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  • 30.10.2008           13      Teilen:   |

Forscherin: "Little Britain" erzeugt Homo-Hass

Eine Forscherin der London School of Economics beschuldigt in einer wissenschaftlichen Abhandlung die Macher der BBC-Serie "Little Britain", mit ihrer Sendung Rassismus, Sexismus und Homophobie zu fördern.

Deborah Finding, eine Doktorandin beim Gender Insitute, glaubt, dass in den kurzen Sketchen der Comedy-Reihe Vorurteile gegen Minderheiten eher gestärkt als persifliert werden: "’Little Britain’ ist die Comedy-Variante von Junkfood", so Finding in ihrem 33-seitigen Werk "I Can’t Believe You Just Said That: Figuring gender and sexuality in Little Britain". "Es ist klar, dass wenn ‚wir’, die Zuschauer, über ‚die da’, die Figuren, lachen, dann lachen wir nicht nur über die Personen auf dem Bildschirm, sondern über die gesamte Gruppe, die diese repräsentieren".

Die Serie fördere daher "Rassismus, Sexismus, Homophobie, Hass auf Alte und Klassenhass". Nur selten würden diese Vorurteile persifliert werden, so Finding. Der Humor sei keine Ironie, sondern man mache sich über "das Andere", also ausgegrenzte Minderheiten, lustig. "Es gibt keinen Versuch, Vorurteile anzufechten oder den Status Quo in Frage zu stellen."

Video: (Direktlink)
Szene mit Daffyd Thomas
Fortsetzung nach Anzeige


Schwul = Lächerlich?

Sie kritisiert, dass die beiden schwulen Figuren sehr tuntig dargestellt werden – und damit genauso wie in der "alten" Comedy vergangener Zeiten, in der Schwule bloße Lachnummer waren. Dieser Humor beruhe nach wie vor auf der Angst der Mainstream-Bevölkerung vor Schwulen. "Schwul zu sein in ‚Little Britain’ ist gleichbedeutend mit lächerlich sein", argumentiert Finding. Sie bezieht sich dabei auf die Figur Daffyd, den "einzigen Schwulen im Dorf", der sich ständig diskriminiert fühlt, ohne diskriminiert zu sein, sowie Sebastian, den Assistenten des britischen Premierministers, der ständig seinen Chef anmacht. In der neuen Serie "Little Britain USA" stieg er zum Premierminister auf und macht sich nun an den (schwarzen) US-Präsidenten heran.

Die Serie, die 2003 erstmals in einem kleinen BBC-Digitalsender lief, gehört inzwischen zu den erfolgreichsten britischen Serien – und hat auch viele schwule Anhänger. Alle Szenen werden von den Komikern David Walliams und dem offen schwulen Matt Lucas gespielt, dazu kommen noch viele Gastauftritte von Stars wie Elton John, George Michael oder Robbie Williams.

Derzeit läuft im US-Sender HBO und auf BBC One die erste Staffel des Ablegers "Little Britain USA", die in Amerika spielt. Hier werden viele der Charaktere aus der britischen Serie gezeigt, wie sie in den USA zurechtkommen. Zudem gibt es weitere Figuren. In Deutschland läuft "Little Britain" auf BBC Prime, Sat.1 Comedy und Comedy Central. (dk)

Video: (Direktlink)
Szene mit Premierminister Sebastian Love
Links zum Thema:
» 'I Can’t Believe You Just Said That: Figuring gender and sexuality in Little Britain'
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 13 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
30.10.2008
20:56:37


(0

Von felix


Dass die Kultserie homofeindliche Einstellungen befördert, wird hier natürlich einigen Schwulen wehtun. Aber seien wir ehrlich:
schwulen Humor verstehen Heteros sooooo leicht falsch, besonders wenn sie jung sind. Leider.


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#2
31.10.2008
01:34:50


(+1

Von xy


Da die Dame "Gender Studies" an der School of Economics betreibt, wird sie wissen, was sie tut: Als nächstes kommt die saftige Schadensersatzklage, weil sie sich irgendwie diskriminiert fühlt.

Ich mich übrigens auch - von der Tante. Denn daß sie vergessen hat, wie sich in "Little Britain" über Dicke lustig gemacht wird, dürfte kein Zufall, sondern Ausdruck ihres irgendwie faschistischen Denkens sein, welches mich echt wütend und traurig macht, du, ey. Um es mit Vicky Pollard zu sagen (Diskriminierung des Prekariats!): Zahlen Sie mir bitte tausend hundert Pfund!


