willkommen auf dem Boden der Realität! Ich bin erstaunt, dass sich jemand über das Verhalten der selbsternannten Islamvertreter noch wundert. Die haben genauso wenig Mitglieder wie unsere Parteien.
  • Antworten » | Direktlink »