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Der erste deutsche TV-Sender für Schwule startet und alle sind gespannt. Was erwartet uns und wie kann man den Sender empfangen? Wir verraten es.

Von Christian Scheuß

Der große Tag ist gekommen. TIMM, das erste homosexuelle Fernsehbaby erblickt das Licht der Welt. Es ist eine außergewöhnlich lange Schwangerschaft gewesen, die Geburt verzögerte sich wegen diverser Anlaufschwierigkeiten um ein ganzes Jahr. Und zuletzt musste sogar noch eine neue Finanzspritze her, um endlich die Wehen in Gang zu setzen. Wenn am Samstagabend in Berlin TIMM-Geschäftsführer Frank Lukas, Chefredakteur Jochen Hick und die rund 60-köpfige Crew samt Gästen auf das Neugeborene mit Sekt und Selters anstoßen, wird es mit Sicherheit viele erleichterte Stoßseufzer und eine Menge euphorische Glücksgefühle geben. Es sei dem Team, das in den vergangenen Monaten hart gearbeitet hat, mehr als gegönnt. Schwule Männer erleben schließlich nicht jeden Tag solch eine aufregende Geburt.

"Es wird ein Junge!" betonten die Macher in den zurückliegenden Monaten immer wieder. Und meinten damit sowohl die Ausrichtung ihrer Vermarktungsabteilung als auch der Sendungen auf die männliche schwule Zielgruppe. Doch wenn man sich das Programm für den ersten Monat anschaut, stimmt das nicht so ganz. Es gibt Dokumentationen und Spielfilme, die sich mit Geschlechterrollen befassen, einige Sendungen, die generell aus der schwul-lesbischen Szene berichten und mit "The L Word" explizit auch eine Serie, die sich gezielt an lesbische Zuschauerinnen richtet. Es sind also mehr als genug Formate vorhanden, mit denen sich Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle sowie aufgeschlossene Heteros identifizieren können. Auch wenn das Baby mit TIMM einen männlichen Namen hat. Aber man weiß ja nie, in welche Richtung sich so ein Kind später entwickelt.

In vielen homosexuellen Haushalten werden in den nächsten Tagen sicherlich die Bedienungsanleitungen der Empfangsgeräte heraus gekramt und Fernbedienungen verzweifelt gedrückt, um den Sendersuchlauf zu aktivieren. TIMM wird zum Start fast überall bundesweit über das digitale Kabelnetz und via Satellit (Astra digital) frei empfangbar sein. Laut TIMM-Pressesprecherin Annick Albe sind die Kanäle bei Astra sowie bei den Netzbetreibern "Kabel Deutschland", "Unitymedia", "Kabel BW" und "wilhelm.tel" bereits geschaltet. Einzig bei Netcologne herrschte noch am Freitag etwas Verwirrung, wie ein Rechercheanruf von queer.de ergab. Die Einspeisung soll "in Kürze" erfolgen, man habe aber intern noch keine Meldung erhalten, dass es jetzt losgeht, hieß es bei der Hotline. Gerüchten zufolge soll für die analoge Ausstrahlung von TIMM bei Netcologne der Sender Bibel.TV weichen, was – sollte es wahr sein – ein kleiner Triumph für die Community wäre, die ja im Erzbistum Köln mit Kardinal Meißner hart gestraft ist.

Doch auch wenn man keine Sattelitenschüssel besitzt oder an einen Kabelanbieter gebunden ist, der TIMM noch nicht ausstrahlt, muss man nicht darben. Wer einen DSL-Anschluss besitzt, kann auch über das Internet mitschauen. In Auszügen ist das Fernsehprogramm – und da sind es vor allem die Eigenproduktionen – auf der Website von TIMM zu sehen. Doch es gibt auch das volle Programm dank der kleinen und feinen Software von Zattoo. Zattoo streamt eine Vielzahl von Sendern direkt vom Astra-Satteliten ins Internet. Ganz legal und komplett gratis. Nach der Installation der Streamsoftware findet man das TIMM-Logo in der der Liste bei "neue Sender". Der Empfang ist damit sogar weltweit möglich.

In den ersten Tagen wird es bei TIMM ausschließlich Kost aus der Konserve geben. Erst am 18. November startet dann das Magazin "TIMM today", in dem sechsmal die Woche aktuell aus der Szene berichtet wird. Die Community wird sich erst daran gewöhnen müssen, dass in Zukunft bei vielen Events eine Fernsehkamera dabei sein wird, die Bilder für dieses Format liefert. Neben dieser erhöhten Aufmerksamkeit wird es zudem viele freuen, dass sie jetzt Serien, Dokumentation und Spielfilme präsentiert bekommen, die sie im deutschen Fernsehen nie zuvor zu Gesicht bekamen. Viele gemütliche Fernsehabende im dunklen Herbst und Winter mit dem Liebsten auf der Couch sind also absehbar.

Das komplette TV-Programm von TIMM findet ihr in unserer Rubrik TV-Tipps



20 Kommentare

#1 seb1983
#2 mok120Profil
  • 31.10.2008, 23:28hNürnberg
  • Ich schaue mir gerade die Vorschau-Endlosschleife auf Zattoo an und bin BEGEISTERT. Sie zeigen sogar Kathy Griffin: My Life on the D List. Ich LIEBE es!