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#3
31.10.2008
12:50:50


(-3

Von Angel


Danke ! Ich finde diese Serie auch zum "Schreien, Weinen,Weglaufen" und vor allem Absetzen - der Humor ist flach, die Darsteller untalentiert und der Inhalt mehr als fragwürdig ! Ob sie jetzt Homophobiw fördert - klar, kann sein, den die dargestellten Klischees treffen genau die Klischees der Bevölkerung vom tuntigen, regenbogenflaggentraenden dämlichen Schwulen. Ob man darüber lachen will, sei ja jedem selbst überlassen, aber dass andere diese Bilder als Bestätigung ihrer Klischees sehen, muss einfach auch wahrgenommen werden.


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#4
31.10.2008
12:54:52


(+2

Von Tufir
Antwort zu Kommentar #3 von Angel


"der Humor ist flach, die Darsteller untalentiert und der Inhalt mehr als fragwürdig !"

Als ob ein Deutscher über englischen Humor urteilen dürfte...


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#5
31.10.2008
12:56:59


(+2

Von Sebastian123
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich finde auch Schwule haben ein Recht darauf verarscht zu werden!

Finde die Serie klasse!


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#6
31.10.2008
13:12:47


(+3

Von VolumePro
Aus Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.06.2008
Antwort zu Kommentar #5 von Sebastian123


Das sehe ich auch so!!!

Gerade das Verarschen ist doch im Grund genommen eine Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft, damit etwas als normal angesehen wird.

Ich erinnere mich nur an ein paar Interviews mit Contergan-Geschädigten, die gefordert haben, endlich mal von Komikern verarscht zu werden.

Jeder gesellschaftliche Gruppe darf verarscht werden, soweit es nicht ein gewisses Niveau unterschreitet und das sehe ich bei Little Britain nicht.

Der Humor mag zwar auf einen Deutschen relativ seltsam wirken, aber der britische Humor ist eben nunmal so.


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#7
31.10.2008
13:55:16


(+2

Von maartin
Antwort zu Kommentar #4 von Tufir


genau, der deutsche kann nicht lachen, der engländer schon und der neger kann gut tanzen, weil das liegt denen im blut.

finde little britain auch verteidigungswürdig, aber bitte nicht so. das ist soooo deutsch :)


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#8
31.10.2008
14:04:16


(+1

Von Arend
Antwort zu Kommentar #7 von maartin


Wer sich über deutschen Humor informieren möchte, möge sich Freitag abends das Sat 1-Programm antun (wahlweise jenes von RTL). Insbesondere wenn sie dort mal wieder versuchen, angelsächsische Formate ins Deutsche zu übertragen (was sie sogar mit "Little Britain" probiert haben, zum Glück war das vorbei, bevor es jemand gemerkt hat).

Und komme mir jetzt niemand mit Loriot. Der ist die Ausnahme, der die Regel bestätigt und hat oft genug erklärt, warum er insbesondere im deutschen Fernsehen - unter den heute dort herrschenden Bedingungen - nichts mehr machen möchte. Aber dessen Mut, Anspruch und daher hohe Qualität wurden uns ja gerade von all jenen Medien bescheinigt, die eigentlich nur dann mehr als Programmhinweise bringen, wenn mal jemand publikumswirksam darauf hinzuweisen wagt, wie weit das deutsche Fernsehen heruntergekommen ist.


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#9
31.10.2008
14:39:28


(+1

Von ehemaligem User JacNsak
Antwort zu Kommentar #8 von Arend


Little Britain ist hervorragend synchronisiert. Ganz im Gegensatz zu Queer as Folk, die Serie ist auf deutsch ein einziges Klischee.


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#10
31.10.2008
19:39:44


(0

Von markHBWB
Aus Bremen
Mitglied seit 03.05.2008


Forscher-Experten-und alle anderen weltfremden Menschen.
Es ist ja ihr gutes Recht so zu denken (für Amerikaner schon erstaunlich ), aber es wissentschaftlich zu begründen ist ja wieder mal ein Eigentor.

Ich finde, es geht eben bei Little Brittain NICHT um "verarschen"- "sich lustig machen über...".
Das mag in der jetzigen Zeit bei 98Prozent aller Comedys so sein...spätesten seid Raab ist das "verarschen Schwächerer" bei den normalen Durchschnitssbürger doch normal geworden. Und die zu dem Zeitpunkt aufgewachsen sind, als Raab und nachfolger im TV rauf und runter liefen, kennen nichts anderes....

Ich finde, Little Brittain zeigt mir als Schwulen, dass es nichts besonderes ist , "schwul" zu sein. Und ich hoffe, manchen Hetero bleibt manchmal das Lachen im Hals stecken, weil es so schön überzogen ist!
Meine Erfahrungen mit HeteroArbeitskollegen zeigt mir, auf blöde Witze oder Verarsche nur mit noch einen weiteren (schärferen) Witz zu kontern.
Die beste Akzeptanz ist- aus der Opferrolle raus kommen.


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