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Sofía, die Ehefrau des spanischen Königs Juan Carlos, hat sich in ihrer Biografie ungewohnt offen gegen die Homo-Ehe und die Austragung von CSDs ausgesprochen.

"El País", die größte Tageszeitung des Landes, hat Auszüge aus dem in Kürze erscheinenden Buch "La Reina muy de cerca" ("Die Königin ganz aus der Nähe") veröffentlicht. Darin zeigt sich die in Griechenland geborene Adelige unzufrieden damit, dass in Spanien seit 2005 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet ist: "Wenn diese Leute zusammenleben wollen, sich wie Braut und Bräutigam kleiden und heiraten wollen, könnten sie das Recht dazu haben, oder auch nicht, abhängig vom Gesetz ihres Landes. Aber sie sollten das nicht Ehe nennen, weil das etwas anderes ist", wird Sofía zitiert. Für Homo-Partnerschaften schlägt sie als Bezeichnungen "sozialer Vertrag" oder "soziale Union" vor.

Auch an CSD-Paraden lässt die Monarchin kein gutes Haar: "Ich kann Menschen anderer sexueller Tendenzen ja verstehen, akzeptieren und respektieren. Aber sollte sie wirklich stolz darüber empfinden, schwul zu sein? Sollten sie auf Paradewagen mitfahren und bei Protestaktionen teilnehmen? Wenn alle von uns, die nicht homosexuell sind, protestieren würden, dann käme der Verkehr zum Erliegen", befürchtet Sofia.

Das Buch wird anlässlich des 70. Geburtstages der Monarchin am Sonntag erscheinen.

Spanische Homo-Gruppen kritisierten die Äußerungen ihrer Königin scharf: "Viele Mütter von Schwulen und Lesben werden sich fragen, warum die Königin Verständnis dafür aufbringt, dass der Prinz eine Geschiedene heiraten darf. Aber die Königin kann nicht verstehen, warum sich andere Mütter das selbe Glück der Ehe für ihre Kinder wünschen", erklärte Antonio Poveda von der Gruppe Federación Estatal de Lesbianas, Gays, Transexuales y Bisexuales (FELGBT).

Vor drei Jahren hat der neu gewählte sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero gegen den erbitterten Widerstand der Konservativen und der katholischen Kirche die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Das Königshaus hat sich bislang zu diesem Thema – wie auch vielen anderen politischen Fragen – nicht geäußert. (dk)



18 Kommentare

#1 VolumeProProfil
  • 31.10.2008, 13:18hMönchengladbach
  • Die Königin soll den Mund halten und sich Rat bei Königin Beatrix holen.

    Sofia hat es wohl nicht verstanden, wozu die CSD-Paraden da sind. Natürlich müssen Heterosexuelle nicht protestieren, weil sie sich ja keine Rechte und keine Akzeptanz erkämpfen müssen.

    Aber was rede ich da, Ihr wisst ja, was ich meine.
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#2 LorcaAnonym
  • 31.10.2008, 13:24h
  • Die kenn ich!
    Das ist die Frau von dem Typ über
    den der Hugo sagte, daß er im Gegensatz zu ihm
    von einem Diktator eingesetzt, und nicht
    schon dreimal vom Volk gewählt wurde.
    Vielleicht sind die Bekloppten etwas weniger
    aggressiv, wenn die Mutti sie versteht.
    Spanien stehen harte Zeiten bevor, die
    Anschauungen sortieren sich.

    Die Vereinte Linke (IU) erklärte, zum Glück habe das Parlament und nicht die Königin über gleichgeschlechtliche Ehen zu entscheiden.

    diestandard.at/?url=/?id=1225358710100
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#3 gatopardo
  • 31.10.2008, 16:32h
  • Antwort auf #1 von VolumePro
  • Und doch sollten wir uns fragen, wie diese unerträgliche Journalistin Pilar Urbano, die dem OpusDei angehört, Ihrer Majestät einige unverdauliche Brocken in den Mund gelegt haben könnte. In Spanien gehen die Wogen hoch und man redet über nichts anderes mehr, während das Königshaus dementiert, dass Äusserungen dieser Art von der Königin so gemacht worden seien.
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#4 CrazyForceProfil
  • 31.10.2008, 16:33hDortmund
  • Zum GLück hat se ja nicht wirklich was zu sagen... Ansonsten finde ich den Begriff "soziale Union" eher unpassend..... ;-)
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.10.2008, 17:11h
  • Der Begriff "Soziale Union" erinnert mich doch zu sehr an CSU. Ziemlich unpassend!
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#6 kaweAnonym
#7 gatopardo
  • 31.10.2008, 22:04h
  • Antwort auf #6 von kawe
  • Gute Frage, die wir uns auch stellen. Als spontan und unüberlegt gilt die Königin nicht und soeben teilt das Königshaus mit, dass es "schwule und Lesben weiterhin wie alle anderen schätzt". Die Vereinigte Linke (IU) macht keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Monarchie und stellt sich offen auf die Seite der vom Parlament beschlossenen Homo-Ehe, während die ultrarechte Journalistin und Autorin des Buches Pilar Urbano in den Medien wahre Triumphe feiert. Sie gehört zu denjenigen, die mit Fangfragen eine möglichst breite prominente Zustimmung zu ihren national-katholischen Überzeugungen vorgaukeln möchte, wie sie es mit der Befragung der bei Linken und Rechten sehr beliebten Doña Sofía fast geschafft hat.
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#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 01.11.2008, 10:37h
  • Mal davon abgesehen, dass die Meinung der Königin (zum Glück) weniger wert ist als ein Furz, sollte man von solch einer Person etwas mehr Reflekionsvermögen erwarten dürfen.
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#9 FloAnonym
  • 01.11.2008, 13:23h
  • Wenn selbst Menschen, die sich qua Position in der Regel aus Politik rauszuhalten haben, sich in Politik einmischen und homofeindlich äußern, ist das ein weiterer Beleg, wie tief Homohass bei vielen Menschen verwurzelt ist!!

    Umso mehr müssen wir solche Leute bekämpfen und zeigen, wie falsch und dumm ihre Äußerungen sind...
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#10 ReinerAnonym
  • 01.11.2008, 14:32h
  • Antwort auf #8 von Konstantin
  • Ohne mir die Auffassung der Königin zueigen machen zu wollen: Reflektiert hat sie sehr wohl.
    Außerdem ist sie gar nicht gegen die "Homo-Ehe", so wie sie bei uns gilt, die ja eigentlich keine richtige Ehe, sondern nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft ist.
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