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Auf der malaiischen Insel Penang sind 70 Männer wegen "grob unsittlichem Verhalten" verhaftet worden, weil sie einvernehmlich Sex mit Männern gehabt haben sollen. Unter den Festgenommenen sind auch Chinesen, Amerikaner und Europäer.

Die Polizei der chinesisch geprägten Großstadt George Town (Tanjung) führte eigenen Angaben zufolge mehrere Razzien in Massage-Salons und Fitness-Centern durch. Dabei hätten die Beamten Männer am frühen Morgen auf frischer Tat beim Geschlechtsakt ertappt. Sie hätten an Sex-Partys teilgenommen. In anderen Fällen seien zudem Beweise dafür gefunden worden, "dass Sex stattgefunden hat". Außerdem seien einschlägige Magazine, Porno-DVDs, Sex-Spielzeug, Gleitgel und Kondome sichergestellt worden.

Die Festgenommen im Alter von 20 bis 50 Jahren wurden auf Kaution wieder frei gelassen. Sie sollen aber in Kürze angeklagt werden. In Malaysia drohen Schwulen 20 Jahre Haft sowie Auspeitschung. Die Regierung beruft sich dabei auf ein Gesetz aus den Zeiten der britischen Kolonialzeit, das im Mutterland schon längst abgeschafft wurde. Dagegen ist Paragraf 377 des Strafgesetzbuches noch immer in Ländern wie Indien, Singapur und Malaysia gültig.

In dem mehrheitlich muslimischen Land gilt in einigen ländlichen Regionen zudem das Scharia-Recht – Schwule können dort zum Tode verurteilt werden. Die relativ liberale Hauptstadt Kuala Lumpur gilt als Zufluchtsort für Homo- und Transsexuelle. Hier hat sich eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt.

Es zieht auch viele ausländische Touristen nach George Town. Die UNESCO setzte erst im Juli dieses Jahres die Stadt wegen ihren alten Bauten aus der Kolonialzeit auf der Liste des Weltkulturerbes.

Zuletzt kam Malaysia vor gut einer Woche in die Schlagzeilen, als eine staatliche Religionsbehörde erklärte, dass maskulines Verhalten von Frauen ebenso wie lesbischer Sex verboten sei (queer.de berichtete). (dk)



#1 FloAnonym
  • 05.11.2008, 13:05h
  • "Es zieht auch viele ausländische Touristen nach George Town."

    Dass deren Verhalten barbarisch ist, steht außer Frage, aber eines finde ich verlogen:
    - man macht Geschäfte mit solchen Staaten, weil es Geld bringt und der Wirtschaft nützt,
    - man fährt dahin in Urlaub, weil Wetter und Landschaft da so toll ist und im Gegensatz zu zivilisierteren Staaten mit mindestens ebenso tollem Wetter und Landschaft das Ganze preiswerter ist
    - Schwule fahren dahin, weil sie vielleicht mal ein Abenteuer mit einem "exotischen" Mann wünschen
    etc etc etc

    All diese Leute unterstützen solche antischwulen undemokratischen Mächte. Und dann regt man sich, wenn einmal im Jahr wieder mal einer der tausenden Zwischenfälle bekannt wird, mal wieder auf, was man aber am nächsten Tag schon wieder vergessen hat.

    Das ist verlogen!

    Wenn man wirklich solches Verhalten bekämpfen will, helfen weder gute Worte noch Argumente. Die einzige universelle Sprache, die selbst der größte Despot versteht ist die des Geldes.

    Deshalb helfen nur Boykotte!

    Solange wie dort der Tourismus floriert und diese Machenschaften erst ermöglicht, braucht man sich gar nicht aufzuregen. Bzw. muss sich über die touristischen Geldgeber solcher Regime aufregen...
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