    Der Sender muss einfach ein Erfolg werden.
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#3 DortmunderProfil
#4 SchluffiAnonym
  • 01.11.2008, 12:19h
  • Antwort auf #3 von Dortmunder
  • Warum so zickig? Offenbar erliegst Du dem selben Missverständnis wie Herr Reich-Ranicki. Fakt ist: Nie gab es so viel GUTES TV wie derzeit. Dass es gleichzeitig auch viel Schund gibt, ist für jeden zu verschmerzen, der in der Lage ist, seine Fernbedienung zu benutzen.

    TIMM ist mit Sicherheit eine Bereicherung, und ich wünsche ihm und seinen Machern viel Erfolg!
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#5 Optimaler OptimistAnonym
  • 01.11.2008, 13:18h
  • Antwort auf #4 von Schluffi
  • Ja, überhaupt ging es den Deutschen noch nie so gut wie heute! Überall nur Wachstum, Wohlstand, Freude und Glück! Auch die Zeitungen waren noch nie so wichtig und wertvoll. Die Städte so sicher, sauber und gepflegt. Oder die Kanzlerinnen so schön. Das ist Fakt!

    Und nun auch noch ein weiterer Sender, der hauptsächlich Serien aus dem englischen Sprachraum ausstrahlt, garniert mit meist altbekannten Filmen und so originellen Formaten wie dem "Homecheck" oder einem "Talktaxi". Wenn jetzt auch noch das Logo von Hasi und Mausi lila wird, ist mein Glück perfekt!
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#6 FloAnonym
  • 01.11.2008, 13:54h
  • Ich habe mir das Interview auf Spiegel online durchgelesen und war bei ein paar Aussagen schon enttäuscht:

    1. Ich erwarte nicht, dass Timm ein reiner Kampagnensender wird, das ist ja nicht die Bildzeitung. Aber wieso soll ein schwuler Sender - sorry, ich meinte natürlich "Sender für Schwule" - nicht auch eindeutig Position gegen Diskriminierung und Verletzung demokratischer Grundprinzipien wie Gleichheit, beziehen?!

    2. Ross Antony mag ja bei den Machern nicht gerade beliebt sein und man kann ja wirklich geteilter Meinung sein, aber gehört nicht auch das zum bunten schwulen Universum? Man will (im Gegensatz zu anderen Medien) die ganze Vielfalt zeigen, sieht aber gleichzeitig für etwas tuntigere Männer keinen Raum.

    Aber auch da ist man inkonsequent, denn sonst dürfte man auch nicht Queer as folk zeigen, da die Rolle "Emmett" mindestens so tuntig ist wie Ross Antony.

    Gerade wenn man bei anderen Medien kritisiert, dass immer nur bestimmte Klischee-Schwule gezeigt werden, so sollte doch gerade ein "Sender für Schwule" die ganze breite und bunte Vielfalt zeigen:
    - vom schwulen Arzt über das schwule Super-Model bis zum schwulen Hartz IV-Empfänger.
    - vom schwulen Party-Macho über den Alltagsschwulen, der auch als Hetero durchginge bis zum tuntigen Schwulen und Crossdressern, etc.
    - vom Schwulen mit Wachbrettbauch und rasierter Brust bis zum Bären und korpulenten Schwulen.

    Wie will man Toleranz für Schwule erwarten, wenn man selbst unter sich manche Leute (wie z.B. Ross Antony) ausschließt.

    Eines muss klar sein:
    ein schwuler Sender kann nur funktioneiren, wenn er nicht Eindimensionalität anderer Sender durch neue Eindimensionalität ablöst!

    Ich erwarte von Timm, dass er die ganze bunte Vielfalt schwulen (und vielleicht sogar auch lesbischen und transsexuellen) Lebens aufzeigt. Ansonsten ist ein Sender, der zwar Raum für Serien ohne Homobezug hat, aber z.B. keinen Raum für Menschen wie Ross Antony, unglaubwürdig!!

    Ich hoffe sehr, dass das endgültige Produkt doch anders aussehen wird, als es das Interview befürchten lässt, ansonsten sähe ich schwarz...
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#7 Friedrich21Anonym
  • 01.11.2008, 21:08h
  • Schade, nicht analog, hätte ich gerne gesehen ob das Konzept des TV für schwule funktioniert, denn ganz wichtig für mich sind Männer ab 60, die sind nämlich in der schwulen Gesellschaft nicht als vorhanden gesehen, geben tut es sie trotzdem.

    P.S.: Es gibt so wahnsinnig viele gute Filme die bisher aber nicht syncronisiert wurden, vielleicht kann Timm da was machen?
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#8 bananasEhemaliges Profil
#9 DortmunderProfil
  • 01.11.2008, 22:12hDortmund
  • lol, worin besteht die Bereicherung?
    Im Abnudeln angelo-amerikanischer Klischee-Formate?
    Der Präsentation "eingeschwulter", an Dummheit kaum zu überbietenden, Heten-Kuppelshows und ähnlichem Mist, aus dem Abgrund des Ertelprosieben-Fundus?
    Das sprüht ja geradezu vor Kreativität und ist sowas von originell... da verbietet sich natürlich jede Kritik schon im Ansatz.
    Verwunderlich ist das allerdings nicht, kann man doch auf jedem CSD beobachten, wie die schwule Masse selbst den größten Scheiß bejubelt und beklatscht, vorausgesetzt es wird Ihr mit dem Adjektiv "SCHWUL" präsentiert...
    als wenn schwul allein, an sich schon ein Qualitätsmerkmal wäre...
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#10 bananasEhemaliges Profil